Stadthalle Grafing

Marode Stadthalle Grafing?

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Den Abbau der Bühnentechnik erfordert der Austausch der Brandschutzklappe

Hinter den Kulissen der Stadthalle Grafing offenbaren sich viele Mängel

Grafing – Charmant fügt sich der historisch anmutende Turmbau an die Stadthalle, deren über drei Etagen herunter gezogenes Dach Wohlfühlatmosphäre vermittelt. Alles Theaterkulisse? Für die Zuschauer geht die Show noch weiter. Für Grafings Stadtrat bereitet die Situation hinter den Kulissen und Kopfzerbrechen und unausweichlich Kosten. „Die Grafinger Stadthalle bietet sich als Veranstaltungsstätte im Großraum München an. Mit 500 Parkplätzen direkt an der Stadthalle und der S-Bahn-Station „Grafing-Stadt“ in unmittelbarer Nähe stellt sie eine kostengünstige Alternative zu bewirteten Veranstaltungsräumen Münchens dar“, so wirbt die Stadt. Doch bei einem Rundgang – „550 Meter lang und über 40 Höhenmeter verteilt“, so die Wegbeschreibung der Studio_plus-Architekten war festzustellen, dass viel getan werden muss, um diesen Status der Stadthalle Grafing aufrecht zu erhalten. Über fünf Etagen erstreckt sich das Gebäude, zwei Veranstaltungsräume werden derzeit genutzt – doch so gut wie nie parallel. Denn wie Stadthallenverwalter Sebastian Schlagenhaufer erklärte, könne auch mangels Schallschutzes immer nur eine Veranstaltung im Haus ungestört stattfinden – Turmstuben oder Stadthalle. Der mangelhafte Brandschutz zwischen Küche und Saal machte es nötig, dass in der Küche eine mit Schaum funktionierende Sprinkleranlage eingebaut werden musste. In einem der oberen Dachgeschosse zeigte der Architekt, dass hier kein F90 Brandschutz vorliegt. Kein F90 Brandschutz heißt im Klartext, so der Experte, das verwendete Baumaterial verhindert nicht wie vorgeschrieben, dass es 90 Minuten lang die Ausbreitung des Feuers verhindert. Auch die 30 Brandschutzklappen müssen ausgetauscht werden. Bei Veranstaltungen sind immer zusätzlich Brandschutzbeauftrage da, so dass sich die Gäste keine Sorgen machen müssten. „Kann man alles nachrüsten“, versicherten die Experten und dabei würden sich die Materialkosten sogar noch im Rahmen des Machbaren bewegen. Aber und jetzt wird es teuer. Verbaut wurde in der Stadthalle nicht nur Material, das derzeit nicht Stand der Technik ist, sondern sehr oft auch der Weg, um die veraltete Technik umzurüsten. Diese Wege zu Umrüstung herzustellen, treibt die Kosten ins unbotmäßige. So müsste die Bühnentechnik ausgebaut werden, um eine Tür öffnen zu können, um die Brandschutzklappe zu wechseln. Die hierbei entstehenden Kosten sind kaum abschätzbar. Ist bekanntlich der Wurm drin, fallen weitere Mängel dem Betrachter ins Auge. Vier Treppenhäuser hat das Haus und damit eigentlich genügend Fluchtwege, wenn sie denn von unten bis oben durchgängige wären. Über ein Treppenhaus lassen sich vier Ebenen erreichen, über ein zweites drei und die beiden anderen lassen nur den Wechsel zwischen zwei Ebenen zu. Auch ist teilweise die Breite der Treppe zu schmal dimensioniert. Der Aufzug reicht ein halbes Stockwerk hoch. Der dritte, eigentlich 200 Besucher fassende Veranstaltungsraum ist zwar fußläufig zu erreichen, aber keineswegs behinderten gerecht. Zu allem kommt noch, dass das Haus nicht nach den zunächst 1984 eingereichten Plänen errichtet wurde, was erst 2009 mit einem erneuten Bauantrag geheilt wurde. Klar wurde auch beim knapp zweistündigen Rundgang, dass für bauliche oder technische Verbesserungsmaßnahmen im Haus kaum ausreichend Platz vorhanden ist. Jetzt haben die Stadträte das Wort. ar

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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