Der Maschinen- und Betriebshilfsring Ebersberg / München-Ost e.V. informiert

Kleiner Haufen – große Folgen

Müll im Futter. Für Anton Gassner ein ständiges
 Ärgernis.
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Müll im Futter. Für Anton Gassner ein ständiges Ärgernis.

Müll und Hundekot auf landwirtschaftlich genutzten Flächen sind Gefahren. In Zeiten von Corona, wo es viele Menschen in die freie Natur treibt, will der Maschinen- und Betriebshilfsring Ebersberg / München-Ost e.V. darauf aufmerksam machen, welche Verantwortung der Mensch gegenüber der Umwelt hat

Landkreis Ebersberg – „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Schöne ist so nah?“ Was früher als Werbeslogan für den „Urlaub im Heimatland“ galt, wurde mit dem Ausbruch der Pandemie für viele zum Trost. Wobei Urlaub in Deutschland dann ohne Übernachtungsund Verköstigungsmöglichkeit schwierig wurde. Dass die Menschheit weltweit in ihrer sonst so regen Reisegewohnheit eingeschränkt wurde, hat die Natur aufatmen lassen. Ganze Tierpopulationen erholten sich.

Doch das „Stay at home“ hat nicht nur Positives für die Umwelt, besonders an einem so schönen Fleck, wie dem Landkreis Ebersberg. Wesentlich mehr Menschen als sonst nutzen die begehrten Ausflugsziele im ländlichen Raum. Waldlichtungen, Wanderwege, Seen oder andere Plätze, die man sonst eher für sich genießen konnte, werden förmlich überrannt. Und wo der Mensch ist, hinterlässt er seinen Müll.

Landwirt Bernhard Haimmerer aus Anzing weiß das nur zu gut. „Ich verstehe die Leute“, erklärt er. „Homeschooling, Homeoffice, das monatelang – klar muss man da mal raus. Aber bitte mit einem vernünftigen Umgang mit der Umwelt.“ Sein Hof liegt am Rande von Anzing. Autobahnanbindung, Gewerbegebiete und Siedlungen – mit dem Müllaufkommen in Wald und Flur hat er schon lange zu kämpfen. Corona habe das nicht besser gemacht. „Ganz im Gegenteil“, bemerkt Haimmerer. Seit Jahren pflegt er die Grünstreifen an der Autobahnanbindung. „Dort ist mir vermehrt aufgefallen, dass die Leute in den Wiesen ihre Notdurft verrichten, das sehe ich an den vielen Taschentüchern.“ Das könnte mit der Schließung der Gaststätten zusammenhänge, vermutet er.

Ein noch verbreiteteres Problem ist die Notdurft der Hunde. Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten beschreibt die verheerenden Folgen von Hundekot auf Wiesen: Hunde können mit dem Parasiten „Neospora caninum“ befallen sein. Infizierte Tiere können mit ihrem Kot die Parasiten-Eier abgeben und somit andere empfängliche Tierarten, z.B. Rinder, als Zwischenwirte anstecken. Wird Hundekot von Milchkühen über das Futter aufgenommen, können damit totgeborene Kälber die Folge sein. Durch Erntemaschinen lässt sich Hundekot nicht abscheiden und so gelangt er von der Wiese in das Futter der Tiere, veranschaulicht Josef Winkler, Geschäftsführer des Maschinen- und Betriebshilfsrings.

„Ich spreche gelegentlich Spaziergänger mit Hunden an“, erzählt Bernhard Haimmerer. „Die meisten sind einsichtig.“ Ausnahmen wiederum würden den Kot zwar eintüten, werfen aber die Tüte in die Wiese. „Hundsdreck im Plastik“, so der Landwirt. „Schlimmer geht´s nicht.“

Vor allem über viel Müll auf seinen Wiesen ärgert sich Landwirt Anton Gassner aus Straußdorf. „Betroffen sind besonders meine Flächen in Aßling und Grafing“, sagt er. „Da kommt es im Frühjahr oft vor, dass ich drei volle Säcke Müll aufsammle, bevor ich mähen kann.“ Das sei ein großer Zeitaufwand, aber notwendig, um Schaden an seinen Maschinen und seinen Tieren zu verhindern. Fremdkörper im Kuhmagen können tödliche Folgen haben. „Erkennt man es frühzeitig, kann zumindest der Tierarzt per Magnetinstrument Metallteile aus dem Netzmagen der Kuh entfernen“, erklärt Gassner.

Die Landwirte appellieren damit an die Vernunft und Verantwortung der Bevölkerung. „Nach dem Bayerischen Naturschutzgesetz gibt es das Betretungsrecht der freien Natur. Jedoch regelt der Art. 30 klar, dass während der Zeit des Pflanzenwachstums sowohl Acker als auch Grünlandflächen nicht betreten werden dürfen bzw. vorhandenen Wege zu nutzen sind“, erklärt Josef Winkler. Das gilt auch für Hunde. Frei laufend können sie speziell für Rehe, Hasen und Bodenbrüter wie Kiebitze, die ihre Nester hegen, eine Bedrohung sein. Müll landet im Mülleimer und Hundekot muss aufgesammelt und mitgenommen werden. Dafür sind viele Wege mit Hundekotbeutelspender ausgestattet.

„Bitte helfen Sie, mit einem verantwortungsvollen Verhalten die Tiere der Landwirte vor Krankheiten und Verletzungen zu schützen. Und lassen Sie uns die Schönheit unserer Landschaft mit richtiger Müllentsorgung erhalten“, so der Wunsch von Geschäftsführer Josef Winkler. pat 

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