Baumschutzverordnung in Vaterstetten

Illegale Baumfällungen in Vaterstetten: Politiker fordern Maximal-Strafe

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Grüne und SPD fordern von der Gemeinde Vaterstetten, bei den illegalen Baumfällungen in der Erika-Köth-Straße, das Bußgeld in voller Höhe zu verhängen.

Vaterstetten – Nur hohe Strafen können abschrecken, da sind sich Grüne und SPD einig. Die illegalen Abholzungen an der Erika-Köth-Straße im Baldhamer Villenviertel entsetzen die Kommunalpolitiker, deshalb fordern sie unisono das mögliche Bußgeld von 50.000 Euro vollständig auszuschöpfen. Eventuell müsse man in der Baumschutzverordnung der Gemeinde auch neue Maßnahmen verankern, die noch stärker abschrecken. Denn auch wenn illegale Baumfällaktionen ein hohes Bußgeld kosten, „sind diese Kosten im Vergleich zu den möglichen Gewinnsteigerungen viel zu gering“, so Gemeinderat Stefan Ruoff. „Bauträger können diese Bußgelder leicht auf ihre Verkaufspreise aufschlagen.“ 

Die Gemeinde brauche daher andere wirksame Maßnahmen. Auch die SPD glaubt, dass niedrige Strafen häufig einkalkuliert werden. Deshalb die Forderung, nach deutlichen Konsequenzen und einem Bußgeld an der oberen Grenze. „Bäume, geschützt durch die Baumschutzverordnung, ohne Genehmigung zu fällen, ist kein Kavaliersdelikt“, so SPD-Fraktionssprecher Sepp Mittermeier. Darüber hinaus müssten die gefällten Bäume eins zu eins durch Neupflanzungen ersetzt werden. Notfalls auch auf Kosten des Verursachers auf öffentlichem Grund, ergänzen die Grünen. Noch sind die Untersuchungen des beauftragten Gutachters nicht abgeschlossen, informiert Wolfgang Kuhn vom Umweltamt der Gemeinde Vaterstetten. Man nehme alle Stöcke auf und versuche eine Zuordnung zu den gefällten Stämmen herzustellen. „Wir müssen genau feststellen, wie viele Bäume genau gefällt wurden, wie gesund sie waren, welchen Umfang sie hatten und vieles mehr.“ 

Danach müsse das gefällte Material abtransportiert werden, weil untendrunter eventuell auch noch der ein oder andere Baumstumpf liegen könnte. Fürs Bußgeld müsse man Faktoren wie Baumart, Fällgrund, Nachpflanzung und anderes berücksichtigen. „Wir müssen das ganze Verfahren intensiv aufklären.“ In der nächsten Gemeinderatssitzung will Kuhn bereits über die Erkenntnisse berichten. Die Grünen legen drei Ideen zur Verschärfung der Baumschutzverordnung vor. So soll sich die Höhe des Bußgeldes künftig am Wert des gefällten Baumes orientieren. Dabei sollen Alter und Pflegeaufwand eine Rolle spielen. So könnte pro illegal gefälltem Baum eine Strafe von bis zu 20.000 Euro fällig werden. Zudem soll die Gemeinde prüfen, ob sie bei einem Verstoß gegen die Baumschutzverordnung nicht einen Baustopp für das Grundstück verhängen kann. „Dieser soll umso länger ausfallen, je mehr Bäume illegal gefällt wurden und bei groben Verstößen auch mehrere Jahre dauern.“ 

Da illegale Fällungen fast immer in der Zeit zwischen Freitagmittag und Samstag stattfinden, wo die Verwaltung nicht arbeitet, soll die Gemeinde außerdem eine Hotline einrichten, wo man bei zweifelhaften Fällungen jederzeit nachfragen kann. An die könne sich auch die Polizei bei Rückfragen wenden, sagt die SPD. Solch eine Hotline gebe es bislang nicht, erklärt Kuhn. Der Gemeinderat könne sie jedoch beschließen. Auf jeden Fall plant man im Rathaus ein Gespräch mit der zuständigen Polizei zur weiteren Aufklärung. die

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