Imkerin aus Forsting

Ein Schwarm mit Namen Luise 

Imkerin Andrea Maurus mit ihrem Bienenkästen im Holzhaus
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Bei ihren Bienenvölkern kommt Andrea Maurus zur Ruhe. Besser geht das Imkern noch mit Musik – und das gefällt auch den Bienen

Imkern hat in den letzten Jahren viele Freunde gefunden, gerade als Hobby. Dass dies nicht immer ein reibungslose verläuft, sondern manches Mal von Fehlschlägen begleitet ist, erzählt eine Jungimkerin aus Forsting

Forsting – Zum Vierzigsten traf Andrea Maurus das Bienenglück. Ab dann nämlich sollte sich etwas ändern in ihrem Leben. Glück hatte Maurus auch dahingehend, dass gleich bei ihr ums Eck ein Imker ihr Pate wurde. Das empfiehlt sich nämlich, dass ein Anfänger die ersten zwei Jahre von einem Profi begleitet wird. Denn ganz so einfach ist Imkern nicht.

Als „unfassbares Glück“, bezeichnet die Jungimkerin, „dass ich auch noch das Bienenhaus meines Paten übernehmen konnte - auch bei mir ums Eck“. Das sollte wohl so sein. Jetzt wohnen dort elf Völker und zwei haben Asyl bekommen. Kalt ist es an diesem ersten Oktobermorgen, keine acht Grad hat es und viele Bienen sieht man nicht um das Bienenhaus schwirren. Kein Wunder, denn so klärt Maurus auf, „denen ist es jetzt schon zu kalt, bei diesen Temperaturen fliegen die nicht“. 

Oftmals weiß man einfach nicht, warum sich die Bienen so verhalten, wie sie es gerade tun

Das Bienenjahr geht im Moment langsam zu Ende. Im August wurde noch gegen die Varroamilbe mit Ameisensäure behandelt und danach wurde auch schon mit Zuckerwasser aufgefüllt, „denn das brauchen sie jetzt durchaus schon als Unterstützung“. Im Winter werden die Bienen komplett in Ruhe gelassen, „da wird nicht mehr aufgemacht“. Außer um Weihnachten herum, da behandelt der Imker noch einmal mit Oxalsäure gegen die lästigen Milben. Heuer gab es übrigens wenige Milben. Heuer ist auch das erste Bienenjahr, welches Andrea Maurus ohne ihren Paten bewältigt – „nicht ganz einfach“, sagt sie, „es ist schon ein wenig aufregend“. „ Denn oftmals weiß man einfach nicht, warum sich die Bienen so verhalten, wie sie es gerade tun.“ Als sie zwei Ableger machte in diesem Jahr, mochten sich diese keine neue Königin ziehen und „verhielten sich ganz komisch“. Keiner weiß und wusste Rat, bis heute. „Wenn man fünf Imker fragt, bekommt man sechs Antworten“, schmunzelt die dreifache Mutter, der das Imkern die Ruhe gibt, die sie braucht im oft hektischen Familienleben.

„Hier unten, im Bienenhaus, da komme ich zur Ruhe“. Gerade frisch entdeckt hat sie, dass Imkern mit Musik noch einmal mehr Spaß macht und den Bienen ebenso. Weiß man doch seit der Kultserie „Irgendwie und sowieso“, dass Musik im Kuhstall Wunder bewirken kann. Jetzt beflügelt Musik die Bienen aus Forsting. Von April bis August kann so eine Bienenhobby schon sehr zeitaufwendig sein und spannend allemal. Da rief eines Tages die Wirtin aus Pfaffing an und sagte, „da hängt ein Schwarm an einem Baum, magst nicht kommen?“ Maurus schnappte sich die Ausrüstung und rückte an, um den Schwarm einzusammeln. Mit einer Teleskopstange und Ehemann war das kein Problem, auch als Jungimkerin. Der Schwarm beziehungsweise das Volk heißt nun Luise, wie die Wirtin in Pfaffing. Übrigens haben alle Völker im Hause Maurus einen Namen - „ich finde das gehört sich so“. Meist sind es Familiennamen, die Familie beziehungsweise der Ehemann, der sie sehr unterstützt. So baute Ehemann Maurus einen Lastenaufzug ein, der mit einem Akkuschrauber bedient wird und es so relativ einfach macht, die Holzkisten, in denen die Bienen leben, hochzuheben. 

Der Duft von Bienen ist etwas ganz besonderes

Das Honigjahr war heuer nicht so gut, heißt es aus dem Imkerhauhalt. „Heuer brauchte ich vier Völker, um den Ertrag von zweien zu erreichen, dafür ist er umso cremiger“. Hört man da jemanden schwärmen vom selbst erzeugten Honig? Überhaupt kommt Maurus schwer aus dem Schwärmen heraus, denn die 42-Jährige ist einfach fasziniert von ihren Bienen. Und auch als Besucher in ihrem Bienenhaus kann man diese Faszination erahnen, zumindest riechen, denn der Duft von Bienen ist etwas ganz Besonderes. „Und ein jedes Volk riecht anders, je nachdem, was sie eintragen“. Auf jeden Fall hat die Forstingerin einen Gegenpol zu ihrem Beruf „zu den trockenen Zahlen“ gefunden. Von Beruf ist sie Buchhalterin und jetzt könnte man sagen, auch Imkerin. tt

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