Hepatisit-Fall Landkreis Ebersberg

Dringender Aufruf zur Impfung im Landkreis Ebersberg

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Ein kleiner Picks, der viel bewirken kann.

Immer noch beschäftigt den Landkreis ein Erreger, der schon im März, Mai und auch jetzt erst kürzlich wieder einen Fall von schwerer Hirnhautentzündung verursachte.

Region – Vier Menschen sind bereits erkrankt, der letzte war ein 21-Jähriger aus Glonn. Dass alle vom selben Serotyp C verursacht wurden, bestä- tigte ein Würzburger Labor. Dr. Hermann Büchner, Leiter der Gesundheitsbehörde in Ebersberg, sagt im Gespräch mit der Redaktion, dass die Lage durchaus besorgniserregend sei. Er rät aus seiner Position als Amtsarzt heraus, dringend zur Impfung. Eine offizielle Empfehlung kann nur das Ministerium herausgeben und dann wären auch die Krankenkassen dazu verpflichtet, das Medikament zu bezahlen. Noch müssen die Bürger dies selbst tun.

 Und wie Dr. Aleksandar Milutinovic, Internist aus Steinhöring im Gespräch bemerkt, ist dies natürlich für eine Familie zum Beispiel durchaus eine finanzielle Belastung. So kostet das Impfserum, das mehrere Serotypen enthält, aber vor allem den Typ C, um die 50 Euro. Dr. Milutinovic rät wie sein Kollege Dr. Büchner auch dringend zur Impfung, denn der Erreger ist sehr aggressiv. Seine, wie auch Büchners Familie ist geimpft und auch die Mitarbeiter von beiden Ärzten. Dr. Büchner betont immer wieder: „Wir wissen nicht wer und wo die Personen sind, die den Erreger in sich tragen, aber selbst daran nicht erkranken, sondern ihn nur weitergeben“. 

Selbst eine intensive Recherche beim letzten Fall konnte keine Zusammenhänge sichtbar machen zu den anderen drei Erkrankungen, die teilweise sehr schwer verliefen. Wichtig wäre vor allem, dass sich die Altersgruppe der 15 – 30-Jährigen impfen lässt, „denn die haben die meisten sozialen Kontakte“, so Büchner. Aber auch alle anderen, die viel mit Menschen zu tun haben und natürlich „vor allem Menschen mit einem geschwächten Immunsystem“, rät Milutinovic. Wenn man sich angesteckt hat, zeigen sich die ersten Anzeichen relativ schnell – innerhalb von 5 bis 6 Stunden. Es kommt zu einer Verschlechterung des Allgemeinzustandes mit Kopfschmerzen, Nackensteife, evtl. leichte Sehstö- rungen, Benommenheit und Fieber. 

„Das eigentliche Problem ist“, so der Internist aus Steinhöring, „dass der Subtyp C auf die Standardbehandlungen im Krankenhaus mehr als eingeschränkt reagiert. Das verkompliziert die ganze Sache enorm.“ Gerade im südlichen Landkreis, wozu der Leiter der Gesundheitsbehörde vor allem Ebersberg, Grafing, Glonn, Moosach zählt, zirkuliert der Erreger immer noch und lässt sich auch durch die schon vorgenommenen Impfungen leider nicht beeindrucken. Die Ansteckung mit dem Erreger, der sich im Nasen- und Rachenraum aufhält, funktioniert „nicht“ nur über Küssen oder ganz engen Kontakt, wie Milutinovic erklärt, sondern auch über Tröpfchen und Speichel bei einer ganz normalen Unterhaltung. So wird auch verständlich, warum die beiden Mediziner dringend zur Impfung raten, denn wie Miutinovic mit ernster Miene bemerkt, „effektiv können sie sich ohne Impfung nicht gegen diese Art der Meningokokken-Meningitis, dieser gefährlichen Form der Hirnhautentzündung schützen“.

Bei ihm in der Praxis lassen sich im Moment im Schnitt vier bis fünf Menschen am Tag mit dem Impfstoff versorgen. „Ein wenig zwickt es schon und es kann auch zu einer Rötung am Einstich kommen“, klärt Büchner nach Nebenwirkungen der Impfung auf, „aber sie müssen natürlich den Sinn und die Wirkung darüber stellen“. So sieht das auch der Steinhöringer Internist und rät, falls es zu Nebenwirkungen kommt, die sich wie leichte Grippesymptome anfühlen können, zum Arzt zu gehen. Erforderlich wird dies aber nur, wenn diese Symptome länger als 48 Stunden anhalten. Tretner

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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