Delegation aus Ebersberg besucht Südtirol

Impulse aus Südtirol

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Ein reger Austausch: Mitarbeiter des Landratsamtes Ebersberg mit ihren Kollegen aus Südtirol

Demografie, Jugend und Pflege - eine Delegation aus dem Landratsamt Ebersberg informiert sich in Tirol

Landkreis – Über den eigenen Tellerrand hinausschauen und neue Impulse für die eigene Arbeit sammeln – mit diesem Ziel fuhren Christian Salberg, Abteilungsleiter der Abteilung 6 „Jugend, Familie und Demografie“ im Landratsamt, sein Stellvertreter Florian Robida und der Leiter des Teams „Demografie“, Jochen Specht vor Kurzem für zwei Tage nach Südtirol. Neben dem Austausch mit Vertretern der Provinzverwaltung standen der Besuch einer Jugendhilfeeinrichtung und einer Seniorenwohnanlage auf dem Programm. Beim Treffen in der Provinzverwaltung Bozen berichtete Abteilungsdirektor Luca Critelli gemeinsam mit seiner Kollegin, Amtsdirektorin Dr. Petra Frei, über die Grundlagen der Jugendhilfe in Südtirol sowie über die geplanten Maßnahmen der Provinzverwaltung, um dem demografischen Wandel entgegenzuwirken. Insbesondere ein Projekt der Tagesbetreuung von Senioren auf Bauernhöfen erweckte das Interesse der Mitarbeiter aus Ebersberg. „So etwas könnte ich mir auch gut im ländlichen Raum unseres Landkreises vorstellen“, befand Abteilungsleiter Christian Salberg. Anschließend besichtigte die Delegation aus Ebersberg die Jugendhilfeeinrichtung der Stiftung St. Nikolaus in Meran und die Seniorenwohnanlage der Stiftung Lorenzerhof in Lana. Ein wesentlicher Unterschied wurde hier in der Struktur deutlich. Da es in Südtirol kein Subsidiaritätsprinzip gibt, ist der Betrieb dieser Einrichtungen in staatlicher Hand, ohne Abstriche in der Qualität der Leistung am Menschen. Beispielsweise werden Einrichtungen der Jugendhilfe pauschal refinanziert, egal ob diese aktuell belegt sind oder nicht. In der Seniorenwohnanlage Lorenzerhof stach insbesondere die hochwertige Demenzstation ins Auge. „Natürlich wünsche ich mir das nicht, aber wenn ich einmal in diese Situation komme, dann würde ich mir wünschen, in einem Haus wie dem ihrem wohnen zu dürfen“, fand Robida anerkennende Worte. Ihren Abschluss fand die zweitägige Hospitation bei einem Besuch im deutschen Schulamt in Bozen. Die zuständige Referatsleiterin Dr. Veronika Pfeifer berichtete in beeindruckender Art und Weise über das inklusive Schulsystem der autonomen Provinz Südtirol. Man verzichtet hier gewollt auf alternative Schulsysteme für Kinder und Jugendliche mit besonderem Bedarf und findet Lösungen, jedes Kind und jeden Jugendlichen in das bestehende Schulsystem zu integrieren. Dafür wird jeder Schule ein Kontingent von Lehrern mit spezieller „förderschulischer“ Zusatzausbildung zur Verfügung gestellt. Eine Diagnose ist also nicht zwingend notwendig, um Hilfe zu erhalten. Sollte ein Schüler darüber hinaus einen speziellen Bedarf haben, wird eine „Eins-zu-Eins-Begleitung“ zusätzlich gewährt. Besonders beeindruckte die Besucher auch, dass die Inklusion in der Schule nicht wie so häufig im Sportunterricht endet. „Wir sind mit vielen neuen Ideen und wertvollen Erfahrungen nach Ebersberg zurückgekehrt. Für den überaus freundlichen und wertschätzenden Empfang aller Kolleginnen und Kollegen aus Südtirol möchten wir uns an dieser Stelle herzlich bedanken“, so Salberg. red

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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