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Info-Abend zum Brenner Basis Tunnel

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Von: Christian Schäfer

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Güterzug hohe Geschwindigkeit
In Kirchseeon befürchtet man eine enorme Lärmbelästigung. © endewer1.mail.ru

Wird Kirchseeon zum Verlierer des Brenner Basis Tunnels? Diese Angst haben die Verantwortlichen vom Arbeitskreis Bahnlärm. Sie laden deshalb die Bevölkerung zu einem Infoabend ein. Dieser findet statt am Donnerstag, 19 Mai, um 19 Uhr in der ATSV Turnhalle in Kirchseeon

Kirchseeon – Der Brenner-Basis-Tunnel und dessen Nordzulauf sind Teil des SCANMED-Korridors, eines Schienenwegs von Skandinavien bis Sizilien. Ziel des Projekts ist die Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene und es ist somit ein wichtiger Bestandteil für den Klimaschutz.

„Doch Kirchseeon ist bereits heute eingekesselt zwischen der B304 und dem Schienenstrang“, schreiben die Verantwortlichen vom Arbeitskreis Bahnlärm in Kirchseeon. „Die schon derzeit hohe Lärmbelastung wird sich durch die erwartete Verdoppelung der Zugzahlen noch erheblich steigern, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche.“ Nach heutiger Prognose wären das 428 Güter- und Personenzüge pro Tag, also rechnerisch alle dreieinhalb Minuten ein Zug mit bis zu 740 Meter Länge, mit bis zu 160 Kilometer pro Stunde, 1.600 Tonnen schwer, heißt es in der Pressemitteilung. Sobald der eine Zug am Lärmhorizont verschwinden würde, nähere sich bereits der nächste Zug. Dies werde eine Dauerbelastung sein. Und S-Bahnen wären hier noch nicht einmal eingerechnet.

Die Planungen der Bahn stellen eine spezielle Situation für Kirchseeon dar. Die Bestandstrasse von Österreich nach Grafing wird eine deutliche Lärmreduzierung erfahren - durch die Verlagerung des lärmintensiven Güterverkehrs auf die Neubautrasse. Für die Neubautrasse ist dazu der gesetzlich festgelegte hohe Lärmschutz nach Neubaustandard vorgesehen. „Ab Kirchseeon bis Trudering haben wir dagegen das Paradoxon, dass einerseits beide Strecken, Bestand und Neubau, zusammengeführt werden, also doppelte Lärmbelastung“, so die Verantwortlichen vom AK Bahnlärm. „Anderseits gibt es keinerlei Zusagen für irgendeinen Lärmschutz, da im Bereich Kirchseeon keine Gleise neu gebaut werden. Diese Ungleichbehandlung sollten wir nicht hinnehmen!“

Deshalb lädt der AK Bahnlärm in Kirchseeon zu einer Informationsveranstaltung ein. Diese findet statt am 19. Mai um 19 Uhr in der ATSV Turnhalle in Kirchseeon statt.

Zur Sprache sollen folgende Themen kommen: S-Bahn in Gefahr? Die Bahn versichert, den S-Bahnverkehr nicht einzuschränken. „Für uns ist es allerdings nur sehr schwer vorstellbar, wie vier voll ausgebaute Gleise ab Kirchseeon bis nach München ohne weitere Einschränkungen über nur zwei Gleise geführt werden sollen“, heißt es hierzu in der Pressemitteilung zur Veranstaltung.

Ein weiteres Thema soll ein bahntechnisches Großbauwerk in Kirchseeon sein. Für die Zusammenführung der Bestandsgleise mit der Neubaustrecke auf dem Gemeindegebiet Kirchseeons sei ein Überwerfungsbauwerk von achteinhalb Meter Höhe geplant. Die Züge würden dann auf zwei Etagen mit der Gesamthöhe eines zweistöckigen Wohnhauses fahren. Die Lärmemission, so die Organistoren, würde in dieser Höhe Auswirkungen auf große Bereiche des Ortes haben.

„Die Bürgerinnen und Bürger Kirchseeons müssen sich über die Konsequenzen Klarheit verschaffen. Der Brenner-Basis-Tunnel eröffnet bereits 2030, dann werden wir eine erste große Zunahme von Zugverkehr erleben“, so der Wortlaut der Pressemitteilung.

Deshalb müsse man sich jetzt zu Wort melden. Wie die Aktionen im Inntal deutlich machen würden, zeige massiver Proteste in der Bevölkerung Erfolg. Denn: selbst in einem schwach besiedelten Gebiet würden dort zwei Drittel der Strecke untertunnelt werden. Wie auch im Inntal sei ein Zusammenschluss aller anliegenden Gemeinden und aller Bürgerinnen und Bürger von Kirchseeon bis Trudering unbedingt notwendig, um die Aufmerksamkeit in der Politik und Öffentlichkeit für unsere Forderung sicherzustellen. Die Forderung des AK Bahnlärms: Lärmschutz für Kirchseeon nach Neubaustandards. sc

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