Interview mit Inge Heiler

Egmatings frisch gekürte Rathauschefin 

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Inge Heiler, Bürgermeisterin in Egmating

Mir fehlt der persönliche Händedruck - Seit 1. Mai ist Inge Heiler Bürgermeisterin in Egmating

Egmating – Ihr ergeht es wie vielen Menschen derzeit. „Es gibt viele Ereignisse, die wegen der Corona-Krise nicht stattfinden können,“ erzählt die neue Bürgermeisterin von Egmating Inge Heiler. „Was mir vor allem fehlt, ist der persönliche Händedruck.“ Das betrifft sie als Privatperson genauso wie als frisch gekürte Rathauschefin. So ist beispielsweise die Gemeindekanzlei momentan für den Parteiverkehr geschlossen. Wann sich das wieder ändern wird, weiß die 44jährige noch nicht genau. „Spätestens Ende Juni wollen wir das überdenken.“ Man orientiere sich dabei an der Verwaltungsgemeinschaft. Auch in Glonn ist das Rathaus Corona-bedingt geschlossen. Aber, so erwähnt sie, es liefen bereits Überlegungen, wie man das ändern könnte. 

Inzwischen wieder geöffnet hat der Egmatinger Wertstoffhof, wenn auch unter Auflagen. So dürfen dort maximal vier Fahrzeuge gleichzeitig hinein – und natürlich gilt Maskenpflicht. 

Heiler fühlt sich trotz der Krise wohl in ihrem neuen Amt. „Mir ist nicht langweilig. Es gibt viel zu tun.“ Der nächste große Akt, der ansteht, ist der Umzug ins neue Rathaus. Ende Juli soll das stattfinden. Ob es allerdings eine offizielle Eröffnung geben kann, sei derzeit fraglich. Keiner wisse, wie sich die Pandemie weiterentwickelt. 

Die Frau sitzt täglich in der Gemeindekanzlei, obwohl ihr Amt nur ehrenamtlich ist. „An einem Tag in der Woche ist der Job sicher nicht getan,“ sagt sie und lässt anklingen, dass man bei Zeiten vielleicht darüber nachdenken müsse, ob Egmating nicht einen hauptamtlichen Bürgermeister bräuchte. „Ich schau mir das jetzt erst einmal zwei Jahre an und gebe dann eine Empfehlung an die Gemeinde ab.“ 

Was Heiler sehr beschäftigt, ist der „Unsicherheitsfaktor“ Finanzen. Auf Grund des Lockdowns könnte sich die Einnahmensituation verändern. Das bereitet ihr Sorge. „Wahrscheinlich werden wir 2020 noch nicht so viel davon spüren, wohl aber 2021 und 2022.“ Auch in Egmating sind an vielen Stellen die Umsätze weggebrochen, in der örtlichen Gastronomie und Hotellerie etwa. Das bedeute, dass "Prioritäten gesetzt werden müssen." "Wir müssen gut überlegen, wo wir investieren,“ erklärt sie. Im Klartext: es wird womöglich Einsparungen geben, andere Gewichtungen. Aber zunächst, so die Bürgermeisterin, müsse man sich erst einmal einen Überblick verschaffen, und konstatiert: „Mehr wird´s nicht.“ 

Die Öffnung der Schule, so schildert sie - die Viertklässler gehen bereits wieder in den Unterricht, ab 18.Mai sollen die Erstklässler folgen – laufe bisher gut. Die positive Nachricht: in Emmering ist nach offiziellen Angaben vom 14. Mai niemand mehr an Covid-19 erkrankt. Fünf Fälle gab es, doch die sind inzwischen wieder genesen. 

Inge Heiler freut sich auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit in der Gemeinde und ist stolz auf das „tolle Rathausteam“ - und hat noch eine Botschaft an die Egmatinger: „Bleibt geduldig und haltet Euch an die Regeln.“

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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