Aus dem Immobilienmarkt

Innungsfeier der Bau-Innung Wasserburg-Ebersberg

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Politik solle sich nicht von Wachstumskritikern beeinflussen lassen, sagt Obermeister Martin Schmid

Obermeister Schmid fordert von der Politik anständige Rahmenbedingungen im Baugewerbe

Oberndorf – Dass die Lage der Bauwirtschaft nach wie sehr gut sei, darüber war man sich bei der diesjährigen Innungsfeier der Bau-Innung Wasserburg-Ebersberg vergangenen Freitag in Oberndorf einige. Ein Umsatzplus von 8,7 Prozent auf 137,5 Milliarden Euro im Jahr 2019 belegt dies sehr anschaulich. Als „Konjunkturmotive Nummer eins“ bezeichnete Obermeister Martin Schmid die Bauwirtschaft. Auch in den nächsten Jahren werde sich dieser positive Trend fortsetzen - doch die Politik müsse dafür anständige Rahmenbedingungen liefern, forderte Schmid „und sich nicht von den ewigen Kritikern, die Wachstum ablehnen und Baumaßnahmen immer kritisch gegenüberstehen, beeinflussen lassen.“ Gebaut werde schließlich immer. Der Gesetzgeber solle „sämtliche Gesetzesvorhaben vor Erlass auf ihre Auswirkungen auf die Baukosten überprüfen“ sowie „baukostensteigende Gesetzte nicht oder nur zurückhaltend umzusetzen.“ 

Er stellte klar, dass sich das Umsatzplus der Branche keinesfalls eins zu eins in den Gewinnen der Unternehmen niederschlage. Er verwies auf permanent steigende Lohnkosten und anwachsende Kosten für Material. „Bevor sich die Politik Gedanken über Kapazitätsausweitungen in der Bauwirtschaft macht, sollte man sich zunächst überlegen, wie die bestehenden Missstände abgestellt werden können,“ so Schmid. Angesprochen wurden Fehlplanungen und zunehmende Belastungen aus immer neuen bürokratischen Vorgaben und verschärftem Arbeitsschutz. „Zudem verteuern immer komplexere Regulierungen wie Energie-Effizienz, Statik, Brandschutz und Umweltgesetze das Bauen.“ Klare Worte gab´s auch zum energetischen Bauen: Wohnen und Bauen könne nur dann einigermaßen bezahlbar bleiben, wenn man bei den derzeit geltenden Standards bleibe. „Eine Studie belegt, dass die Anhebung der aktuellen Energiesparverordnung auf Effizienzhaus 40 die Bauwerkkosten um 260 Euro pro Quadratmeter verteuert.“ 

Schmid kritisierte außerdem die gegenwärtige Sicht auf das Baumaterial. Im Rahmen der Klimadiskussion werde Holz inzwischen als Non plus Ultra begriffen. Dies sollte differenzierter betrachtet werden, denn einerseits hätten vermeintliche Holzgebäude – häufig in Holzständer-Bauweise erstellt - oftmals nur einen geringen Holzanteil, zum anderen spiele die Lebensdauer der Gebäude und lange Transportwege eine entscheidende Rolle. „Der Freistaat sollte sich baustoffneutral verhalten. Eine Subvention des Holzbaus, wie sie beispielsweise in München praktiziert wird, ist nicht richtig.“ Grundsätzlich habe jeder Baustoff Vor- und Nachteile. Viel Lob gab es für die eigene Branche – und große Freude darüber, dass die Meisterpflicht nach 15 Jahren wieder eingeführt wurde, denn der Meisterbrief sei ein Qualitätssiegel auch bei Fliesenleger, Estrichleger und Beton- und Werksteinhersteller.Kees

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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