Interview

Was macht eigentlich ... Angelika Obermayr?

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Seit März diesen Jahres ist Angelika Obermayr nicht mehr Bürgermeisterin von Grafing. Was sie jetzt so treibt, was sie bewegt, hat sie uns im Interview verraten. 

Angelika Obermayr war von 2014 bis Anfang 2020 Bürgermeisterin in Grafing. Dann wurde sie abgewählt. Die politischen Ämter hat die 61-Jährige nicht ganz abgelegt. Seit Anfang Mai ist sie Kreisrätin. Was sie genau macht, wie die die Zukunft von Angelika Obermayr aussehen wird, lesen Sie im Interview, welches wir mit ihr bereits im Juli führten.

Was macht eigentlich.....Angelika Obermayr Obermayr: 

Die lässt es sich gut gehen! Ich gehe positiv aus dem Job der Bürgermeisterin raus, mit gutem Gewissen. Ich habe einen Wahlkampf gemacht, ohne zurückgeschlagen zu haben und freue ich mich auf die Zeit, die für mich jetzt kommt. Ich genieße die Zeit bewusst, um mich neu zu sortieren, hole all den versäumten Schlaf der letzten sechs Jahre nach und auch all die privaten Aktivitäten, die mir die letzten Jahre nicht möglich waren. 

Was haben Sie zum Beispiel gestern gemacht? 

Gestern machten wir eine Radtour zur Tregler-Alm und obwohl es Wochenende war, waren Gott sei Dank nicht ganz soviel Leute unterwegs. 

Wie haben Sie den Corona Lock Down erlebt? 

Corona ist dramatisch. Den privaten Lockdown allerdings habe ich als relativ angenehm empfunden. Ich war nur mit meinem Mann zusammen, das war erholsam, war jeden Tag zu Hause, was ich so auch nicht kenne aus der politisch aktiven Zeit. Natürlich fehlten mir die Kontakte zu anderen, insbesondere zu meinen Töchtern und unserem Freundeskreis. Die Schwiegermutter grüßten wir nur über den Gartenzaun. Grundsätzlich war das für uns mit Haus und Garten eine privilegierte Situation, das ist mir durchaus bewusst. Das haben nicht alle Leute. 

Welchen wirtschaftlichen Blick haben Sie auf diese Zeit? 

Der ist ganz bedeutend. Diese Zeit jetzt wird leider viele Einzelhändler, die ja so wichtig für eine Stadt sind, verschwinden lassen. Der Großteil wird zwar überleben, aber unter schweren Bedingungen. Die Großen wird es weniger treffen, die werden gut überleben und sich schnell erholen. 

Was denken Sie, was sich vor Ort in Grafing verändern wird? 

Ich sehe das Wirtschaftsgeschehen natürlich mehr durch die lokale Brille. Ganz wichtig war mir in meiner Amtszeit als Bürgermeisterin, eine eigene Stelle zur Wirtschaftsförderung zu schaffen. Ich musste viel kämpfen, um eine Stelle durchzubekommen. Es braucht jemanden, der vor Ort für die Händler und für das Gewerbe kämpft und diese auch mit ihren Sorgen und Nöten betreut. Vor allem in der Corona-Zeit war das wichtig und hat auch gut geklappt. 

Welchen Blick haben Sie für sich in die Zukunft?

Ich nehme mir jetzt noch eine Auszeit von wenigen Monaten, stecke meine beruflichen Fühler aus und überlege mir gut, was ich die nächsten Jahre tun möchte. Ich war lange Jahre in Verlagen tätig mit Schwerpunkt Pharmazie, hab viel Ahnung von Lokalpolitik und in diesem Spannungsfeld wird sich doch etwas finden lassen für mich.

 Und nun noch drei ganz allgemeine Fragen: Was ist Ihnen im Leben wichtig? 

Meine Familie, meine Freunde und eine Arbeit, die ich gern mache. Das ist Luxus, das ist dann kein Arbeiten mehr. 

Wie beschreiben Sie sich? 

Authentisch und pragmatisch. Ich kann mich überhaupt nicht verstellen und ecke dadurch manches Mal an. So ist man aber auch, wenn man keine Rolle spielt, enorm angreifbar. 

Was können Sie nicht ausstehen? 

Oh viel! Wenn jemand zum Beispiel nicht zuhört. Und wenn jemand überzogene Forderungen stellt. Genauer ausgedrückt meine ich damit, Forderungen zu stellen, ohne auf den anderen zu achten, keine Rücksicht auf andere damit zu nehmen.

Können Sie ein Beispiel nennen? 

Ein Beispiel aus der Politik: Da werden Wohnungen gebaut und viele sind gegen dieses Baugebiet, die Anwohner zum Beispiel. Es gilt doch auch ein Verständnis für die andere Seite zu entwickeln, für die Menschen, die nicht in Haus und Garten wohnen, die einfach eine Wohnung brauchen. Das ist wohl ein Phänomen der letzten Jahrzehnte, diese Art der Selbstbezogenheit. tt

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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