Die Bienen brauchen Unterstützung

Das Jahr der Biene

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Möchte ein neues Bewusstsein in den Landkreis bringen: Johann Taschner von der unteren Naturschutzbehörde.

Um den wertvollen Insekten zu helfen, ruft das Landratsamt Ebersberg für 2018 das Jahr der Biene aus.

Ebersberg – Das Jahr 2018 wird ein besonderes Jahr sein in Ebersberg – das Jahr der Biene. „Die Bienen und ihre wilden Verwandten, benötigen dringend unsere Unterstützung – und wir alle können etwas dafür tun“, so umschreibt Johann Taschner von der unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Ebersberg das Projekt, welches er zusammen mit dem Landrat Robert Niedergesäß entwickelt hat. „Und im Grunde kann jeder etwas tun, auch wenn er keinen Garten hat“, erklärt der Projektleiter weiter. Übernommen hat er diesen motivierenden Satz von dem Ornithologen Peter Berthold, dessen Buch „Unsere Vögel“ im Mai diesen Jahres für einigen Aufruhr sorgte. Schildert Berthold doch dort, dass seit 1950 zwei Drittel aller Vögel aus Deutschland verschwunden sind. Aber nicht nur die Vögel schwinden, auch hat sich Schätzungen zufolge der Bestand von Insekten seit 1990 um 80 Prozent verringert. „Wenn man einen Garten hat, kann man diesen naturnah bepflanzen, bei einem Balkon ist das ebenso möglich und selbst wenn man beides nicht hat – weder Balkon noch Garten, so kann man doch sein Fensterbrett auch noch im fünften Stock so gestalten, dass zum Beispiel Bienen dort Futter finden“, führt Taschner den Gedanken des Ornithologen weiter. Was kann man also gegen diesen Insektenrückgang im Landkreis tun, beziehungsweise, wie kann man die Biene noch mehr unterstützen? So die Frage, die man sich am Landratsamt in Ebersberg stellte. Zu einem ersten Arbeitstreffen kam es schon im Juni und im November lädt das Amt zu einer zweiten Arbeitsgruppensitzung ein. Dort werden dann die Aktivitäten für dieses besondere Jahr in Zusammenarbeit mit den verschiedensten Akteuren festgelegt. Als Akteure werden vom Landratsamt vorrangig natürlich die Berufsgruppen eingeladen, die sehr nah mit der Biene „zusammenarbeiten“, wie Imker, Jäger, Landwirte, Gartenbauvereine aber auch Gemeinden und Schulen. Auch der gärtnerische Vertreter der Bürger ist mit dabei. Dies ist der Kreisfachberater des Landratsamtes und der hilft jetzt schon gerne bei Fragen des naturnahen Hausgartens, egal ob im Gemüsegarten, bei der Fassadenbegrünung oder im Obst- und Vorgarten. Taschner und seine Kollegen sind hier sehr bemüht ein neues Bewusstsein in den Landkreis zu bringen. Es macht Taschner auch ein wenig stolz, wie viel schon passiert sei. Bestes Beispiel ist der Blühstreifen mitten in der Stadt, beim Einkaufszentrum in der Nähe des Ebersberger Krankenhauses. Dort ist ein Streifen direkt neben der Straße mit Blüh- und Nektarpflanzen ausgesät worden und erfreut sich wachsender Beliebtheit, nicht nur bei den Insekten, auch wenn er nach der Blüte vielleicht nicht ganz so schön anzusehen ist. Aber das Absamen ist wichtig für die Blüte im nächsten Jahr. Laut Taschner müsse man sich von diesem überkorrekten Blick auf das öffentliche Grün verabschieden. „Aber es ist immer noch zu wenig, was wir tun“ erläutert der Fachmann aus dem Landratsamt. Sein Wunsch ist es, ein großes Netzwerk mit den verschiedenen Akteuren entstehen zu lassen. Daraus könnte irgendwann ein Selbstläufer zum Wohl der Biene werden. Auch wird Ebersberg im Zuge dieses Projektes einem Aktionsbündnis beitreten: „Deutschland summt“, deutschlandweit ausgerufen von der Stiftung Mensch und Umwelt. Die Stiftung möchte möglichst viele Städter dafür begeistern, mitzuhelfen, den Bienen vielfältige Lebensräume bereitzustellen, eine ideale Ergänzung also für das Ebersberger Vorhaben. In Grafing summt es schon jetzt. Die Stadt ist bei der Aktion mit dabei. Bald nun auch Ebersberg. Man darf gespannt sein, was sich Landrat Robert Niedergesäß und seine Mitstreiter für die Natur, die Biene und im Endeffekt auch für uns alle an Möglichkeiten einfallen lassen, um die Welt da draußen für Insekten und somit auch für die Vögel wieder ein wenig lebenswerter zu machen. Jeder kennt die Biene Maja, weiß welch feinen Honig die Biene liefert, aber es ist eben nicht nur dies wichtig. Ihre Bestäubungsleistung ist sehr hoch und nicht umsonst wird sie auf der Internetseite des Bundeslandwirtschaftsministeriums als drittwichtigstes Nutztier für die Landwirtschaft bezeichnet, neben Schwein und Rind. „Und es wäre doch traurig“, so Taschner, „wenn wir wie in China oder wie auch schon in Kalifornien beim Bestäuben unserer Obstpflanzen händisch nachhelfen müssten.“ So weit sollte es im Landkreis aber nicht kommen. Es tut sich also etwas im Landkreis.    Tretner

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