Forsting feiert

60 Jahre Schnupfclub und Maibaumaufstellen in Forsting

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Freuen sich auf Besuch hier im Maibaumstüberl (v.l.): Martin Maurer, Fritz Wurm und Vorstand Matthias Lindner.

60 Jahre Schnupfclub, Maibaumstüberl und Maibaumaufstellen – bis zum 1. Mai ist in Forsting einiges geboten.

Forsting – Wie kommt man auf die Idee, einen Schnupfclub zu gründen? Nach der Chronik des Vereins trug sich das so zu: Zwei Totengräber kehrten nach ihrer Arbeit auf dem Ebracher Friedhof wie so oft beim Forstinger Wirt ein. Nahezu zwischen jedem Schluck Bier war eine Prise Schnupftabak fällig. Einem anderen Gast fiel das auf, der wollte auch einmal schnupfen und so kamen alle ins Gespräch. Ein paar Bier später stieß noch ein weiterer dazu, der die Idee eines Schnupfclubs hatte. 

Da wurde nicht lange gefackelt, die Gründung geschah noch am selben Abend, die gesellige Besprechung zog sich bis in den frühen Morgen hin. Weitere Mitglieder stießen zum „Schnupfclub Forstinger Gmoa“ hinzu. Im November 1959 erlebten die offizielle Gründungsversammlung des Vereins 34 Mitglieder. Ein Jahr darauf zählte die Vereinigung bereits 149 Mitglieder, 1981 waren es mit 272 am meisten, derzeit sind es 166. Heute heißt der erste Vorstand Matthias Lindner, sein Stellvertreter Hans Lindner, Kassier ist Franz Blinninger und die Beisitzerinnen sind Monika Blinninger, Elfriede Kritsch und Inge Bauer. 

Die Geselligkeit spielte stets eine größere Rolle als das Schnupfen, heute noch viel mehr als früher, weiß Vorsitzender Lindner: „Die wenigsten schnupfen heute“. In der Anfangszeit boten die Club-Treffen vor allem einen Grund zum Ausgehen. Dabei gab es doch einige Höhepunkte in der Disziplin des Schnupfens, so etwa den dritten Platz in der Bayerischen Meisterschaft durch Erich Eis im Jahr 1960. Und was ist die Kunst beim Schnupfen? Bei einem Wettbewerb kommt es darauf an, in möglichst kurzer Zeit eine Menge, etwa drei Gramm, fein zerriebenen Tabak sauber in die Nase zu bekommen – ohne zu kleckern. 

Der Tabak heißt manchmal auch Schmei oder Schmalzler, weil früher Butterschmalz gegen den Staub dabei war. Vor zehn Jahren feierte der Schnupfclub noch mit einem Wettbewerb, doch heuer lege man den Schwerpunkt auf viele Besucher, ein Wettschnupfen sei eher etwas für einen kleineren Kreis, legte der Vorstand fest. Zusammen mit den Forstinger Steinbuchschützen bewacht der Schnupfclub den von der Brauerei gestifteten Maibaum, beide stellen ihn am 1. Mai um 10 Uhr auf. Bis dahin ist der im durchweg geöffneten Maibaumstüberl selber – und damit bestimmt unklaubar – untergebracht. Das befindet sich in der Festhalle der Forstinger Brauerei. 

Die Wartezeit bis zum Aufstellen verkürzen die Vereine mit einem abwechslungsreichen Programm: Am 11. April steht abends Schweinshaxnessen auf dem Programm. Am 13. April ist das Starkbierfest der Brauerei, am 14. April ab 10 Uhr gibt es einen Frühschoppen, am 15. April ein Kesselfleischessen mit Musik von der „Blech-Bagage“. Am 19. April wird für abends zum Steckerlfischessen eingeladen,, am 22. April ab 13 Uhr ist Osterbier suchen und der alte Brauch des Ostereierschiebens wird wiederbelebt, genannt Oascheim. Am 25. April ab 19 Uhr lädt der Verein zum Hendlessen ein und am 27. April findet eine Stüberlparty mit 80er und 90er Hits statt. Am Sonntag, 28. April, gedenken die Besucher beim Gottesdienst in Ebrach um 10 Uhr dem 60-jährigen Gründungsfest, ab 11 Uhr ist Mittagstisch in der Forstinger Brauereihalle, Bilder aus der Vereinsgeschichte sind dann auf der Leinwand zu sehen. Am 29. April ist Kesselfleischessen, am 30. April warten alle auf den 1. Mai und stellen das Stangerl dann um 10 Uhr auf. kg

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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