Grandioses Debut

Erster Soloauftritt von Jeremy Teigan in Ebersberg

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Jeremy Teigan bei seinem Solokonzert

Höchst empfindsam, authentisch und voller Sensibilität ist die Musik des in Ebersberg beheimatete Gitarrist Jeremy Teigan. Er spielte in der Alten Brennerie

Ebersberg – Höchst empfindsam, authentisch und voller Sensibilität ist die Musik des in Ebersberg beheimatete Gitarrist Jeremy Teigan. Vor Kurzem trat der zum allerersten Mal ganz alleine vor sein Publikum – mit einem Solokonzert in der Alten Brennerei, den Räumen des Ebersberger Kunstvereins, mitten in der derzeit dort laufenden Ausstellung. „Ich hab mich das lange nicht getraut,“ erklärt er nach dem Konzert. Doch die Furcht ist völlig unbegründet. 

Was an diesem Abend zu hören war, ließ die Ohren des Publikums spitz werden. Da stülpt einer seine Seele nach Außen, zeigt Tiefe und legt dabei noch einen begnadeten Groove an den Tag. Er braucht keinen anderen Instrumentalisten dazu, keinen Bass, kein Schlagzeug. Teigans Ausdruckskraft ist enorm. Man möchte nicht mehr aufhören, ihm zuzuhören, so elektrifiziert ist man. „Life & Death Songs“ nennt er seine Lieder, die irgendwo zwischen Blues und Country einzuordnen sind. Den Titel kennt man aus seinen anderen Konzerten. 

Natürlich ist man auch an diesem Abend an Tom Waits erinnert. Es geht um alles, was zwischen Tod und Leben liegt. Mit seinen eher schüchtern-koketten Anmoderationen gewinnt er das Publikum schnell. Doch davon ist nicht mehr zu spüren, sobald er singt und musiziert. Da ist er dann ganz bei sich und vermag sein Innerstes völlig unpathetisch nach Außen zu tragen. Schmerz, Liebe, Wahnsinn, die Frage nach dem Sinn des Lebens, alles klingt da an. Schnell geht das zahlreich erschienene Publikum mit. Man bewegt sich im Rhythmus der Musik und lässt sich entzücken, besser verzaubern von einer Welt, die so weit weg von jeder Oberfläche ist. Hier geht es nicht um Schein, nicht um aufgesetzte Spaßmacherei. Teigan bricht weit tiefer liegende Dimensionen auf. Ein Lebensgefühl, das so häufig verschüttet scheint. Und doch findet dessen Präsenz sofortigen Anklang. Als ob wir nicht alle diese großen Gefühle und Fragen kennen. Weiter so! Bravo! Kees

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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