Jugendzentrum für Vaterstetten

Wird das alte JUZ zum neuen JUZ?

Das frühere Jugendzentrum und heutige OHA in Vaterstetten
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Das frühere Jugendzentrum und heutige OHA könnte in ein paar Jahren wieder zum JUZ werden.

Vaterstetten soll wieder ein Jugendzentrum kriegen. Zunächst nur als Provisorium, langfristig könnte es zurück ins frühere JUZ-Gebäude gehen.

Vaterstetten – „Wir brauchen ein JUZ!“ Dieser Hilferuf der Vaterstettener Jugendlichen hallt schon seit ein paar Jahren durch die Gemeinde. Nachdem 2013 das alte JUZ an der Johann-Sebastian-Bach-Straße geschlossen und das Gebäude vom Träger Arbeiterwohlfahrt als Offenes Haus (OHA) genutzt wird, fühlen sich die Jugendlichen in der Gemeinde ausgeschlossen und ungeliebt.

Vergangenen Herbst trat erneut eine Gruppe von rund 25 jungen Leuten an Bürgermeister Leonhard Spitzauer (CSU) heran. „Wir benötigen für uns und unsere Nachfolger eine Einrichtung, in der wir leben dürfen.“ Weil sie keinen Aufenthaltsort hätten, an dem sie akzeptiert seien, würden sie überall nur als Unruhestifter angesehen, so die Klage. Zusammen mit der Gemeindeverwaltung wurden einige Ideen durchgespielt, doch letztendlich waren Bauwagen oder Container keine befriedigende Lösung. „Das größte Problem waren immer die Sanitäranlagen“, erklärt Jugendpflegerin Martha Golombek. Bei der Begutachtung möglicher Standorte fiel der Fokus schnell auf das Gebäude der alten, leerstehenden Mittelschule an der Johann-Strauß-Straße. Es ist von Baldham und Vaterstetten gleichgut erreichbar, ist Kindern und Jugendlichen bereits bekannt, ist für die Nachbarschaft ein „akzeptierter Jugendstandort“, bietet Platz für mehrere Jugendgruppen gleichzeitig, hat mit der Aula einen großen Raum für Partys und Veranstaltungen, verfügt über entsprechende Außenflächen, niemand wird verdrängt oder gestört.

Das Allerwichtigste: Man könnte hier einen provisorischen Jugendtreff relativ unkompliziert und kostengünstig umsetzen. Damit ein klarer Favorit der Jugendlichen. Genutzt werden soll nur ein Teil des Erdgeschosses. Über den bisherigen Haupteingang geht es in die 145 Quadratmeter große Aula, die künftig zum Jugendraum werden soll. Das frühere Rektorat, Sekretariat und Lehrerzimmer sollen zu Jugendbüro und Gruppenraum umgewandelt werden, die vorhandene Küchenzeile wird aufgewertet. Eine Trockenbauwand trennt das restliche Gebäude ab. Eine erste Kalkulation spricht von Kosten in Höhe von etwa 45.000 Euro für die notwendigen Umrüstungen und Maßnahmen. Die Jugendlichen wollen sich auf jeden Fall miteinbringen, betont Golombek. So wollen sie beim Ausräumen der alten Schulmöbel helfen, die dort derzeit rumstehen. Man sei sehr glücklich, dass nun doch so schnell eine Lösung gefunden wurde, berichtet die Jugendpflegerin. Die jungen Leute haben sich bereits in einem Verein organisiert, mit dem sie auch die Selbstverwaltung des JUZ-Provisoriums übernehmen wollen. Nun hofft man, bereits im Juni/Juli mit dem offenen Treff starten zu können. Als Zielgruppe sind hauptsächlich für Ü16-Jährigen bis zum Alter von etwa 25 Jahren anvisiert.

Doch ein Provisorium ist zeitlich begrenzt, das weiß auch Martha Golombek. „Wir müssen auch eine Langzeitperspektive für die Jugend finden.“ Dass das alte JUZ auch wieder zum neuen JUZ werden soll, wollten die Gemeinderäte auf ihrer jüngsten Sitzung nicht ganz so deutlich beschließen und wählten deshalb eine etwas neutralere Formulierung nach einer langfristigen Lösung. Zur kleinen Enttäuschung der Jugendlichen. Dennoch wird die Idee mit dem früheren JUZ im Rathaus offenbar bereits diskutiert. Schließlich gibt es kaum andere Möglichkeiten für ein Jugendzentrum im Gemeindegebiet. Fürs OHA könnten sich wohl Synergien mit einer weiteren Sozialeinrichtung ergeben, die in ein Gebäude im Neubaugebiet Vaterstetten-Nordwest angesiedelt werden soll. Damit wäre ein Umzug dorthin durchaus sinnvoll. Allerdings ist dieses Vorhaben derzeit noch nicht spruchreif. ick 

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