Der Abi-Abschluss in Zeiten von Corona

Landkreis Ebersberg: Abi-Reden im Live-Stream

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Am 17. Juli finden die Abitur-Feiern statt. Wegen der Infektionsschutz-Regeln gestalten die drei Gymnasien im Landkreis Ebersberg sie etwas anders. Einfach verzichten ist für die Schulen keine Option.

Landkreis – Die Abitur-Feier ist Höhepunkt und Abschluss eines langen, oft mühevollen Wegs. Und für jeden, der sie erlebt hat, eine bleibende Erinnerung. Doch in diesem Jahr können die glanzvollen Abschlussfeste nicht im üblichen Rahmen stattfinden. Laut aktueller Infektionsschutzmaßnahmenverordnung sind die Teilnehmerzahlen von Schulabschlussfeiern mit bis zu 50 Personen in geschlossenen Räumen und bis zu 100 Teilnehmern unter freiem Himmel gestattet, wenn der Veranstalter ein Schutz- und Hygienekonzept ausgearbeitet hat. Andererseits sind Schulveranstaltungen ohne Obergrenze zulässig, wenn durch geeignete Maßnahmen sichergestellt ist, dass zwischen allen Beteiligten grundsätzlich ein Mindestabstand von 1,50 Meter eingehalten wird. 

Das Gymnasium Kirchseeon hält sich an die erste Auflage. „Wir machen acht bis neun Gruppen à 15 Schülern, dazu je zwei Begleitpersonen“, erklärt der stellvertretende Schulleiter Ernst Peller. In enger Abstimmung mit den Schülern mache man sich schon seit Wochen Gedanken, wie die Feier für die 130 Abiturienten gestaltet werden soll. Die hätten es schließlich nicht leicht gehabt, so Peller. „Keine große Fete, kein Streich, da wollten wir denen entgegenkommen, soweit es geht.“ Der große Wunsch: Ein Ablauf wie in den letzten Jahren. „Bei uns geht es immer bei Musik die Wendeltreppe runter und durch einen rosengeschmückten Bogen zur Zeugnisverleihung.“ So soll auch diesmal. Die großen Reden von Schulleitung, Elternbeirat und Landrat gibt es als Aufzeichnung im Videostream. „Um 11 Uhr kriegen alle den Link und können sich das anschauen.“ Über einen Bildschirm kommt diesmal übrigens auch der Abistreich. „Statt einem Scherz vor Ort haben die Schüler ein Video gedreht, das während der ganzen Zeit in der Turnhalle läuft.“ 

Technik wird auch am Max-Mannheimer-Gymnasium in Grafing eingesetzt. „Wir haben einen professionellen Videostreamingdienst engagiert“, verrät Oberstufenbetreuer Marc Schuster. Man habe sich viele Gedanken gemacht über einen würdevollen Abschied für die Schüler. Deshalb die Absage an eine Veranstaltung auf dem Sportplatz. „Wir werden wieder in der Stadthalle feiern.“ Allerdings in zwei Gruppen. Noch einen Preis müssen die 123 Grafinger Abiturienten zahlen: Eltern und Verwandtschaft müssen draußen bleiben. Sie bekommen die Zeugnisverleihung als Live-Stream nach Hause. Auch für die Zeugnisvergabe und die üblichen Ehrungen haben die Grafinger ein ausgeklügeltes Konzept. Die Reden von Schülervertretern, Schulleitung und Elternbeirat werden doppelt gehalten, „aber ein bisschen kürzer“. Grußworte von Gästen gibt es nicht. „Vielleicht kommt noch eine Videobotschaft.“ Statt gemeinschaftlichem Gottesdienst gibt es eine Feldversion mit drei Stationen, betreut von den Religionslehrern, an denen jeweils 20 Personen stehen können. Logistik und Datenschutz seien aufwändig. „Unser primäres Ziel ist die Gesundheit, dann erst der feierliche Rahmen“, betont Schuster. 

Beim Vaterstettener Humboldt-Gymnasium wird die Verabschiedung des diesjährigen Abiturjahrgangs wieder in der Turnhalle gefeiert. Doch die Zahl der Teilnehmer wird begrenzt. „Der Jahrgang mit 195 Abiturienten wird in drei Gruppen aufgeteilt und jeder Abiturient darf ausschließlich die eigenen Eltern oder zwei weitere Personen aus dem gemeinsamen Haushalt mitbringen“, so Schulleiter Rüdiger Modell. Der Rahmen soll so festlich wie möglich sein, allerdings wird auf Musik und Bewirtung verzichtet. Alles so knapp wie möglich, um das Risiko einer Ansteckung zu vermeiden, so Modell. Die Reden von Schülern, Schulleitung, Elternbeirat, Landrat und Bürgermeister sind tatsächlich für jede Gruppe eingeplant. „Wir haben auch die Möglichkeit einer Videobotschaft eröffnet, aber keine Rückmeldung erhalten.“ Der Schulleiter rechnet mit fünf Stunden, bis der letzte sein Zeugnis in den Händen hält. die

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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