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Katharinas Ghana-Tagebuch

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Die Grafingerin Katharina Otten wird für ein Jahr in einem Waisenhaus in Ghana arbeiten. Bei uns schreibt die 20-Jährige über Ihre Erlebnisse, ihre Gefühle und ihre Arbeit

Das Orientierungsseminar 

Am 3. September hat uns die weltwärts-Freiwilligen in Ghana empfangen. Mit unseren Mentoren und den verantwortlichen Personen der ghanaischen Partnerorganisation ARA starten wir ein fünftägiges Orientierungsseminar im ARA-Haus in Accra. Wir behandeln Themen wie die Geschichte Ghanas, die „Do‘s & Don‘t s“ in der Gesellschaft, unsere Aufgaben in den Einsatzstellen und besprechen das Verhalten in den Gastfamilien. 

Der Weg zu den Einsatzstellen 

Nach fünf Tagen packt jeder wieder seine Koffer. Mit mir fährt Esther in Richtung Begoro, der östlichen Region von Ghana. Die Fahrt entpuppt sich als ein aufregendes Abenteuer. Aufgrund des vielen Regens werden die Straßen zu richtigen Flüssen.Alle Autos und LKWs können sich nur langsam hindurch bewegen. Als wir im strömenden Regen an unserem Ziel, dem Gelände des Waisenhauses und der Schule ankommen, laufen uns schon viele Kinder entgegen und überwältigen uns mit einem Wortschwall. Es dauert nicht lange bis Esther und ich jeweils schon ein Kind auf dem Arm halten. Besser kann ein Empfang nicht sein.

Der Alltag

 Der Wecker klingelt um 5:45 Uhr. Auf dem Weg des Badehauses sammeln wir die kleinen Jungs ein, die alle von uns geduscht werden. Geduscht wird hier mit Eimern und einem landesüblichen Schwamm, mit dem man die Haut richtig abschrubben kann. Wenn die Jungs fertig angezogen in ihrer Schuluniform auf das Frühstück warten, kümmern wir uns noch um zwei kleine Mädchen. Sobald auch sie fertig sind, beaufsichtigen Esther und ich die vorschulischen Aufgaben der älteren Schüler. Dazu gehören: Laub aufsammeln, Küchendienst, Räume fegen, Wäsche ab- oder aufhängen, wischen, Abwasserrinne reinigen und vieles mehr. Gegen halb 8 gibt es meistens Frühstück. Die Schule startet gegen 8 Uhr. Vor der ersten Unterrichtsstunde gibt es eine sogenannte „Assembly“. Dort stellen sich alle Schüler nach Klassen, Größe und Geschlecht auf. Sie beten und singen die Nationalhymne und „marschieren“ anschließend in ihre Klassenzimmer. Je nach Wochentag, haben Esther und ich danach etwas Zeit für uns, sortieren und verräumen die Wäsche oder unterrichten. Seit der zweiten Woche übernehmen wir den Kunstunterricht.

Darüber hinaus unterstütze ich einen Lehrer in seinen IT- Klassen. Nach dem Läuten der Schulglocke, was per Hand geschieht, findet vor dem Schulgebäude das „Closing“ statt. Lehrer und Schüler versammeln sich in der gleichen Anordnung wie am Morgen. Sobald das Schlusswort gefallen ist, stürmen die Kinder in alle Richtungen. Während „unsere“ Kinder sich schnell umziehen und spielen gehen, laufen die Anderen in kleinen oder großen Grüppchen nach Hause. Am Nachmittag stehen wieder Hausarbeiten an, die von uns beaufsichtigt werden. Ansonsten lassen wir uns gerne Aktivitäten für den Nachmittag einfallen und gegen Abend werden die Kleinsten wieder gewaschen. Es ist sehr wichtig, dass die Kinder zweimal am Tag duschen, damit sie nicht krank werden. Sobald das Abendessen fertig ist, gibt es noch eine warme Mahlzeit für alle, bevor es anschließend zur „Prep- time“ über geht. Prep- time nennt sich die Zeit, in der die Kinder ihre Hausaufgaben machen und lernen. Auch in dieser Zeit unterstützen und beaufsichtigen wir die Kinder. Oftmals kommen auch Schüler aus der Stadt nochmal zur Schule und schließen sich der Prep- Time an. Nach der Prep- Time (gegen halb 20:30 Uhr) schlafen die Kleinsten oftmals schon auf unseren Armen ein. Ich, bin meistens vom Tag so erledigt dass ich nur noch ins Bett fallen kann. 

Liebe Leser: Jede Erzählung und Erfahrung wurden von mir, Katharina Otten, gemacht und aus einer subjektiven Perspektive aufgeschrieben. Bitte respektieren Sie, dass man aus meinen Texten keine Verallgemeinerung schließen kann Für Fragen oder weiter Informationen können Sie sich gerne jederzeit an meine E-Mail Adresse wenden: katharina.otten@gmx.de

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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