Aus dem Vaterstettener Gemeinderat

Kein Weihnachtsdorf für Vaterstetten

Weihnachtsdorf in Vaterstetten
+
So wie in früheren Jahren wird der Vaterstettener Christkindlmarkt in diesem Jahr sicher nicht aussehen. Ein Weihnachtsdorf wird es aber auch nicht.

Idee eines Profi-Ausstellers fällt im Gemeinderat durch: Konzept zu unausgegoren

Vaterstetten - Vergangenes Jahr musste der Christkindlmarkt pandemiebedingt abgesagt werden. Ob und wie es in diesem Jahr einen Christkindlmarkt geben wird, „wissen wir selbst noch nicht“, sagt Bürgermeister Leonhard Spitzauer (CSU). Es sei unheimlich schwer, Veranstaltungen zu planen. Umso überraschender das Angebot eines Vaterstetteners, der nach eigenen Angaben aus dem Ausstellungsbranche kommt und eine neue Form von Weihnachtsmarkt auf dem Vaterstettener Volkfestplatz organisieren will: Ein Weihnachtsdorf mit rund 100 Ausstellern, das jeweils von Donnerstag bis Sonntag zwischen dem 25.November und 24. Dezember bespielt wird.

Vaterstetten habe durch Woll-, Töpfer- und Mittelaltermarkt einen guten Ruf bei Ausstellern und Besuchern weit über die Region hinaus, argumentierte Stephan Keßler auf der jüngsten Gemeinderatssitzung. Ein neuer Markt habe für die Gemeinde durchaus Vorteile. Zum einen würden Tagestouristen Umsätze mitbringen, zum anderen wäre es ein Imagegewinn für Vaterstetten. „Die Leute sind hungrig, die Weihnachtsmärkte 2021 werden sicher laufen“, prophezeite Keßler.

Seine Kompetenz für eine derartige Organisation versuchte er durch hochrangige Referenzen zu belegen: So habe er 1995/96 die Antenne-Bayern-Sommerfeste, später acht Shows von der RTL-Show „The Dome“ organisiert und gestalte viele Weihnachtsmärkte von Berlin bis Salzburg, aber auch in Prag und den „London Winter“ im Hyde-Park. „Ich weiß, wie Märkte funktionieren und wie man sie plant.“

Sie sei seit 30 Jahren im Messewesen unterwegs, aber Keßler sei ihr noch nie über den Weg gelaufen, wunderte sich Cordula Koch (SPD). Auch andere Gemeinderäte hatten bei ihrer Recherche kaum etwas über den Veranstalter gefunden. „Nur immer einen Lederstand“, so Axel Weingärtner (Grüne).

Das vorgestellte Konzept sei bei weitem nicht beschlussreif, kritisierte Vize-Bürgermeisterin Maria Wirnitzer (SPD). „Ich habe kein Vertrauen in die Idee, das ist kein ausgereiftes Konzept, mir fehlen Größe, Umsatzprognose und vieles mehr“, pflichtete ihr Christl Mitterer (CSU) bei. Solche ein Weihnachtsdorf lebe von einer schönen Kulisse. „Wir haben keine schönen Orte, hier ist es einfach nur zugig.“

Zudem sei „ein großer Event, wo die Leute durchgeschleust werden“, nicht das, was sie sich vom Christkindlmarkt erwarte. „Hier trifft man sich mit Freunden und Bekannten, das war immer sehr schön“, meinte auch Wirnitzer. „Ob wir dieses Konzept einfach wegwerfen sollen?“ Der Markt wandle sich so „von familiär zu überregional“. Das könne auch ein Verkehrsproblem wie beim Töpfermarkt auslösen, warf Koch ein.

Da half nicht mal das Argument des Bürgermeisters, die Aussteller aus der Gemeinde hätten lieber eine Veranstaltung, auf der sich was rühre und man ein Geschäft machen könne. Gerade mal drei Gemeinderäte votierten am Ende für das Weihnachtsdorf-Konzept. „Normal ist man begeistert“, so Keßler deutlich verschnupft. die

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Bauchwand- und Leistenbrüche nicht unterschätzen!
Ebersberg
Bauchwand- und Leistenbrüche nicht unterschätzen!
Bauchwand- und Leistenbrüche nicht unterschätzen!
Movimento sucht Nachwuchs
Ebersberg
Movimento sucht Nachwuchs
Movimento sucht Nachwuchs
Flohmarkt beim KatzenTRaum
Ebersberg
Flohmarkt beim KatzenTRaum
Flohmarkt beim KatzenTRaum
Die Steinhöringer Tafel hat wieder geöffnet
Ebersberg
Die Steinhöringer Tafel hat wieder geöffnet
Die Steinhöringer Tafel hat wieder geöffnet

Kommentare