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Keine Unterkunft in der Mühlenstraße

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Nach dem offensichtlichen Willen vieler Anlieger bleibt die Bebauung der an der Mühlenstraße derzeit unverändert. © hr

Die Firma Rothmoser zieht den Bauantrag für eine Asylbewerberunterkunft in der Mühlenstraße zurück.

Grafing – – Am Dienstagabend war der Besucherandrang zur Bauausschusssitzung derart, dass selbst der Seitenflügel im Sitzungsaal des Rathauses geöffnet werden musste. Beifallsbekundungen gab das Publikum für den Rückzug des Rothmoser‘schen Bauantrages für eine Asylbewerberunterkunft an der Mühlenstraße im Atteltal. Heftige Kritik äußerte eine Bürgerin, die sich und ihre Kinder gefährdet sah, wenn das Asylbewerberhaus in der Glonner Straße am neuen Bauhof realisiert werde. Da Bürgermeisterin Angelika Obermayr konform zur Gemeindeordnung ihr kein Rederecht einräumte, verließ die Grafingerin den Sitzungssaal. Die Zeit drängt, rund 330 Asylbewerber sollte Grafing dieses Jahr aufnehmen können, wenn der sogenannte Königsteiner Verteilungsschlüssel auch auf die Landkreisgemeinden angewendet werden wird. „Wir haben 120 Plätze für Asylbewerber“, erklärte Obermayr und machte keinen Hehl daraus, dass sowohl das geplante Haus an der Glonner Straße und an der Mühlenstraße für die noch kommenden rund 200 Asylbewerber eine gangbare Lösung wäre. Trotzt des „geplatzten Mietvertrags“ zwischen dem möglichen Investor und der Regierung von Oberbayern steht der Bauantrag in der Glonner Straße 43 südlich des künftigen Bauhofs der Stadt Grafing. Etwa 56 x 10,5 Meter beträgt der Grundriss für die Asylbewerberunterkunft. Mit drei Stockwerken ist die maximale Größe des dort möglichen Gebäudekomplexes ausgereizt. Etwa 170 bis maximal 217 Bewohner könnten nach Fertigstellung dort einziehen. Notwendig wurde diese quasi-Ersatz-Planung, da ein Bauwerber eine Asylbewerberunterkunft im Gewerbegebiet Schammach I beantragt hatte. Schammach soll jedoch reines Gewerbegebiet sein, um notwendige Gewerbesteuereinnahmen für die Stadt generieren zu können. Gleiches gilt für das direkt angrenzende Gewerbegebiet Schammach II. „Wir haben viel Geld dafür gezahlt“, begründete Obermayr die Motivation, Schammach allein für Gewerbebetriebe vorzuhalten. Da man diesbezüglich mehrere Bauanträge erhalte habe, befürchtete die Stadtverwaltung, dass so eine Ghettobildung entstehe und diese die Integration massiv erschwere. Obermayr räumte ein, dass der Baukörper aktuell durchaus noch „einer Kaserne ähnelt“ und verwies auf die gestalterische Möglichkeit bei der Baudurchführung. Mit einem größeren Baukomplex sah Obermayr den „Druck von der Stadt genommen“, anderen Planungen zustimmen zu müssen und die Chance, ebenso dezentrale Unterbringungsmöglichkeiten zu finden. Das Einvernehmen erfolgte einstimmig. Ein Beschluss war zum Bauantrag für die Asylbewerberunterkunft in der Mühlenstraße nicht notwendig, weil der Bauwerber diesen zurückgezogen hatte. Hierbei hätte ein 33 x 10 Meter großes zweistöckiges Gebäude mit Pultdach für 48 Asylbewerber in Zwei-Bett-Wohneinheiten errichtet werden sollen. Anwohner waren schon Tage vor der Sitzung bei Obermayr vorstellig geworden, um sich gegen die Unterkunft zu wehren. Das Ende des Tagesordnungspunktes wurde seitens vieler Sitzungsbesucher mit Applaus bedacht. ar

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