„Wie ein gallisches Dorf“

Zorneding wehrt sich gegen Kiesabbau

die Kiesgrube in Zorneding wo Kiesabbau betrieben wird
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Die Kiesgrube in Zorneding

Klartext bei der Gemeinderatssitzung in Zorneding: Der weitere Kiesabbau werde nicht verhindert werden können

Zorneding – „Wir wollen das nicht.“ Klartext bei der jüngsten Gemeinderatssitzung zum Thema Kiesabbau. Geäußert von der Rätin Giulia Hillebrand (Grüne), die sich in der Diskussion zu Konzentrationsflächen für Kiesabbau ebenso wie ihre Ratsmitglieder äußerst überrascht zeigte, wie viel Potential es auf Gemeindegebiet geben würde.

Zuvor hatte Manfred Dörr vom Planungsverband Wirtschaftsraum München seine Analysen präsentiert. In Zorneding wurde schon reichlich gebaggert und abgeschöpft, viel mehr als im benachbarten Kirchseeon. Und weil dies auf Wunsch der Firmen auch so bleiben soll, suchten Bürgermeister Piet Mayr und der Rat an diesem Abend verzweifelt nach Wegen, um den Kiesbaggern zu entgehen.

„Wir sind ja umzingelt wie das gallische Dorf“, sagt Bürgermeister Piet Mayr

Schwierig, denn ein kategorisches „Nein!“ ist quasi nicht erlaubt: Rohstoffabbau ist laut Baugesetzgebung ein „privilegiertes“ - also vorrangig erlaubtes – Vorhaben. Und sollte es keine Konzentrationsflächen, also von der Gemeinde bestimmte Flurnummern, geben, dann wäre Kies- und Sandabbau sogar „grundsätzlich überall im Gemeindegebiet zulässig“. Argumente dagegen: Wohngebiet, Naturschutzbiotop, verkehrliche Erschließung nicht gegeben, Abstand zu Wohngebäuden oder Hochspannungsleitungen.

Einziger Ausweg: Zeit gewinnen

Der Planungsverband hatte bei seiner Präsentation abschließend „abbauwürdige und grundsätzlich geeignete Flächen“ parat: Und da musste Piet Mayr trotz geschocktem Frosch im Hals laut lachend kommentieren: „Wir sind ja umzingelt wie das gallische Dorf!“

Einziger Ausweg: Zeit gewinnen, weiter an einem Grundlagenkonzept arbeiten, das unvermeidlich geeignete Abbauflächen festlegt. Man sollte sich keine allzu große Hoffnungen auf Nichtabbau machen, so Dörr: Hier seien die Gerichte streng. Besser, zumindest an bereits bestehenden Kiesgruben Erweiterungen zu genehmigen, anstatt alles verhindern zu wollen. Glonn hätte diesen Weg gewählt. Abschließend stimmte man dafür, Bauanträge beim Landratsamt zurückzustellen, die dem Grundlagenkonzept nicht entsprächen. osw

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