Kinderbetreuung in Grafing

Planung ohne Ende?

Eine Glühbirne auf einem Haufen Euro-Münzen
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Aktuell werden für das Kinderzentrum in Grafing Förderbeiträge geprüft

Seit 2012 wird in Grafing das Kinderzentrum am Stadion diskutiert. Und es ist noch kein Ende in Sicht. Aktuell werden die Förderbeiträge geprüft. Die Grünen setzen auf den Aufbau eines Waldhortes

Grafing – Die förderfähigen Kosten zur Errichtung von Kindertagesstätten werden aktuell noch zweifach erstattet. Grafing braucht Kinderbetreuungsplätze insbesondere im Hortbereich – und eigentlich war man sich sicher: nach der letzten abgespeckten Variante müsse man nur den kleineren Teil der gut acht Millionen Euro Baukosten für das Kinderzentrum am Stadion tragen. Doch nach dem Zuschussbescheid vom Januar soll Grafing gerade einmal rund 2,7 Millionen Euro erhalten und gut 5,3 Millionen Euro des KIZs selbst tragen. Seit 2012 wird um das Projekt an der Forellenstraße, das inzwischen Kinderzentrum am Stadion (KIZ) genannt wird, debattiert. Von der Stadt als große Einrichtung gedacht, ließ sich dafür aber kein Betriebsträger finden.

Mit den Jahren wurde das Projekt kleiner und schließlich mit sechs Gruppen beschlossen, wonach ein Träger den Betrieb übernehmen wollte. Der Gürtel für das Wunsch-KIZ wurde enger geschnallt und man einigte sich, bei der Gesamt-Investitionssumme an der acht vor dem Komma festzuhalten. Man plante mit einen Doppel-Zuschuss. Zum einen sind laut dem Bayerischen Finanzministerium im Rahmen des Art. 10 BayFAG öffentliche Schulen sowie Kindertageseinrichtungen (Kinderkrippen, Kindergärten, Horte und Häuser für Kinder) förderfähig. Für letztere liegen gemäß der 7. Änderung am 1. Januar 2020 genau 4.888 Euro pro Quadratmeter zuweisungsfähiger Nutzungsfläche bereit. Zum anderen setzte man in Grafing auf das am 17. Juni 2020 beschlossene Bundes-Konjunkturpaket, mit dem der Kindertagesstätten-Ausbau mit einer Milliarde Euro in den Jahren 2020 und 2021 bundesweit gefördert werden soll, was in Grafing die Bezuschussung pro Quadrat erheblich hätte erhöhen sollen. Neben der Recherche, ob und wie die Zuschuss-Richtlinien bei dem KIZ-Projekt angewendet wurden, machte man sich weitere Gedanken wie insbesondere die Hortkinder untergebracht werden können. So könne man unter Umständen die Mittagsbetreuung aufstocken, erläuterte Bürgermeister Christian Bauer (CSU).

An eine Standort-Änderung für eine neue Kita denkt Bürgermeister Bauer derzeit nicht. Die grüne Stadtratsfraktion hat beantragt währenddessen, zu prüfen, ob ein Waldhort in Grafing installiert werden kann. Da „die Inbetriebnahme des Kinderhauses in der Forellenstraße wohl erst in einigen Jahren zu erwarten ist“, könne man in dem als „Wäldchen“ bekannten Areal an der Nettelkofener Straße gut einen Waldhort errichten. Das Grundstück ist im Besitz der Stadt Grafing. „Grafing braucht einen Waldhort“, betonten die Grünen. Im „Waldhort Ebersberg“, in dem bis zu 25 Kinder betreut werden, habe die Stadt Grafing zehn Plätze für Grafinger Kinder gemietet, dazu sich an den Herstellungskosten beteiligt und übernehme auch die Taxi-Beförderungskosten für die Kinder. „Bei einem eigenen Waldhort könnte Grafing diese Kosten sparen“, so die Grünen. Am 9. Februar will man entscheiden, wie das KIZ realisiert werden soll. Die Zeit drängt, denn nur bis Mitte 2021 können Zuschussanträge für die Bundesförderung gestellt werden, wie Bauer erläuterte und bei den geplanten Projekten in Grafing kann die Stadt jeden Cent brauchen. ar

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