Aus dem Kirchseeoner Marktgemeindrat

Kirchseeons Kämmerei befürchtet Virus in der Gemeindekasse

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Diszipliniert wie in einem Klassenzimmer: Gemeinderat tagt im unfertigen Sitzungssaal.

Die Corona Krise sorgt für schlechte Aussichten für den Kirchseeoner Finanzhaushalt

Kirchseeon - Es war die erste Zusammenkunft seit Ausruf des Katastrophenfalls in Bayern. Getagt wurde im noch nicht fertig sanierten Sitzungssaal. Aber nur diese Räumlichkeit erlaubte eine Distanzbestuhlung, so wie in einem Klassenzimmer. Und doch: Das Erscheinen sollte sich lohnen, denn Bürgermeister Udo Ockel nutzte den Termin, um - zwangsläufig - die Corona-Folgen für Kirchseeon zu betrachten: 

Schlechte Aussichten für den Finanzhaushalt. "Eigentlich hatten wir einen ganz seriösen Haushaltsplan zuletzt aufgestellt...", so der Rathauschef. Jedoch fallen nun erhebliche Einnahmen aus der Gewerbesteuer sowie der Einkommensteuer für 2020 weg. Laut Kämmerei könnten die vorherigen Annahmen heuer unmöglich eingehalten werden. 

Und auch bei den Kitas wird es zu erheblichen Ausfällen kommen wegen ungezahlter Gebühren. Gleiches gilt etwa für die Musikschule mit ihrem festen Personal, ebenso bei der Schulbusfirma. Für die Gemeindekasse heißt es laut Ockel: "Nix Genaues weiß man nicht. Kann sein, dass dieses Jahr eine halbe Million Euro fehlt." Dieses Defizit könne eigentlich nur mit dem Verkauf gemeindeeigener Grundstücke aufgefangen werde. Doch dies sei alles andere als erstrebenswert, so der Sitzungsleiter. Positives gab es trotz allem auch zu hören: Weil das Landratsamt Ebersberg die Wertstoffhöfe als systemrelevant einstufte, hat man in Kirchseeon immerhin Freitag und Samstag geöffnet. Die Leute haben sich an die Anweisungen gehalten und wurden gut getrennt. "Das hat gut funktioniert", freute sich Ockel. Und ein bisschen Galgenhumor gab es dann von ihm auch noch: "Wenn bei jemandem der Perso gerade abgelaufen ist, dann macht das nix. Wo will er denn auch hin?" osw

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