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Kirchseeon erhöht Kita-Gebühren – und das Defizit steigt weiter

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Von: Oliver Oswald

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Erzieherin Kinderbetreuung
Kirchseeon zahlt künftig eine Großraumzulage, um den Fachkräftemangel in Kitas entgegen zu wirken.  © AllaSerebrina

20 Euro müssen Eltern künftig für die Kinderbetreuung mehr ausgeben. Das Defizit der Marktgemeinde steigt dennoch – von aktuell 300.000 Euro auf über 470.000 Euro

Kirchseeon – Nach sechs Jahren erhöht Kirchseeon eine Gebührenerhöhung bei den Kitas. Eine solche war angesichts der finanziellen Defizite, welche die Marktgemeinde seit vielen Jahren im Bereich Finanzierung der Kinderbetreuungen belasten, mehr als überfällig. Und so werden und dürfen sich Eltern über die ab kommendem September anstehenden 20 Euro plus im Monat nach so langer Zeit wohl nicht beschweren.

Zudem es für viele Betroffene die bis dahin erste Gebührenerhöhung überhaupt sein dürfte. Hinzu kommt, dass es ohne den Dreh nach oben auch an dieser Stellschraube zukünftig kaum mehr machbar sein dürfte, den Personalmangel im Betreuungsbereich der Marktgemeinde zumindest abzubremsen.

Mit finanziellen Leckerlies sollen die dringend benötigten Mitarbeiter ins Gemeindegbiet gelockt oder zumindest dort gehalten werden. Angesichts dutzender nicht vergebener Betreuungsplätze in den örtlichen Kitas eben aufgrund fehlender Betreuung muss dies als eine unumgängliche Maßnahme ergriffen werden. So wie es andernorts, speziell im Münchner Raum, längst gang und gäbe ist, wie jüngst in der Sitzung des Marktgemeinderats angesprochen wurde. Fachkräfte von außerhalb bekommen eine Großraum- und Arbeitsmarktzulage. 500 Euro monatlich sind eher die Regel denn die Ausnahme. Erstaunlich, dass manche Träger von Betreuungseinrichtungen ein großzügiges Angebot der Marktgemeinde nicht annehmen: Zahlt an Eure Kinderbretreuer eine Großraumzulage, die Marktgemeinde übernimmt diese Mehrkosten.

Somit musste nun beschlossen werden, dass die Gemeindekasse Großraum- und Arbeitsmarktzulage zahlen wird. Zudem müssen Träger zukünftig spätestens sieben Monate nach einem Betreuungsjahr ihre Defizitrechnungen einreichen – danach entfällt der Anspruch auf Ausgleichszahlung. Letztlich wird einmal im Jahr (März) im Gemeinderat über die Anpassung der Elternbeiträge beschlossen. Aktuell knabbert Kirchseeons Haushalt an jährlichen Defizitkosten bei den Kitas mit 300.000 Euro. Abzüglich steigender Elternbeiträge (104.880 Euro), aber gleichzeitiger Mehrausgaben durch besagte Zulagen (280.000 Euro) wird Kirchseeon künftig 475.120 Euro mehr per anno ausgeben müssen. Um zumindest den mangelhaften Status quo zu erhalten – mehr nicht. Denn steigenden Fachkräftemangel bei gleichzeitig zunehmendem Betreuungsbedarf werden auch diese Maßnahmen nicht beenden.osw

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