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Kirchseeon als Vorreiter bei Energieunabhängigkeit

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Von: Oliver Oswald

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Neukrichen Kirchseeon Photovoltaik
Im Eglhartinger Ortsteil Neukirchen befindet sich neben einen Friedhof auch eine große Fläche für Photovoltaik im Freien. © osw

Licht an für Strom aus eigenen Photovoltaik (PV)-Anlagen: Die Marktgemeinde Kirchseeon geht von Null auf Hundert beim Ausbau von Solarstrom.

Kirchseeon – In der jüngsten Ratssitzung hatte Dr. Henle vom EBERwerk noch tadelnd auf die Entwicklung Kirchseeons beim Engagement für alternative Energien in den letzten 20 Jahren verwiesen. Zusammengefasst: Es ist so gut wie nichts greifbares vorzuweisen.

Umso überraschender daher der Vorstoß an diesem Abend aus der Verwaltung: Eine Fläche von 20.000 Quadratmetern soll so schnell wie möglich zur Stromquelle großen Ausmaßes umgewandelt werden. 20.000 MW/Jahr würden dann sämtliche kommunalen Liegenschaften mit dem elektronischen Saft versorgen. Zudem würden 400 Privathaushalte dort anzapfen können. Bemerkenswert an diesem Weg weisenden Vorstoß, den Bürgermeister Jan Paeplow erstaunlich bescheiden als einen „ersten Baustein“ bezeichnete, dass man in Kirchseeon laut Sachvortrag in Eigenregie einen Standort festlegte. Nebenan, in Zorneding, geht man da ganz andere Wege: Ein Planungsbüro wird beauftragt, das nach langem Abwägen vor allem ein Ergebnis liefert: Wo kann man in Zorneding nicht auf Photovoltaik bauen. In Kirchseeon hat man sich für ein Grundstück im Ortsteil Neukirchen entschieden: Eine 38.000 qm große, landwirtschaftliche Fläche ist im Eigentum des Marktes Kirchseeon, davon sind 4.000 qm an die Pfandfinder als Stammesplatz vermietet. Ein Eglhartinger Landwirt hat den Rest gepachtet. Im unteren Drittel soll eine PV-Anlage möglich werden, so wie es auch Vorgaben aus dem Landratsamt an die Kommunen vorsehen, die zur Ausweisung entsprechender Flächen aufrufen. Immerhin könnte Kirchseeon hier zwei Hektar für erneuerbare Energien aufweisen, insgesamt stehen sechs Hektar auf der Liste für die Klimaziele 2030 zur Unabhängigkeit von fossilen Energiequellen. Im Landkreis sind dafür 95 Hektar vorgesehen.

Für Kirchseeon müssten Investitionskosten von gut 1,2 Millionen Euro einberechnet werden. Bei einer Einspeisung der gewonnenen Energie ins Stromnetz wäre mit einem Erlös von 100.000 Euro jährlich zu rechnen. Angesichts der aktuellen und zukünftigen Lage bezüglich Preissteigerungen, sind höhere Erträge vorhersehbar. Zudem würden Fachleute mit einer mindestens 20-jährigen Lebensdauer rechnen. Fazit, das den anwesenden Ratsmitgliedern und verhältnismäßig vielen Besuchern gezogen wurde: „Es rechnet sich und man wird unabhängiger“. Somit sprach sich die Ratsmehrheit für einen Grundsatzbeschluss aus, dass die Neukirchner Fläche als „solares Sondergebiet“ ausgewiesen wird. Bei Verwirklichung wäre eine Treibhausgasminderung von 800 Tonnen jährlich erreichbar. osw

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