Im Windrad

Windrad bei Hamberg - Vorurteile revidiert

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Besucher mit Blick nach oben.

Der Kirchseeoner Arbeitskreis Energiewende besucht das Windrad in Hamberg. Dabei werden viele Vorurteile revidiert

Bruck – Als das Windrad bei Hamberg in der Gemeinde Bruck seine ersten Runden drehte, da war der Andrang von Besuchern gewaltig. Johann Zäuner weiß ein positives Lied davon zu singen. Denn freilich gab es in den Zeiten vor der Fertigstellung 2016 immer wieder auch Proteste und Bedenken, vor allem von außerhalb der Umgebung des Örtchens Hamberg. Besonders Vogelschützer hatten ihre Bedenken wegen Milan und Co. Bei einer Begehung wurde ein Baumfalkennest gesichtet, die Bedenken wurden lauter. „Doch dann war der Baum plötzlich weg, und natürlich wurden wir verdächtigt, zu Unrecht“, erinnert sich Johann Zäuner, Geschäftsführer der Windernergie Osterkling GmbH, bei der Besichtigung des Kirchseeoner Arbeitskreises Energiewende. 

Die 14 Besucher versuchten am Fuße des, 138 Meter hohen und aus 22 Betonringen (Gesamtgewicht 4.000 Tonnen) aufgebauten Turms die Geräusche von ganz oben, den Rotorblättern (Rotordurchmesser: 82 Meter) einzuordnen. Nur, da gibt´s wirklich nichts zu hören, von Lärm keine Spur. Die Blätter haben Einkerbungen wie die Federn einer Eule, das macht sie so leise. Wie viele getötete Vögel, Fledermäuse bisher? „Null“, so Zäuners Geschäftspartner Werner Stinauer. „Die Vögel sind nicht so blöd“, macht Landwirt Zäuner klar. 

Er hatte mit Freunden vor vielen Jahren die Idee, eine Windkraftanlage in der Umgebung aufzubauen. 2011 erfragte man bereits Gutachten für eine Genehmigung, 2012 sollte es losgehen mit dem Bau. Doch Einwände sorgten für eine jahrelange Verzögerung. Trotz aller Hindernisse gibt es auch einen erfreulichen Rückblick: Nicht die 2011 kalkulierten 4,2 Millionen Euro kostete das Projekt, sondern nur 3,7, Millionen. 

Im Inneren der Anlage sieht man nach oben in eine endlose Röhre und einen verhältnismäßig kleinen Aufzug für Wartungsarbeiten im und an der Spitze des Turm. Freilich kann der Zuständige auch auf einer schmalen Metalleiter raufklettern - angeseilt und gesichert. Und allein bei den ersten 50 Metern muss man schon mal eine Pause machen, so Zäuner schmunzelnd. 

Im Turm ist es relativ laut, alle möglichen Maschinen wie Generatoren oder Trafos sind auf Trab. Die Anlage der Osterkling GmbH - das sind 16 Bürger aus sechs Weilern in Bruck - rechnet sich, wissen Stinauer und Zäuner: Im Januar, Februar und März 2019 wurden aufgrund der stürmischen Winde bereits 50 Prozent der Energie eines durchschnittlichen Jahres erzeugt. Weil die Windkraft immer mehr an Bedeutung und notwendiger Wertschätzung erfährt, will Zäuner Dauerskeptiker davon überzeugen, dass je nach Gemeindegröße eine oder zwei Anlagen für die Stromversorgung genügen. Und Ornithologen haben die Erfahrung gemacht, dass eine Gefahr für Vögel und Fledermäuse wenn überhaupt erst bei einer Anlagengruppe von drei Stück bestehen würde.

Tipp an alle: Sich informieren und besichtigen. Das Energieforum Zorneding ist ebenso mit Zäuner & Co in Kontakt, so gibt es einen gemeinsamen Infoabend am 7. Mai ab 19.30 Uhr in der Christophorus-Kirche. osw

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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