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Kirchseeons Feuerwehr für Stromblackout vorbereitet

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Kirchseeons Bürgermeister Jan Paeplow  und Rüdiger Za
Der Grünen-Rat bei seiner letzten Sitzung © Foto: osw

Die Feuerwehren in und um Kirchseeon arbeiten gut zusammen und sind gut ausgestattet.

„Und wieder geht ein so guter Mann“, begann Kirchseeons Bürgermeister Jan Paeplow die Verabschiedung eines langjährigen Ratsmitglieds: Rüdiger Za von den Grünen erlebte am 10. Oktober seine letzte Sitzung als aktiver Marktgemeinderat sei 2014. Sieben Wochen zuvor hatte er mitgeteilt, sein Amt aus privaten Gründen niederlegen zu wollen. Der vor allem in den Themenbereichen Natur und Umwelt besonders aktive Za fiel an diesem Abend aber besonders dadurch auf, dass er sich nicht ein einziges Mal zu Wort meldete.

Das war insofern ein ganz besonderer Abend für Medienvertreter und andere, die regelmäßig im Kirchseeoner Rathaus an Sitzungen teilnehmen. Zumal es an Za´s finalem Abend auch um die Verrohrung in Osterseeon gegangen war: Niemand kannte sich in dieser Thematik besser aus als dieser Grünen-Rat. Vielleicht bremsten ihn aber doch die Emotionen anlässlich des Abschieds, der ihm nach eigenen Worten nicht unbedingt leicht gefallen war. Immerhin durfte er mit dem Wissen zu seiner Familie gehen, dass „Kirchseeon bei seiner Feuerwehr wirklich gut aufgestellt ist...“.

So nämlich hatte Paeplow sein Fazit zu den Mannschaften, ihrem Engagement und besonders deren Ausrüstung zusammengefasst. Das Wissen darüber entnahm er zuvor einem Vortrag des von der Gemeinde beauftragten Sachverständigen Alexander Diem, der anschaulich hervorhob, dass alle vier Standorte ihr Schutzgebiet innerhalb von fünf Minuten erreichen können. Dabei spielt freilich auch eine Rolle, dass manche Mannschaftsteile zwischen den Ortschaften sich gegenseitig unterstützen: Wenn also die Bucher alarmiert werden, bekommen sie bei Bedarf technische Unterstützung etwa durch die Kollegen vom Ausgangspunkt Feuerwehr Kirchseeon.
Das Ingenieurbüro Diem kam an diesem Abend nicht umhin, auf die Auswirkungen der Ukrainekrise und das Stressthema Strom zu verweisen: Für die Ortswehren Kirchseeon Dorf, Buch und Eglharting müssten noch Stromerzeuger für die Verwendung an den Gerätehäusern beschafft werden. Und in Buch sei eine Notstromeinspeisemöglichkeit zu schaffen. Alles in allem würde für derartige Hilfen im Fall eines Blackouts ein Finanzaufwand von 40.000 Euro entstehen. Eigentlich ein positives Fazit hörte Rüdiger Za zum Fahrzeugbestand der Floriansjünger durch Diem: „Geräteüberschuss“, der eben die notwendige Zusammenarbeit der vier Standorte so gut funktionieren lasse. Jedoch: Neu- oder ersatzbeschaffungen bedarf es trotzdem, wie etwa ein Löschfahrzeug für 3.000 Liter in Kirchseeon, eine Logistikeinheit in Eglharting sowie ein Mehrzweckfahrzeug eben dort.

Alle zusammen kosten aktuell knapp eine Million Euro. Wobei das, was jetzt eingeschätzt würde, aufgrund „der gesamtwirtschaftlichen Lage Deutschlands“ als genaue Kostenangabe derzeit nur äußerst eingeschränkt Gültigkeit besitzen würde. Noch brenzliger sieht es bei Lieferzeiten für die bestellte Ware aus: Zwischen zwei und drei Jahre kann das dauern – Stand: jetzt. Immerhin gibt es für die Fahrzeuge der Feuerwehr Fördergelder vom Freistaat Bayern. Doch daraus folgt dann entsprechend auch ein verlängerter Bearbeitungszeitraum. osw

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