Q&A

Kirchseeons Stimmen: Höhepunkte des Jahres

Ein Buch mit dem Titel Die Perschten von Soj
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Die Perschten von Soj

Wir haben uns in Kirchseeon umgehört: „Was war Ihr Höhepunkt im Jahr 2020?“ Hier gibt es die Antworten

Jan Peaplow, 1. Bürgermeister: Die aktuelle Lage lässt große Höhepunkte erst gar nicht zu. So musste ich viele Veranstaltungen absagen, das Vereinsleben kam in Teilen fast vollständig zum Erliegen und das gesellschaftliche Miteinander, wie wir es kannten, gab und gibt es derzeit nicht. Eine meiner ersten Amtshandlungen war die Schließung des Hallenbades und die Einschränkungen im Servicebetrieb des Rathauses. Dennoch war das letzte halbe Jahr aus meiner Sicht geprägt von vielen kleinen, unsichtbaren Erfolgen. So waren es zum großen Teil Verwaltungs- und Verfahrensabläufe und Prozesse, die ich kennengelernt habe. Dabei haben mir die Gespräche mit jedem einzelnen Mitarbeiter sehr geholfen. Es ist für mich wichtig, trotz der aktuellen Lage Weiterentwicklungen anzustoßen und den Kurs der Veränderung einzuschlagen.

Zwei Highlights hätte ich dann doch: Ich freue mich sehr, dass die Einführung meiner Bürgersprechstunde gut angenommen wird. Und ich freue mich, dass ich als Erster Bürgermeister Trauungen vornehmen darf, auch das ist für mich ein persönliches Highlight.

In diesen Zeiten kann ich über nicht viele gute Nachrichten berichten. Dennoch habe ich den Eindruck, dass Kirchseeon sich nicht unterkriegen lässt. Nach wie vor erreichen mich Hilfsangebote für ehrenamtliches Engagement, Ideen, um kreativ mit der Situation umzugehen und Spendengelder, um Bedürftigen zu helfen. Auch wenn wir jeden Euro mehr als zwei mal umdrehen müssen, bin ich davon überzeugt, dass wir die Krise gemeinsam meistern werden. Rückblickend bin ich sehr froh, dass wir es endlich geschafft haben, das neue „Haus für Kinder“ fertig zu stellen und seiner Bestimmung zu übergeben. Sanierungsarbeiten an der Grund- und Mittelschule und dem Hort können weitergehen. Die meisten geplanten Projekte aus dem Haushalt können verwirklicht werden.

Das gesellschaftliche Miteinander und das Vereinsleben machen Kirchseeon zu dem was es ist. Im letzten halben Jahr konnte nichts in der gewohnten Weise stattfinden. So mussten auch viele traditionelle Veranstaltungen wie der Perchtenlauf, das Weihnachtssingen oder die geplante 100 Jahr-Feier unseres Trachtenvereins abgesagt werden. Das Maskeum konnte nicht wie geplant eröffnen. Ebenso waren unser Bürgerfest oder unsere Märkte von Absagen betroffen. Das sind für mich die schlechtesten Nachrichten. Finanziell blicken wir auf große Einbußen in der Haushaltskasse zurück. Nur eine Haushaltssperre über Einzelprojekte sicherte unsere Liquidität.

Natalie Katholing, Senioren-/ Behindertenbeauftragte: Das „Coronahilfstelefon“, initiiert von einigen Ehrenamtlichen und mir als Koordinatorin, war ein voller Erfolg. Die Bürger konnten über meine Seniorenbeauftragtentelefonnummer täglich anrufen und wurden möglichst sofort am Telefon beraten und die Hilfeleistung organisiert. Es meldeten sich besonders in der Anfangszeit im März viele Helfer bei mir und boten verschiedenste Hilfestellungen an. Besonders gefreut hat es mich, dass sich viele junge Menschen Ü

Ü gemeldet hatten, was besonders positiv von Seiten der Senioren aufgenommen wurde. Ich konnte dann nach kurzer Zeit aus einer langen Liste an freiwilligen Helfern die Hilfe koordinieren. Es waren sogar eine Männerfußballmannschaft aus Kirchseeon dabei, einige Schüler und viele Angestellte der Kinderbetreuung der Nachbarschaftshilfe.

Ich hatte die ersten Wochen bis in den Juni hinein ständig das Handy in der Hosentasche, um möglichst immer erreichbar zu sein. Ein Verbandswechsel oder mal schnell eine Urinprobe zum Arzt fahren, gehörten dazu. Das sogenannte „Coronatelefon“ war mein ständiger Begleiter. Mittlerweile ist seit Ende August die Einkaufshilfe, wie es eigentlich hieß, wieder eingestellt. Die freiwilligen Helfer sind zum großen Teil selbst wieder eingespannt in Beruf und Schule.

An dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön und vielen Dank für die tolle Zusammenarbeit in dieser ungewöhnlichen und schwierigen Anfangszeit der Pandemie.

Karl-Heinz König, Arbeitskreis Energiewende: Der bisherige Sprecher des AK, Jan Paeplow, hat sich zu Jahresbeginn 2019 als Bürgermeisterkandidat beworben. Um die AK-Aktivitäten, welche während der Wahlkampfphase vom BM-Kandidaten nur sehr eingeschränkt begleitet werden konnten, wieder neu zu beleben, wurde ich im Mai 2020 vom neuen Bürgermeister, im Beisein der anwesenden AK-Mitglieder zum neuen Sprecher des AK vorgeschlagen und gewählt. Es ist höchste Zeit was zu tun! Die teilweise erschreckend wirkenden Ereignisse im Alltag, die der schon längstens überall erkennbare Klimawandel bereits heute mit sich bringt, werden uns mit vielen sehr problembehafteten Konsequenzen bleiben und sind sicherlich nicht durch einen Impfstoff einzudämmen.

Der AK mit seinen Mitgliedern, konnte einige interessante Infoveranstaltungen zusammen mit der Energie Agentur Ebersberg-München ins Leben rufen und begleiten. Vortragsreihen zu Wasserstofftechnik und E Mobilität sowie Filmvorführungen und Veranstaltungen, wie zum Beispiel einen Termin zur E- Mobiltät Termin in Oberpframmern, die Info-Teilnahme an den Hydrogen-Tagen in Hohenbrunn standen ebenso auf der Agenda des AK. Ein AK-Stammtisch, der neben den monatlichen Treffen eingerichtet wurde, hat guten Zuspruch erfahren und soll regelmäßig fortgeführt werden.

Wolfgang Ubelacker, Perschtenvorstand: Bereits Anfang Oktober entschied die Vorstandschaft der Kirchseeoner Perschten, die Läufe in dieser Saison auszusetzen. Nach längerer Diskussion kamen wir zu dem Entschluss, dass es unmöglich ist, für die Sicherheit der Zuschauer zu sorgen. Ein geeignetes Sicherheitskonzept wäre nur unter sehr großen Schwierigkeiten durchzusetzen. Ärger mit unseren Zuschauern wäre damit schon vorprogrammiert. Die Enttäuschung bei unseren Mitgliedern war natürlich sehr groß. Aber die Entscheidung traf auf allgemeines Verständnis. Natürlich trifft uns die Maßnahme sehr hart. Nicht nur finanziell. Doch alle Vereine mussten in diesem Jahr schwere Verluste hinnehmen. Immerhin: Das 65. Vereinsjubiläum fand bereits im Januar 2020 statt und konnte mit großem Erfolg durchgeführt werden. - osw

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