Klimawandel: Die Jugend von Grafing will Fakten wissen

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Sind im Vorstand der Jugendinitiative Grafing: David, Raphael, Keno und Sarah

Der Wetterexperte Björn Walz hält im JIG in Grafing einen Vortrag über den Klimawandel. Und was sagen die Jugendlichen dazu? Vier aus dem Vorstand der Jugendinitiative berichten von ihren Ansichten

Grafing – Die Jugendinitiative Grafing, kurz JIG, lud den Wetterexperten und Diplom-Geografen Björn Walz, selbst aus Grafing, zu einem Vortrag ein. Er beobachtet seit 35 Jahren das Wetter im Landkreis, bekannt auch durch seine wöchentliche Wetterkolumne in einer lokalen Tageszeitung. „Ich habe noch nicht so viel über das Klima hier, wie es sich direkt im Landkreis verändern wird, gehört“, erzählt David. „Deswegen haben wir uns überlegt, Björn Walz einzuladen, der sich vor allem auch mit dem Klima vor Ort auskennt.“ Keno, ebenfalls wie David, Raphael und Sarah im Vorstand des Vereines, empfindet den Klimawandel als größte Herausforderung und denkt, dass der Druck auf Politik und Wirtschaft immer noch zu klein ist, „dass da was gemacht gehört“. 

Im Moment haben die Jugendlichen aber auch teilweise das Gefühl, dass die Stimmung für dieses Thema durchaus schon gekippt sei, siehe Verbalattacken auf Greta Thunberg. Da meldet sich gleich Sarah zu Wort. Die 19-Jährige, die ein Bundesfreiwilligenjahr beim Rettungsschutz macht, empfindet diese „übermäßige Kritik an einem 17-Jährigen Mädel“ gerade von Erwachsenen als „unmöglich“. Auch Keno, der Maschinenbaustudent möchte diese, etwas aus dem Ruder gelaufene emotionale Stimmung nicht weiter unterstützen und ist bedacht, sich in der Diskussionen „ganz ruhig auf die Fakten zu stützen, alles andere hat ja gar keinen Sinn“. Da hat sich das JIG mit Björn Walz den richtigen ausgesucht. 

Er zeigt auf, warum die vom Menschen verursachte Klimakrise im Gegensatz zu den natürlichen Schwankungen so gefährlich ist und welche Handlungsoptionen zur Verfügung stehen, ganz nach dem Motto: „Jeder Einzelne kann einen wertvollen Beitrag zur Eindämmung der Klimakrise leisten.“ Was die Klimakrise alles anrichten kann, darüber sind sich die vier Jugendlichen durchaus bewusst, auch wenn nicht alle auf die FFF-Demos gehen können, weil sie arbeiten müssen. So macht dem 20-Jährigen Keno vor allem Sorgen, dass sich die Flüchtlingszahlen wegen der Klimaproblematik immens erhöhen werden. „800 Millionen Menschen, so schätzt man, werden ihre Heimat verlassen müssen und dann werden die hier vor vielleicht verschlossenen Grenzen stehen. Wenn wir nicht schnellstens effektiv handeln, werden wir wegen unseren Gewohnheiten andere sterben lassen“. 

Deshalb empfinden sie es vom Verein als enorm wichtig, hier die politische Bildung der Jugendlichen mit zu fördern, unter anderem mit solchen Vorträgen von Experten, um Fakten zu hören. Auch sind sie sich bewusst, dass nicht der Verzicht alleine genügen wird, „wir müssen auch die Technik, die Forschung mit in die Klimarettung miteinbeziehen“. Die Klamotten werden nur noch second hand gekauft, auf Fleisch weitgehend verzichtet, auch ein eigenes Auto gibt es nicht, einige haben bewusst keinen Führerschein und auch bei der Freundeswahl wird durchaus konkreter hingesehen. So erzählt Sarah, dass es in ihrem Freundeskreis gerade mächtig Ärger gibt, „weil da welche auf Demos gehen und danach in den Ferien mit den Eltern nach Tunesien in den Urlaub fliegen“. Der Verzicht scheint dann doch nicht so einfach zu sein. Ganz pragmatisch sieht das wiederum Keno: „Auch hier, gibt es, wie bei der 68er – Bewegung eben auch welche, die politisch sind und welche die sich eher oder lieber aus der Verantwortung heraushalten.“ Umso mehr kommt es auf die an, die sich engagieren, so einhellig die Meinung der vier aus dem JIG-Vorstand. 

Dem Vortrag von Björn Walz hörten auf alle Fälle über 50 Jugendliche höchst „engagiert“ zu, was auch die rege Diskussion am Ende bewies. Die immer noch unterschätzte Herausforderung Klimawandel, hat globale aber auch lokale Auswirkungen, die wir hier im Ebersberger Raum schon jetzt spüren und immer stärker zu spüren bekommen werden, so der Tenor des Abends.Tretner

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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