KlimaKino in Oberpframmern

Die KlimaCouch in Oberpframmern

Lisa Huber, eine der Veranstalter vom Dienstags-Klima-Kino.

Wer jetzt denkt, Klimawandel geht bequem, der hat falsch gedacht. Aber vielleicht geht eben beides: Bequem auf der Couch sitzen und viel Wissenswertes zum Thema mitzubekommen? So machen sie es jedenfalls dienstags, einmal im Monat in Oberpframmern.

Oberpframmern – Von November an bis in den April veranstaltet der Arbeitskreis Energie die Dienstags-Klima-Kinoabende zu den Themen Klimaschutz, Energiewende und Nachhaltigkeit. Die Abende gehen mittlerweile in die dritte Saison und ab dieser Saison gab es einen neuen Ort, den Jugendraum über der Feuerwehr. „Zuvor waren wir im Stüberl in der Mehrzweckhalle, da war es nicht ganz so gemütlich, da gab es keine Couch“, erzählt Lisa Huber, eine der VeranstalterInnen, schmunzelnd. 

Zur Couch gibt es auch Popcorn und Getränke gegen einen Unkostenbeitrag. Jetzt beim nächsten Film „Das Wunder von Mals“ einem Film aus Südtirol, wird original Südtiroler Speck gereicht. Der letzte Film der Saison ist sozusagen „der positive Ausklang für einen positiven Sommer“. Das hat schon Ritualcharakter und ist auch aus den Augen der Veranstalter wichtig, denn die Filme zuvor sind mitunter schwere Kost, was den Zustand unserer Welt angeht. 

Jetzt aber beim nächsten Film am 10. März, einem Dokumentarfilm, wird der ungleiche Kampf zwischen der Bevölkerung der Gemeinde Mals, die sich für ein Pestizidverbot ausgesprochen haben, und der übermächtigen Lobby aus Obstbauern, Bauernbund, Landesregierung und Konzernen gezeigt. Er berichtet über die Existenzbedrohung von Bio-Bauern, die Gesundheitsgefahren in der Bevölkerung, den Klimawandel, Biodiversität und Landwirtschaftspolitik und will schlussendlich zeigen, wie wir gemeinsam die Wende in der Landwirtschaft herbeiführen können. „Unglaubliche 76 % der Bevölkerung entscheiden sich bei in einer Volksbefragung für ein Pestizidverbot auf dem Gemeindegebiet. 

Doch die Südtiroler Apfellobby denkt keinen Augenblick daran dieses Votum der Bevölkerung zu akzeptieren. Sie bekämpft das kleine widerspenstigen Dorf im Vinschgau mit allen verfügbaren Machtmitteln“, so beschreibt Alexander Schiebel, Autor und Filmemacher seine Reportage. Ein ungleicher Kampf beginnt, indem die Menschen in Mals über sich hinauswachsen werden. Denn ihr „Nein“ zu Pestiziden und Monokulturen ist gleichzeitig ein „Ja“ zu Vielfalt, Schönheit und Eigenart, ein „Ja“ zur eigenen Identität. Pressestimmen hierzu lauten zum Beispiel: „Ein Film der zeigt, wie wir unsere Ohnmacht und Lethargie überwinden können. Man verlässt das Kino mit Zuversicht und guter Laune.“ 

Und darum geht es auch den Veranstaltern in Oberpframmern, trotz der Klimaproblematik auf vielen verschiedenen Ebenen, Zuversicht und gute Laune zumindest an diesem letzten Kinoabend der Saison unter den Zusehern zu verbreiten, um den Schwung für diese Art Umweltschutzarbeit immer wieder neu zu motivieren. Nach dem Film gibt es eine Diskussionsrunde. „Das Wunder von Mals“, am 10.03 im Jugendraum über der Feuerwehr in der Münchner Straße 14. Beginn ist wie immer um 19.30 Uhr, der Eintritt ist frei. Für echtes Kino-Feeling gibt es Popcorn- und Getränke und dieses Mal entsprechend zum Film, Südtiroler Speck. at

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