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Kontra den K.O.-Tropfen

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Informierten über Bsafe-Disc und Spikeys, die im Landratsamt kostenlos erhältlich sind: (stehend v. li.) Ingo Pinkofski, Jochen Specht, Bernhard Wacht Landrat Robert Niedergesäß und Christian Zeisel Jugendpflege Stadt Ebersberg) sowie Jugendliche vom AJZ-Vorstand und der Kollegsstufe in Grafing. © Foto: hr

K.O.-Tropfen sind gefährlich und können vor allem auf öffentlichen Partys jeden treffen, der sein Glas nur einen Moment aus den Augen lässt. Bsafe-Disc und Spikeys sollen dafür sensibilisieren.

Landkreis – Vor den Hintergrund, dass es aktuell bundesweit auf verschiedenen öffentlichen Veranstaltungen und Partys zu Gewalt in Zusammenhang mit so genannten K.O.-Tropfen kommt, machen die Teams von präventive Jugendhilfe und Gesundheitsregion Plus im Landkreis Ebersberg auf neuartige präventive Angebote – mechanischer Art und stets in Kombination mit Strohhalm zu nutzen – aufmerksam. 

Das Ebersberger Jugendzentrum ist als Party-Location unten Jugendlichen beliebt. Die AJZ (Aktionsgemeinschaft Jugendzentrum) hat hierfür die Trägerschaft. In Kooperation mit dem städtischen Jugendpfleger Christian Zeisel und der Präventiven Jugendhilfe im Landratsamt bietet man bis auf weiteres, insbesondere bei Disco-Partys zu den Getränken Bsafe-Discs und Spikeys an. „Dieses Präventionsprojekt soll vor allem die Jugendlichen und jungen Erwachsenen sensibilisieren“, so Landrat Robert Niedergesäß, „sich auf Partys vor K.O.-Tropfen zu schützen“. 

Neben Bsafe-Disc und Spikeys gibt es auf dem Beipackkärtchen Infos für sicheren Umgang mit Glas und Flasche, die man auf der Party nicht unbeobachtet stehen lassen sollte. Offene Getränke von nicht vertrauten Personen sollte man besser nicht annehmen. Im Zweifelsfall mit einem neuen, selbst bestellten Getränk auf Nummer sicher gehen. Wem unbegründet schlecht wird, der sollte sich an gute Freunde oder das Personal wenden. Sinnvoll ist es, hier Sanitäter und gegebenenfalls die Polizei einzuschalten, denn der Nachweis von K.O.-Tropfen ist nur wenige Stunden nachweisbar. In Kliniken ist bekannt, dass nicht jede vermeintliche, jugendliche Alkohol-Leiche nur wegen übermäßigen Alkoholgenusses eingeliefert wird. 

Auch wenn vor Ort aktuell kein Anlass sexueller Gewalt aufgrund von K.O.-Tropfen bekannt ist, kann nicht behauptet werden, dass es nicht vorkommt. „Wir erfahren immer erst davon, wenn ein gravierender Fall passiert ist“, erklärte Landkreisjugendpfleger Ingo Pinkofski. K.O.-Tropfen könnten auch im Spiel sein, wenn es nicht zum Äußersten kommt. Derzeit werden die präventiven Angebote aus den Finanzmitteln von „Gesundheitsregion Plus“ gesponsert, wie Teamleiter Jochen Specht erklärte. Erster Probelauf fand bei der Q12-Party des Gymnasiums Grafing am gestrigen Freitag statt, einer Veranstaltung die seit Jahren ohne Beanstandung durchgeführt wird. ar

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