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Wie lässt sich Plastikmüll vermeiden?

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Angeregte Gespräche beim Zornedinger Plastikfrei-Stammtisch. © Foto: Se

In Zorneding gibt es jetzt einen Plastikfrei-Stammtisch.

Zorneding – Auf den ersten Blick sieht es auf Alexandra Skeides Terrasse aus wie bei einem ganz normalen Treffen mit Freunden, wäre da nicht der Beistelltisch, der überquillt mit Büchern, Brotdosen aus Edelstahl, Trinkflaschen aus Glas, Broschüren, Gläsern mit Kosmetika und Einkaufsnetzen aus Stoff. Willkommen beim Zornedinger Plastikfrei-Stammtisch. 

Begonnen hat alles mit einer Initiative von Corinna und Carsten Dörr aus Zorneding. Die beiden haben in der Fastenzeit bewusst auf Plastik verzichtet, wo immer es möglich war. Das Ergebnis war beachtlich: Statt fünf gelben Säcken pro Monat brauchten sie nur noch einen einzigen. „Daraufhin haben wir beschlossen, auch nach der Fastenzeit weiterzumachen“, erzählt Corinna Dörr. Sie begaben sich im Freundeskreis auf die Suche nach Gleichgesinnten und lernten so Alexandra Skeide kennen, deren Familie sich schon lange mit dem Thema beschäftigt. 

Falk Skeide hat die Initiative Plastikmüll-Piraten gegründet, hielt Vorträge in Kindergärten und Schulen und seine Frau rief nun den Zornedinger Plastikfrei-Stammtisch ins Leben, zu dessen erstem Treffen bereits 13 Interessierte kamen. Bis dahin hat jeder der Gäste schon seine eigenen Erfahrungen gemacht, die nun eifrig ausgetauscht wurden: In welchen Läden ist es möglich, seine eigenen Behälter für Käse und Wurst mitzubringen? Welche Alternativen zu Plastiktüten gibt es beim Kauf von Obst und Gemüse? Wo bekommt man Trinkflaschen aus Glas oder Edelstahl? Gerade im Haushalt oder bei Kosmetika ist der Einsatz von Plastikverpackungen nahezu unvermeidlich. 

Deshalb haben einige Teilnehmer begonnen, ihre eigenen Cremes, Deos, Shampoos oder Putzmittel herzustellen und in wiederverwendbare Behältnisse abzufüllen. „Niemand ist perfekt und wir sehen das auch nicht dogmatisch“, betont Alexandra Skeide, die das Material Kunststoff nicht per se verdammen will. Ihr geht es um unnötige Umverpackungen, die sich vermeiden lassen und für die es umweltverträglichere Alternativen gäbe. An Ideen mangelt es ihr nicht und wo es noch nichts Passendes auf dem Markt gibt, muss man eben selbst kreativ werden. Alle Teilnehmer freuen sich über den Austausch mit Gleichgesinnten, schließlich spart es so manches frustrierende Erlebnis, wenn man von den Erfahrungen anderer profitieren kann. 

Und weil die Gäste nicht nur reden, sondern auch aktiv werden wollen, beschlossen sie, beim nächsten Treffen nach den Sommerferien zusammen Zahnpasta herzustellen, die ohne Plastikverpackung auskommt. Der gemeinsame Einkauf in größeren Mengen spart Zeit und Geld und das gemeinsame Ausprobieren von Rezepten macht mehr Spaß, als alleine vor sich hin zu experimentieren. Infos gibt es bei Corinna Dörr unter d.doerr@ gmx.de. se

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