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Lagerhaus in Steinhöring nimmt Gestalt an

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Architekturwettbewerb Lagerhaus Steinhöring
1.Preisträger des Wettbewerbs zum Lagerhaus in Steinhöring: Architekten Edgar Burian und Thomas Pfeiffer, Bürgermeisterin Martina Lietsch, Preisgerichtsvorsitzender Hans-Peter Hebensperger-Hüther © Kees

Was soll aus dem alten Lagerhaus am Bahnhof in Steinhöring werden? Ein Architekturwettbewerb brachte jetzt konkrete Ergebnisse. Diese können bis 22. Mai eingesehen werden

Steinhöring – Einen Architekturwettbewerb gab es in Steinhöring noch nie. Erstmals war 2021 einer ausgeschrieben worden, ein „Realisierungswettbewerb zur Bebauung und Gestaltung des Lagerhausgeländes mit angrenzender Umgebung“.

16 Architekturbüros hatten sich daran beteiligt. Vier Fachpreisrichter sowie die drei Bürgermeister, jeweils samt Stellvertreter unter Leitung von Prof. Hans-Peter Hebensperger-Hüther, beraten von Sachverständigen, saßen Ende April 13 Stunden direkt im Lagerhaus zusammen und jurierte die Vorschläge. Das Ergebnis könne sich sehen lassen, betonte Steinhörings Bürgermeisterin Martina Lietsch bei der Preisverleihung vergangenen Dienstag im Lagerhaus. Dort sind alle eingereichten Entwürfe noch bis zum 22.Mai für die Öffentlichkeit zugänglich (Donnerstag von 16 bis 18 Uhr, Freitag von 11 bis 13 Uhr, Samstag von 14 bis 16 Uhr und Sonntag von 10 bis 12 Uhr).

Der 1. Preis – dotiert mit 32.000 Euro – ging an abp Architekten Stadtplaner, Burian Pfeiffer Sandner PartGmB aus München, die gemeinsam mit Lex-Kerfers Landschaftsarchitekten GbR aus Bockold gearbeitet hatten.

„Die Arbeit analysiert sehr präzise die Spezifik der Ausgangssituation,“ heißt es in der Jurybegründung, „als Ergebnis wird eine äußerst schlüssige städtebauliche Anordnung bestehender und neuer Gebäude zu einem eigenständigen und identitätsstiftenden Gesamtensemble vorgeschlagen.“

Die Architekten schlagen vor, die Bautypologie des heutigen Gebäudes zu erhalten. Dazu will man den vorderen Teil des Lagerhauses sanieren und den hintere neu erbauen. Auch die markante Silhouette des derzeitigen Siloturms soll als sichtbares Wahrzeichen erhalten bleiben, neu gebaut für Wohnungen. Außerdem soll – und das gefiel der Jury besonders gut - das kleine Nebengebäude bleiben.

Hier könnten Gästewohnungen und Fahrradunterstellplätze entstehen. Die Architekten sehen im Kopfteil des Bürgerhauses einen Saal samt Foyer vor, im Obergeschoss Räumlichkeiten für den Heimatverein und im hinteren Teil Platz für den ruhenden Verkehr, also Parkplätze.

Auf der „Insel“ jenseits der Ebrach, dort wo heute der alte Bauernhof steht, sollen zwei zweigeschossige Wohngebäude errichtet werden, samt Gemeinschaftsgarten und Kinderspielplatz. Platz für Familien also.

Das Lagerhaus am Bahnhof wurde 1915 gebaut, als Haus der Milchgenossenschaft. 1952 kamen Garage und Wohnung hinzu. 1954 wurde das Gebäude erweitert. 1960 ist der Getreidespeicher errichtet worden. Hundert Jahre später – 2015 - hat die Gemeinde das Lagerhaus von der Raiffeisen-Genossenschaft erworben, um Wohnungen, einen Gemeindesaal und Platz für den Heimatverein entstehen zu lassen. Das einstimmig gefällte Votum des Preisgerichts zum Wettbewerb sei hervorragend, bewahre es doch Tradition und wage zugleich Modernes, so Lietsch. Preisgerichtsvorsitzender Hebensperger-Hüther ermutigte zur Realisierung des Vorhabens, sieht er darin doch eine große Chance für Steinhöring.

Die Zeiten freilich seien schwierig, doch man hätte sich mit dem Entwurf auch für eine wirtschaftliche Lösung entschieden. Seine Prognose: Es werde für dieses Vorhaben sehr viele Zuschüsse geben, die Gemeinde werde kaum Geld dafür brauchen.

Vorgestellt wurden vergangenen Dienstag auch die Entwürfe des zweiten und dritten Preises, die mit 19.200 Euro bzw. 12.800 Euro Preisgeld versehen sind. Ferner wurden zwei Anerkennungspreise mit je 3000 Euro vergeben.Kees

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