Landesbund für Vogelschutz informiert

Landkreis Ebersberg: Achtung Bodenbrüter

+

Landesbund für Vogelschutz im Landkreis Ebersberg mahnt Hundebesitzer und Naturgenießer zur erhöhten Vorsicht.

Landkreis - Im Landkreis Ebersberg brüten derzeit in einigen, wenigen noch verbliebenen Wiesen und Äckern Kiebitze. Die anmutigen Flugakrobaten sind mittlerweile bei uns so selten geworden, dass ihre Gelege einzeln von Ehrenamtlichen geschützt werden. Diese Helfer sind in ihrer Freizeit im Auftrag des Landratsamts unterwegs, um Nester zu suchen, zu markieren, die betroffenen Landwirte und Passanten zu informieren und nach Möglichkeit den Schutz der Gelege zu überwachen. 

Gleichzeitig sind Alle aufgefordert, in den wenigen gekennzeichneten Flächen, für wenige Wochen im Jahr Rücksicht zu nehmen und ihre Freizeitgewohnheiten ein kleines Bisschen einzuschränken. Ganz konkret bedeutet dies: bleiben Sie auf den Wegen, leinen Sie Ihren Hund an und vermeiden Sie Störungen, wie z. B. Lärm oder Drohnenflüge in der Nähe der Vögel. 

In der vergangenen Woche ist es im Markt Schwabener Moos zu einem unschönen Vorfall gekommen, bei dem uneinsichtige Hundebesitzer ihre vierbeinigen Freunde auf einer deutlich gekennzeichneten Wiese mit zwei Kiebitzgelegen spielen ließen. Vom zuständigen Kiebitzbetreuer darauf angesprochen, versuchten die Tierfreunde, den Vorfall mit falschen Behauptungen herunterzuspielen um dann ausfällig und persönlich beleidigend zu werden, als ihre Lügen aufgedeckt wurden. "Dieser Vorfall macht mich in dreifacher Hinsicht traurig: Als Umweltfreund tut es mir leid um die jungen Kiebitze, die wir damit wohl verloren haben", bedauert Benedikt Sommer, der 1. Vorsitzende des LBV Kreisgruppe Ebersberg. Die beiden markierten Gelege waren leer und auch die Altvögel konnten danach nicht mehr in diesem Bereich gesichtet werden. "Angesichts der niedrigen Zahl an Brutpaaren im Landkreis ist das leider ein herber Verlust für unsere Kiebitzpopulation".

Nachdem es so lange sehr gut funktioniert hat und sich die große Mehrheit der Besucher vorbildlich an die Beschränkungen gehalten hat, sind die Anstrengungen mit einer einzigen unbedachten Aktion nun zunichte gemacht. "Zum Zweiten trifft es mich als Mensch: Jedes einzelne Kiebitzei kostet unsere Ehrenamtlichen viele Stunden ihrer Freizeit und jede Menge persönliches Engagement", so Sommer. "Dafür können wir alle dankbar sein und gerade ein Hundebesitzer sollte verstehen, welche Bindung man zu Tieren aufbaut, denen man viel Zeit schenkt." 

"Die Maßnahmen zum Schutz der Kiebitze werden auf Anordnung des Landratsamts durchgeführt. Sie betreffen wenige Wiesen im Landkreis für wenige Wochen im Jahr und es ist nach meiner Einschätzung nicht zu viel verlangt, sich dafür minimal einzuschränken. Ich bitte Sie alle, die Sie draußen unterwegs sind: beachten Sie die Hinweise, nehmen Sie Rücksicht auf Wildtiere und helfen Sie unsere direkte Umwelt zu bewahren. Und noch wichtiger: sprechen Sie auch andere an, die dafür kein Bewusstsein oder Verständnis haben".  BS

Auch interessant:

Meistgelesen

Bauchwand- und Leistenbrüche nicht unterschätzen!
Bauchwand- und Leistenbrüche nicht unterschätzen!
Corona-Impfung: Kleinere Nadeln und digitalisierte Informationen
Corona-Impfung: Kleinere Nadeln und digitalisierte Informationen
Obdachlose verlieren in Ebersberg ihre Notunterkunft
Obdachlose verlieren in Ebersberg ihre Notunterkunft
Gartenabfallsammlung im Landkreis Ebersberg am 25. März
Gartenabfallsammlung im Landkreis Ebersberg am 25. März

Kommentare