Armutsbericht

Armut im Landkreis Ebersberg

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Die Mieten sind im Landkreis hoch.

Erstmals gibt es im Landkreis Ebersberg einen Armutsbericht. Vor allem die hohen Mieten im Landkreis sind ein Armutsrisiko

Landkreis – Armut lässt sich nicht allein an Zahlen definieren, sondern wird erheblich durch Teilnahme am alltäglichen Leben durch die Umgebung mitbestimmt, stellte Ulrike Bittner, AWO-Kreisvorsitzende als Fazit zur ersten Armutserhebung des Landkreises fest. „Gerade daher sind alle aufgerufen, Veranstaltungen so zu planen, dass es allen möglich ist, daran teilzunehmen“. Aber auch im Landkreis Ebersberg, dem „Landkreis mit Wumms“, befasste man sich mit der Armut, denn bekanntlich können sich auch hier nicht alle alles leisten. 

Zur Armutserhebung wurden die regionalen Daten aus den Bereichen Wohnen, Wirtschaft und Beschäftigung sowie Sozialdaten erhoben. Verglichen mit bundesweiten Daten steht der Landkreis sehr gut da, allerdings zeigte sich auch, dass „hier eine immer höhere Kaufkraft erforderlich sein wird, um dem hohen Lebensstandard zu entsprechen“. Für „Menschen mit bundesweit durchschnittlichen Erwerbseinkommen oder Renten“ besteht Möglichkeit in eine „soziokulturelle Armut“ zu rutschen. Daher haben Experten aus Verwaltung und Wohlfahrtspflege des Landkreises Ebersberg definiert, dass „Armut im Wesentlichen als ein Mangel an Mitteln und Möglichkeiten verstanden, das Leben so zu leben, zu gestalten und daran teilzuhaben, wie es im Landkreis Ebersberg üblicherweise auf Basis der stetig sich verändernden Lebensumstände möglich ist.“ 

Für die Experten steht fest: „Armut wird nicht an Einkommensgrenzen gemessen. Sie entsteht, wenn sich ein Mensch wegen seiner wirtschaftlichen Situation gesellschaftlich ausgegrenzt oder diskriminiert sieht“. Im Landkreis Ebersberg sind die Lebenshaltungskosten und insbesondere die Mieten und der Erwerb von Wohneigentum sehr hoch. Doch Wohnen ist ein existenzielles Grundbedürfnis. Hier kommen der Landkreis und die Kommunen mit Strukturen zur Schaffung von günstigem Wohnraum den einkommensschwächeren Mitbürgern entgegen. Um im Kinder- und Jugendbereich deutliche Unterschiede zu vermeiden, rief Bittner dazu auf, dem aktuellen Trend zu Auslandsreisen oder teuren Veranstaltungen entgegen zu wirken. Sie fordert Kreativität, attraktive inländische Schulausflüge, damit erst gar nicht ein Gefühl, des „nicht-teilhaben-könnens“ aufkomme. ar

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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