Wohnraum im Landkreis Ebersberg

Landkreis Ebersberg: Nachfrage nach Wohneigentum ungebrochen

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Präsentierten die Zahlen im Pressegespräch: (v.li.) LBS-Vorstandsvorsitzender Erwin Bumberger, Andreas Frühschütz, Vorstandsmitglied der Kreissparkasse München-Starnberg-Ebersberg, Abteilungsleiter Immobilien Dominik Winter und Immobilienberater Robert Swatosch.

Im Landkreis hält das Bevölkerungswachstum an. Für das Jahr 2038 sind 160.000 Bürger prognostiziert. Entspannung auf dem Wohnungsmarkt sehen die Experten nicht.

Landkreis - „Vielmehr machen aufgrund der Mitpreisbremse internationale Investoren einen Bogen um Deutschland“, so Erwin Bumberger. Das Preisniveau gleicht sich entlang der S-Bahnstrecke Vaterstetten Ebersberg allmählich aus, meinte Andreas Frühschütz. Der Begriff „bezahlbarer Wohnraum“ ersetze mehr und mehr den der sogenannten „günstigen Immobilie“. Noch immer gilt beim Immobilienerwerb die Maxime „Lage, Lage, Lage“. 

Rund 4,5 Prozent sind die Immobilienpreise im vergangenen Jahr gestiegen, dabei hielten die hochpreisigen Objekte ihr Niveau, niederpreisige zogen an. Vaterstetten-Baldham ist noch immer das Zugpferd. Oberpframmern und Egmating werten ihre S-Bahnfernere Lage durch eine sehr gute Straßenverkehrsanbindung auf, was die örtlichen Immobilienobjekte hochpreisig macht. Noch immer werde laut Bumberger in Bayern viel zu wenig Wohnraum errichtet. Daher könne man nicht von einer Immobilienblase reden. Vielmehr habe ein Nachholbedarf sich aufgestaut, denn 50 Prozent der gerade 20 bis 29-Jährigen möchten eine Immobilie erwerben; gut 30 Prozent sind, es wenn man die Altersgrenze bei 50 Jahre setzt. 

Doch hier warnt Frühschütz zur Vorsicht. Banken müssen bei ihrer Kreditvergabe berücksichtigen, ob der Kunde im Rentenalter den Schuldendienst noch leisten könne. Auch wenn die Zinsen derzeit günstig sind, ist Eigenkapital immanent wichtig. Für eine solide Finanzierung sollten es mindesten 30 Prozent der Investitionssumme sein; bei gebrauchten Immobilien ist auch der Sanierungsbedarf einzukalkulieren. Eine qualitativ hochwertige Beratung sollte vor dem jedem Immobilienverkauf stattfinden, sind sich die Experten einig. Sie helfen bereits beim Ansparen des Eigenkapitals, zeigen zielgerichtet Möglichkeiten auf und erklären, wo der Staat schon hierbei Förderungen gewährt. Bereits 16-jährige könnten sich die Förderung durch einen monatlich anzusparenden Betrag sichern. Staatliche Förderungen beim Eigentumserwerb sind der Zinsersatz der 2020er Jahre, stellte man mit einer Portion Humor fest. Und gerade deswegen ist eine kompetente, individuelle Beratung, die kaum eine online-Plattform leisten könne, wichtig. Baukindergeld und die bayerische, einkommensbedingte Eigenheimzulage sind auch mit einzuhaltenden Fristen gekoppelt. Ein kleiner Lichtblick, für jene, die gesetzten Grenzen knapp überschritten haben, bietet das Jahr 2021. 

Ab dem Jahr 2021 soll sich die Wohnungsbauförderung durch höhere Prämiensätze und angehobenen Einkommensgrenzen verbessern. Ist ein Objekt als neues Wohndomizil auserkoren, gilt es jetzt erst recht mit dem kompetenten Berater vor Ort, der auch auf Basis des BGB dafür haftet, sich durch den Dschungel der Förderprogramme von Land, Land und Kommune – hier insbesondre zum Thema Klimaschutz – durchzuarbeiten. Richtig hohe Zuschüsse könne man so erzielen, versicherte Bumberger. Im Landkreis Ebersberg haben wir derzeit 400 Kaufinteressenten mit konkreten Immobiliengesuchen vermerkt, so Frühschütz. Aufgrund der geleisteten Grunderwerbssteuern, die in Bayern beim bundesweit niedrigsten Hebesatz von 3,5 Prozent liegt, ist zu errechnen, dass im Landkreis Ebersberg im Jahr 2015 Immobilientransaktionen im Wert von 680 Millionen Euro getätigt wurde und im Jahr 2019 in Höhe von 1,12 Milliarden Euro den Eigentümer wechselten. Damit ist in nur fünf Jahren der Gesamtmarkt um zwei Drittel gewachsen. Wohn- und Gewerberäumlichkeiten werden im Landkreis sehr oft durch eine innerörtlich Bauverdichtung erzielt. 

Im vergangenen Jahr hat die Kreissparkasse im Landkreis Ebersberg 93,5 Millionen Euro an Wohnbaukrediten ausgezahlt und damit etwas mehr als im Vorjahr. Gestiegen sind die Bodenrichtpreise. Prozentual steigt der Preis für den Baugrund mehr als die Baukosten, stellten die Experten fest. Somit bleibt noch festzustellen, dass nur wenig neues Bauland im Angebot ist bei allen Gebäudevarianten ein mäßiges Angebot und eine ständige Nachfrage herrscht.

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