Ausbildungsstart im September

Landkreis Ebersberg: über 200 Lehrstellen unbesetzt

Sonja Ziegltrum-Teubner, ­Vorsitzende des IHK-Regional­ausschusses Ebersberg
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Sonja Ziegltrum-Teubner, ­Vorsitzende des IHK-Regional­ausschusses Ebersberg

Über 200 Lehrlinge starten im September ihre Ausbildung im Landkreis Ebersberg, über 277 Stellen sind unbesetzt. Viele Betriebe haben die aktive Suche nach Azubis aufgegeben

Landkreis – Mit Anfang September treten im Landkreis Ebersberg 239 Jugendliche eine Ausbildung in IHK-Berufen an. Nach der vorläufigen Statistik zum Beginn des Ausbildungsjahres gibt es bei den abgeschlossenen Ausbildungsverträgen ein Minus von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie die IHK für München und Oberbayern mitteilt.
„Der Corona-Dämpfer vom Vorjahr ist auch in diesem Ausbildungsjahr zu spüren. Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels setzen unsere Betriebe mehr denn je darauf, selbst ihren Nachwuchs auszubilden. Die Ausbildungsbereitschaft ist riesig und ungebrochen“, sagt Sonja Ziegltrum-Teubner, Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Ebersberg.

„Das größte Problem für viele Betriebe ist nach wie vor der Mangel an Bewerbern.“ Laut aktueller Statistik der Arbeitsagentur sind im Landkreis noch 277 Lehrstellen unbesetzt. Diesem Angebot stehen 85 unversorgte Ausbildungsbewerber gegenüber. Rein rechnerisch kommen so im Landkreis Ebersberg auf jeden unversorgten Bewerber beziehungsweise jede unversorgte Bewerberin mehr als drei Ausbildungsplätze.

„In den nächsten Jahren wird sich die Bewerberlücke am Ausbildungsmarkt noch weiter öffnen. Bis 2030 gehen 2,8 Millionen Erwerbstätige in Bayern in Rente. Im gleichen Zeitraum wird es aber nur 1,5 Millionen Schulabgänger als potenziellen Fachkräftenachwuchs für diese offenen Stellen geben“, sagt IHK-Regionalausschussvorsitzende Ziegltrum- Teubner.

Die Corona-Pandemie habe zudem heuer wie schon im Vorjahr nahezu alle Maßnahmen zur Berufsorientierung erschwert. Schnupperpraktika, Ausbildungsmessen und persönliche Bewerbungsgespräche konnten oftmals gar nicht oder nur in sehr beschränkter Form stattfinden. Auch die wichtige Bewerbungsphase im Frühjahr habe unter den außergewöhnlichen Umständen gelitten. Unterm Strich ist im Landkreis die Zahl der Bewerber um eine Ausbildung im Vergleich zum Vorjahr leicht um 0,5 Prozent zurückgegangen, so die Daten der Arbeitsagentur.

„Wir setzen dennoch weiter auf einen Aufholeffekt bis zum Ende des Jahres. Unversorgte und unentschlossene Schulabgänger haben auch jetzt noch alle Chancen, eine geeignete Ausbildungsstelle zu finden“, zeigt sich Ziegltrum-Teubner optimistisch. „Auch dieses Jahr bleibt unser erklärtes Ziel, dass jeder ausbildungswillige Schulabgänger einen Ausbildungsplatz bekommt.“

Die Vorsitzende stellt klar: „Nachdem schon im vergangenen Jahr zahlreiche Lehrstellen in der Region unbesetzt geblieben waren, haben manche Betriebe die aktive Suche nach Auszubildenden aufgegeben. Für die weiter von Corona-Beschränkungen betroffenen Branchen wie Gastronomie, Tourismus und die Veranstaltungsbranche ist die Perspektive ohnehin sehr schwierig. Selbst wer Ausbildungsplätze anbietet, hat dort mitunter große Probleme, überhaupt Bewerber zu finden“, so Ziegltrum-Teubner.

Die Top 5 der IHK-Ausbildungsberufe: Kaufleute Groß- und Außenhandelsmanagement (Fachrichtung Großhandel), Kaufleute im Einzelhandel, Verkäuferinnen und Verkäufer, Kaufleute für Büromanagement sowie Mechatroniker. Insgesamt gibt es im Landkreis fast 60 verschiedene IHKBerufe, in denen Jugendliche derzeit eine Ausbildung absolvieren.

Aktuell bilden im Landkreis 201 IHK-zugehörige Betriebe aus. Sie stehen für rund 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse. Freie Lehrstellen mit sofortigem Ausbildungsbeginn sind noch unter www.ihk-lehrstellenboerse.de zu finden. - Florian Reil

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