Das Landratsamt im Corona-Alltag

Das Landratsamt Ebersberg im K-Modus

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Im Krisen-Modus in Betrieb genommen: das „so-nicht-zu-nutzende“ ehemalige Sparkassengebäude. Hier tagt zum Beispiel der Kreistag.

Das Landratsamt im Corona-Alltag. 190 Mitarbeiter beschäftigen sich aktuell ausschließlich mit dem Virus

Landkreis – Der Katastrophen-Modus (K-Modus) ist im Alltag des Landratsamtes angekommen. Durch die Drehtür des Hauptgebäudes an der Eichtalstraße kommt man - mit Terminvereinbarung – ins Landratsamt hinein und danach durch die Seitentüre des Haupteingangs wieder ins Freie. Die Örtlichkeiten haben sich verändert, denn jetzt findet auch im ehemalige Sparkassengebäude ein LRA-Bürobetrieb statt. 

Seit dem 5. März wurden rund 11.000 Bürger- und Unternehmeranfragen an den drei Corona-Hotlines im Landratsamt bearbeitet, Wirtschaftshelfer wurden im Landratsamt installiert. 

Die lang erwarteten Baupläne für den Erweiterungsbau (Container-Ersatzbau) des Vaterstettener Gymnasiums sind durch das beauftragte Architekturbüro jetzt fertiggestellt worden, so Niedergesäß. Übliche Jahresberichte zu einzelnen Themenbereichen werden sich noch weiter verzögern. 

Die zweimal täglichen stattfindende Krisenstabssitzungen sind auf eine reduziert worden, wie Niedergesäß erklärte. Die Lage an der Kreisklinik könne derzeit als ruhig bezeichnet werden. Man habe die Situation im Griff. Mit Abbau des Hilfskrankenhauses in der Realschulturnhalle Ebersberg ist keinesfalls vor Ende des Katastrophenfalls, der noch immer herrsche, zu rechnen. Die Halle könne dann schnell geräumt werden. Wegen des Sportunterrichts und der Vereinsnutzung verhandle man mit den Nachbarschulen. Rund 190 Mitarbeiter sind im Landratsamt sind derzeit mit den Themen rund um Corona befasst. Sieben Contact Tracing Teams (CTT) – überwiegend neu und zeitaufwendig einzuarbeitende Mitarbeiter - unterstützen derzeit das sonst etwa 30-köpfige Ebersberger Gesundheitsamt. Diese CTTs, die von der Regierung von Oberbayern und der Staatsregierung angekündigt wurden, und von denen pro 20.000 Landkreisbürgern ein fünf-köpfiges Team zu bilden ist, werden in den kommenden Monaten positiv getestete Personen begleiten, ihren Aufenthalt und ihre Kontaktpersonen feststellen, damit so die Ausbreitung des Virus nachhaltig eingedämmt werden kann. 

Die CCTs sind im eigentlich „so-nicht-zu-nutzenden“ ehemalige Sparkassengebäude an der Kolpingstraße untergebracht. Mindestens bis Oktober/November unter Umständen auch bis ins kommende Jahr. „Der Brandschutz ist sichergestellt; Heizung und Sanitärbereich sind intakt“, versicherte Niedergesäß. 

Neben diesen Teams sind dort das Lager für Corona-Hilfsmittel sowie Arzträume für den Notfall untergebracht. Auch als Tagungsort der Kreisratsgremien wird das Gebäude genutzt. So schnell wären neue Räume nicht anzumieten gewesen. Eine generelle Nutzungsgenehmigung sei damit nicht verbunden, so Brigitte Keller, Finanzmanagerin, „doch im K-Modus ist das möglich“. 

„Auch im K-Modus konzentrieren wir uns jetzt auf die Wirtschaft“, betonte Landrat Robert Niedergesäß. „Tausende von Anrufen erreichen die Mitarbeiter des Landratsamtes. „Was ist verboten? Was erlaubt“, werde insbesondere aus dem Gastronomiebereich angefragt. Jeder Mitarbeiter im Landratsamt, der sich mit Wirtschaftsbelangen auskennt, wird in den nächsten Wochen hier eingesetzt. Dazu stehe man mit den Ministerien in täglichem Kontakt, um schnellst möglich den örtlichen Gewerbetreibenden Hilfe anbieten zu können. Sollte ein Anruf „verlorengehen“, nicht direkt vom Ansprechpartner entgegengenommen werden können, werde man zurückrufen. Hierüber führe man Statistiken, so Keller. Auch seitens der Ministerien werden die gebündelten Anfragen aus Ebersberg schnell und zügig am selben Tag beantwortet, zeigte man sich im Landratsamt Ebersberg zufrieden. Alles, so machte Keller deutlich, könne man aber nicht beantworten, da es die Situation nicht erlaube. 

Zum Schulbetrieb an den Grund- und Mittelschulen wisse man nur so viel, dass die Schulamtsleitung, Schulamtsdirektorin Sigrid Binder und Schulrätin Tanja Markefka, derzeit mit allen örtlichen Schulen in Kontakt stehe und sich über die jeweiligen örtlichen belange informiere, um den Unterricht wieder aufnehmen zu können. Der mögliche Schuleröffnungstermin sei doch etwas kurzfristig angekündigt worden. ar

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