Tradition bei Kaiserwetter

Leonhardifahrt in Grafing

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Herrliches Wetter, prachtvolle Gespanne und schmucke Wagen: Das war die Leonhardifahrt 2019 in Grafing

Grafing - Obligatorisch beginnt der Leonhardi-Sonntag im Rathaussaal mit der offiziellen Begrüßung der Ehrengäste; zum sechsten Male durch Bürgermeisterin Angelika Obermayr. Traditionen wie die Leonhardifahrt sind wichtig. Denn die Tradition bietet Heimat. Tradition erdet diejenigen, die schon lange hier wohnen, und integriert die, die hierhergezogen sind, so Obermayr. Insbesondere würden alteingesessene Grafinger ihr berichten, dass sie täglich viele Veränderungen spürten – immer weniger die bayerische Sprache hörten und viele neue Gesichter und neue Häuser sehen würden. 

Dass viel gebaut werde, erklärte Obermayr damit, dass viele junge Grafinger nun mal nicht mehr bei Mama und Papa wohnen wollen und die heutigen Ansprüche an die Wohnfläche erheblich gestiegen seien. Anschließend stellte man sich mit den Fahnenabordnungen der Vereine zum Kirchenzug auf und ging zur Leonhardikirche. In seiner Festpredigt brachte Prälat Josef Obermaier eine moderne Betrachtung zum Attribut Kette den rund 300 Gottesdienstbesuchern nahe. In vergangenen Jahrhunderten war der Heilige Leonhard Schutzpatron aufgrund des Attributs der Tiere, aber auch deren, die zu Unrecht gefangen gehalten wurden. In Ketten gehalten wurden auch die Sklaven. Die Sklaverei sei in der heutigen Zeit bei weitem nicht vorbei, eben nur anders. Obermaier prangte privatisierte Gefängnisse in den USA an, die die Menschen ebenfalls bei Straßenarbeiten anketteten. Doch es müssten keine sichtbaren ketten sein, die die Menschen unfrei machten. 

Auch Verpflichtungen können wie Ketten sein. Auch hier sei der Heilige Leonhard Schutzpatron. Zur Irritation kam es, als die Reiter des Reit- und Fahrvereins dem Umzug vorauseilten – und die Kutschen mit den Ehrengästen stehen blieben. Des Rätsels Lösung: Heuer stellten sich die beteiligte Festwagen nur in der Glonner Straße auf, die im Zug Mitfahrenden mussten eine lange Strecke von der Leonhardikirche bis dorthin zu Fuß zurücklegen. 

Fürs Warten entschädigt wurden die Besucher beim Anblick der Pferde und Gespanne. Sogar einige Viererzüge hatte man angespannt und alle Wagen waren prächtig herausgeputzt worden. Die Mitglieder der 18 Trachten- und Heimatvereine kamen im Festtagsgewand und boten ein farbenprächtiges Bild bei herrlichem Sonnenschein.a

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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