Andreas Stephan - Mister Landratsamt

Ein Lotse geht von Bord

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Andreas Stephan

"Mister Landratsamt" verabschiedet sich

Ebersberg – „Ich werde nicht verabschiedet. Ich verabschiede mich“, erklärte Andreas Stephan bestimmt, aber dennoch gelassen in seinem Büro. Im Landratsamt des Landkreises Ebersberg verbrachte er 33 Jahre seines Arbeitslebens – Beamter wurde dennoch nie, „ich wollte nicht“. Höchst unterschiedliche Herausforderungen hatte er zu bewältigen als Jugendgerichtshelfer „Ein Traumberuf – nichts ist schöner“, er folgte dem Ruf, Jugendamtsleiter und später Leiter des Jobcenters zu werden und zuletzt elf Jahre als Abteilungsleiter und „Vertreter des Landrats im Amt“ tätig zu sein. Gestartet hat Stephan sein Arbeitsleben bei Bundespost und Bundeswehr und wechselte anschließend an die Hochschule zum Studium der Sozialpädagogik. Später engagierte sich Andreas Stephan in der Öffentlichkeit und auf politischer Ebene agierte er als CSU-Gemeinderat und Bürgermeisterkandidat in Zorneding. 1990 war für ihn die Parteiarbeit beendet. In den 33 Jahren Landratsamt hat er die Auswirkungen des Weltgeschehens wie die Flüchtlingswellen miterlebt, zunächst 1986 als man „auch nur eineinhalb Stunden zuvor erfuhr, dass die Busse in Zierndorf gestartet sind und 40 Leuten in Ebersberg untergebracht werden müssen“ und zuletzt 2015, wobei hier die Dimension der unterzubringenden Menschen eine ganz andere war". „Beide Male war Dr. Hermann Büchner zur medizinische Versorgung der Flüchtlinge eingebunden“, erinnerte sich Stephan – damals als Arzt und heute als Leiter des Gesundheitsamtes Ebersberg. Nicht mindern war Andreas Stephan mit mehrfachem Strukturwandel im Landratsamt Ebersberg konfrontiert. Das Jugendamt, in dem Stephan seine Laufbahn begann, war davon stark betroffen. Dennoch konzentrierte er sich voll auf „seinen Traumberuf“. Er hatte Lebenserfahrung und einen guten Draht zu Kindern und Jugendlichen. Der Kontakt zu Richtern war hervorragend, erklärte Stephan im Rückblick. So gut vernetzt, konnte er die Maßnahmen bei Gericht nachhaltig vorschlagen und daraufhin wirken, den Menschen zu helfen. Die heute noch intakte und gern beim Jugendamt ausgeliehen "Spielkiste", geht auf das Engagement von Stephan zurück. Auch Landratsamts intern lag ihm das Personalwohl am Herzen. Stephan war am Landratsamt Ebersberg der erste freigestellte Personalratsvorsitzende – neben dem Wohl des Personals hatte er sich die Tarifgerechtigkeit zum Ziel gesetzt. Schon 2004 erfolgte für Stephan ein Themenwechsel. Federführend hatte er den Aufbau des Jobcenters zu leiten. Bereits zwei Jahre später veranlasste Landrat Gottlieb Fauth einen erneuten internen Wechsel für Stephan. Nach dem ruhestandsbedingten Ausscheiden von Rupert Lindauer war der Posten des Abteilungsleiters Zentrales vakant geworden. Fauth holte einen zuverlässigen und loyalen Mitarbeiter, der sich noch dazu im Landratsamt sowie als Landkreisbürger bestens auskannte: „Andi Stephan“, wie er von seinen Kollegen genannt wird. Dass Stephan kaum etwas aus der Ruhe bringt, auch wenn's dick kommt, ist eine seiner Stärken. So oblag ihm beispielsweise im Abwesenheitsfall,für den Landrat den Katastrophenfall im Landkreis festzustellen, mit allem was damit verknüpft ist. In seinem Kollegenkreis wird er geschätzt „fürs Zuhören-Können“ und ebenso „fürs überlegte Handeln“. Dabei ist Stephan auch für einen Spaß zu haben. Am Unsinnigen Donnerstag, dem Weiberfasching, griff er stets stilsicher zu passenden Krawatten - mal mit Comic-Figuren, mal recht blumig - ganz für die Tradition des Krawattenschneiden gerüstet. "Beweisstücke" finden sich heute noch im Landratsamt. Kreistagsmitglieder schätzen ihn, weil er auch über die Parteigrenzen hinweg, jedem echtes Interesse entgegenbrachte. Altlandrat Gotlieb Fauth beschreibt Andreas Stephan knapp und umfassend: "Wir kennen uns seit vielen Jahren und ich schätze seine Zuverlässigkeit; er war mir gegenüber absolut loyal, als ehemaliger Personalratsvorsitzender kennt er fast alle Mitarbeiter im Landratsamt; er hat stets das Wohl des Landkreises Ebersberg im Auge und selbst in sehr ernsten Angelegenheiten verliert er nie seinen Humor" . ar

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