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Mängel beim Schulumbau

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So sah es an der Baustelle noch vor einem Jahr aus - trotz des Wasserschadens gehen die Umbauarbeiten an der Grund- und Mittelschule aber gut voran. © Foto: osw

Die Erweiterung der Grund- und Mittelschule in Kirchseeon kommt gut voran. Doch Sonderwünsche und erst jetzt entdeckte Baumängel machen das Millionenprojekt immer wieder teurer.

Kirchseeon – Der massive Waserschaden im September 2016 führte immer wieder zu Verzögerungen und Mehrarbeiten bei der Erweiterung der Grund- und Mittelschule in Kirchseeon, doch wie es in der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderats in Kirchseeon hieß, konnte der Umbau „inzwischen in großen Bereichen weitgehend bearbeitet werden.“ Die Verlängerung der Bauzeit lässt sich freilich nicht „bearbeiten.“ Zuversichtlich zeigte man sich bei der Aufstellung des Treppenturms, der Anfang nächsten Jahres bereits erfolgen soll. Ebenso in greifbare Nähe scheinen die Vollendung der Außenanlagen und die Neugestaltung des Pausenhofs zu rücken. Aber: Es kommt immer wieder zu so genannten Veränderungen in der Planung (VÄP), die angesichts des circa 7,8 Millionen Euro teuren Umbaus kostenmäßig klein erscheinen, sich letztlich aber summieren. „Mir ist das immer zu teuer, ich könnte jedes Mal weinen“, so Sitzungsleiter Udo Ockel. Beispielsweise bezog er sich auf VÄP 107/Perschtensammlung: Für den Ausbau ihrer Räumlichkeiten benötige die Perschtenstiftung laut dem zuständigen Ingenieurbüro Schnabl 20 hochwertige Steckdosen sowie sieben Leuchtkreise. Hinzu kommen spezielle Farb-Sonderwünsche. Dies kostet brutto circa 21.135 Euro. 10.353 Euro würden unter anderem eine Gegensprechanlage mit Türöffner, zusätzliche Steuerung für den Sonnenschutz und weiteres kosten - alles zur Umsetzung des von den Stiftungsvertretern erwünschten „Perschten“-Konzepts. Dies war laut Ockel im Vorfeld so nicht klar, da man nicht wusste, was der Museumsplaner möchte. Damit ging er auf SPD-Rat Sven Bittners Frage ein, ob diese VÄPs denn nicht vorhersehbar waren. Sicherlich verkraftbar, aber auch ein heißer Tropfen auf den Mehrkosten-Stein, eine Maßnahme bei der neuen Mensa: Vier Doppelsteckdosen, jeweils auf getrennten Stromkreisen, schlagen mit gut 2.200 Euro zu Buche. All diese VÄPs wurden letztlich genehmigt. Nicht unbedingt zwingend zu beseitigen, weil ohne Berührung wohl keine Gefahr davon ausgehen würde, seien die Asbestrückstände in den Wänden, die man im Erdgeschoss festgestellt habe. Der Gutachter wurde diesbezüglich durch dass anze Haus gejagt, so einer der Planer am Sitzungsabend. Doch die Gesundheit der Kinder stehe im Vordergrund, so eine der Meinungen pro Asbestbeseitgung. Letztlich herrschte Konsens, dass der seit 1993 verbotene Werkstoff beseitigt werde. Das macht dann um die 40.000 Euro. Dafür büßen musste ausgerechnet der beliebte Werkraum im Untergeschoß: Das Planerteam hatte aufgrund einschlägiger Vorschriften empfohlen, die Installation sowie die Beleuchtung zu erneuern: Bruttokosten knapp 32.000 Euro. „Im Werkraum hat bis jetzt alles funktioniert, man muss halt aufpassen“, begründete Ockel sodann seine Ablehnung dieser Maßnahmen. Er persönlich würde außer den Einbau neuer Neonröhren für den Werkraum nichts veranlassen, auch wegen Bestandsschutz. CSU-Sprecher Siegfried Seidinger schloss spätere Maßnahmen für den Werkraum nicht aus, jedoch habe man nun die Schule auf den neuesten Stand gebracht, das würde aktuell genügen. Und Ockel untermauerte: „Der Werkraum ist nicht das Rückgrat der Schule.“ Ergo stimmten alle dagegen. Das spart immerhin 32.000 Euro. osw

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