Mahnwache für Flüchtlingslager

Solidaritätskundgebung für Moria

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Die Europäische Union und ihre Flüchtlingspolitik standen bei der gestrigen Kundgebung in Ebersberg in der Kritik: Auslöser für die Demo waren die Brände im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos

Ebersberg - Das Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos steht in Flammen, so lautete die morgendliche Schlagzeile vergangenen Mittwoch. Die Ebersbergerin Marthe Balzer meldete sofort eine Mahnwache an. Es geht um Solidarität mit Moria. 

„Als ich heute früh die Nachricht hörte, bin ich zusammengezuckt und musste handeln.“ Dreimal so viele Menschen wie sie am Morgen angemeldet hatte erscheinen gegen 18 Uhr vor dem Ebersberger Bahnhof. Für eine Stunde will man auf die Flüchtlingsdramatik in Europa aufmerksam machen, die Menschen an der S-Bahn aufrütteln. Transparente sind aufgehängt, die ersten beiden Artikel des Grundgesetzes liegen aus. Balzer fordert über ihr Megaphon, ganz Europa müsse die Menschen aus den Lagern aufnehmen: „Die Würde der Menschen ist unantastbar, dort wird sie mit Füssen getreten. Wir dürfen das nicht zulassen und müssen laut sein. Das ist unsere Verpflichtung!“ Die gut 30 Demonstranten applaudieren kräftig. Auf ihren Transparenten ist zu lesen: „Europa schäme Dich!“, „Moria brennt, Europa pennt! Hilfe jetzt!“ oder „Moria: Europa hat versagt!“ Auch dass Seenotrettung kein Verbrechen ist, wird thematisiert. Spontan tritt die 56jährige Michaela Fleck aus Ebersberg ans Mikrophon. Sie war vor zwei Jahren selbst auf der Insel Lesbos und hat das Flüchtlingslager besucht. Ihre Worte sind emotional, mahnend. „Wir müssen handeln!“ Moria ist das größte Flüchtlingscamp Europas. Ausgelegt ist es für 2.800 Bewohner. Dort leben mehr als 12.000 Menschen. Seit Jahren ist es ein Politikum.

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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