Schummeln erlaubt

Hohen künstlerischen Besuch hatte die 6b der Mittelschule in Grafing

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Benedikt Scherr, Klassenlehrer der 6b, Maja Das Gupta und ein Teil der vom Workshop begeisterten Kinder

Maja Das Gupta war zu Besuch mit einem Workshop, der die Kinder auf den Besuch des Theaterstückes „Lillys Bus“ in München vorbereiten sollte.

Grafing – Maja Das Gupta ist Absolventin des Deutschen Literaturinstituts in Leipzig, an dem sie Dramatik und Prosa studierte. Im Moment lebt sie in Berlin und ist sozusagen gerade von weiten Reisen wieder nach Hause gekommen. 

2018 bekam sie ein Stipendium der Robert-Bosch-Stiftung, um in Indien auf Recherche gehen zu können. So reist sie durch die Welt, fast so wie ihre Protagonistin Lilly in „Lillys Bus“. Lillys Vater ist Sinto, ihre Mutter Deutsche. Früh sieht sie sich mit Vorurteilen konfrontiert, aber es fasziniert sie auch von einem sogenannten fahrenden Volk abzustammen, deswegen spielt das Theaterstück auch in einem Bus. In diesem begibt sie mit den Kindern auf eine fiktive „Busfahrt“ in fremde Gegenden, sogar in Seelenräume und somit auf eine spannende Identitätssuche. Zugleich lässt sie die Zuschauer tief in ihre reale Welt blicken, in der sie den Ort ihrer Geburt so gut wie nie verlässt, da die Familie dafür nicht genug Geld hat. 

Mit viel Fantasie entwickelt sie Kindheitserinnerungen, die es so nie gegeben hat. Und dieses Schwindeln war auch gleich der Einstieg in den Workshop für die Kinder der 6. Klasse der Mittelschule Grafing. Sie interviewten sich gegenseitig und sollten eine kleine oder auch größere Schwindelei mit ein bauen. Das Spannende war nun, ob andere diese Unwahrheit auch beim Vortragen des Interviews erraten oder überhaupt merken würden. 

„Ihr Name ist Julia, sie ist zwei Meter lang, ihre Lieblingsfarbe ist rosa und ihr Lieblingsfach Mathe“, lautete die erste versteckte Schwindelei. Die war ganz schnell entdeckt, denn es ist offensichtlich gewesen, dass Julia eben keine zwei Meter groß ist. Bei der zweiten versteckten Lüge, hatten es die Kinder schon schwerer, selbst errieten sie diese gar nicht, das Geheimnis musste gelüftet werden. Man muss schon genau zuhören, um Schwindeleien zu entdecken und nicht nur, das auch auf die Körpersprache ist zu achten. Schon die erste Übung war ein intensives Kennenlernen auf eine ganz „neue“ Art. 

Die 6b ist auch die Premierengruppe sozusagen für dieses Schülerprojekt, welches Workshop und Theaterbesuch kombiniert. Benedikt Scherr, der Klassenlehrer, ist auch ganz glücklich darüber, dass ein Elternteil hier soviel spendete, dass für alle Kinder der Theaterbesuch inklusive Fahrt nach München nur noch pro Kind zwei Euro kostet. Ganz spannend dürfte für die Kinder auch noch sein, dass sie bei der Generalprobe dabei sein dürfen und sie die ein oder andere Regieanweisung von Das Gupta hören werden, also noch ein bisschen die Theaterluft schnuppern dürfen. Auf alle Fälle wird es für sie durchaus ungewöhnlich sein, ein Theaterstück im Bus erleben zu dürfen – schließlich kommt man sich da ja richtig nah. Es ist es ein fröhliches Stück, das auf Stärken verweist, die aus der Fähigkeit, sich selbst und anderen Geschichten zu erzählen, erwachsen. Tretner

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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