Gesicht zeigen

Demo gegen Rassismus in Ebersberg

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Altlandrat Hans Vollhardt und Landrat Robert Niedergesäß
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Ebersbergs Bürgermeister Walter Brilmayer
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Bürgermeister Walter Brilmayer und Landrat Robert Niedergesäß
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Bürgermeister Walter Brilmayer und Landrat Robert Niedergesäß

600 Menschen demonstrierten vergangenen Samstag gegen Rassismus in Ebersberg

Ebersberg – Unter dem Motto „Ebersberg izzz da“ riefen der Kreisjugendring und das Bündnis „Bunt statt Braun“ zu einer Demonstration gegen Rassismus in Ebersberg auf. Um die 600 Menschen waren vergangenen Samstag diesem Aufruf gefolgt, jüngere wie ältere. Bunt war die Menschenmenge auf dem Ebersberger Marktplatz. 

Auch Landrat Robert Niedergesäß und Ebersbergs Bürgermeister Walter Brilmayer waren unter den Demonstranten und setzten wie viele andere ihr Zeichen gegen Rechts. Unter Polizeischutz zog die Menge, angeführt von einigen Motorrädern und einem historischen Fahrzeug, vom Marienplatz durch die Fußgängerzone über den Bahnhof und die Kreisklinik zurück zum Marktplatz, zur dortigen Kundgebung. „Gemeinsam gegen Rassismus“ oder „Kein Bock auf Nazis“ war auf den Transparenten etwa zu lesen. Die Stimmung war gut, man fühlte sich zusammengehörig. 

Angela Warg-Portenlänger vom Bündnis „Bunt statt Braun“ rief in ihrem Statement gegen völkisches, nationalistisches und rassistisches Gebaren auf und empörte sich vehement gegen Populismus und die AfD. „Wer einzelne angreift, greift alle an!“ so ihr Appell. Natürlich wurde auch der entsetzliche Anschlag in Neuseeland verurteilt. Entsetzen darüber auch in Ebersberg. Allerdings: auch im Landkreis existiere rechte Gewalt. „Bekennt Farbe! Wir sind mehr,“ so ihr Plädoyer für eine offene, freie Gesellschaft. Kräftiger Applaus. Gemeinsamkeit bedeute Verschiedenheit, Vielfalt und eben das Miteinander verschiedener Kulturen. „Diese Welt ist bunt und gehört uns allen!“ 

Dass die Band SPAM auf der Bühne auch jiddische Lieder spielte, unterstrich das Anliegen der zusammengekommenen Menschen. Ilke Ackstaller vom Verein für Ausländerhilfe mahnte, Menschenrechte dürften grundsätzlich nicht verletzt werden, rechte Gewalt aber Rassismus aber seien derartige Verletzungen. Wieder großer Beifall. 

Der Rapper Maha Seck von der Band „Black Dia“ sprach allen aus der Seele: „Wir alle sind eins, ganz gleich woher wir kommen.“ Der Sänger mit senegalesischen Wurzeln hat in Ebersberg eine eigene Gruppe gegründet. Zwar wurde einer der drei Bandmitglieder, der Rapper Adama Dieng Ende vergangenen Jahres in den Senegal abgeschoben, doch Maka und Abdoulaye Gueye machen weiter und ließen auch auf der Kundgebung ihren Hip-Hop hören. 

Dass die Organisatoren der Demonstration auch von Rassismus betroffene Menschen auf die Bühne holten, Achmet aus dem Senegal und Hasan aus Palästina, unterstrich die herbe Realität: Rassismus im Alltag ist alles andere als eine Erfindung, wie die Berichte der beiden Männer veranschaulichten. Ilke Ackstaller brachte es auf den Punkt: „Ein vernünftiger Diskurs ist mit Vorbehalten und Stammtischparolen nicht zu führen.“ Schon in der Einladung zur Demonstration hatte Philipp Spiegelsberger, seit Dezember 2018 Geschäftsführer des Kreisjugendrings, darauf hingewiesen: „Populisten mit einfachen rechten Parolen machen sich in unserem Land immer mehr breit und treten offen mit menschenverachtenden Reden auf und schrecken auch nicht vor Aufrufen zur Gewalt gegen Geflüchtete und weitere Gruppen unserer Gesellschaft zurück.“ 

Dass viele Menschen das nicht hinnehmen wollen, zeigte sich am Samstag mehr als deutlich. Es ist gut, dass solche Zeichen gesetzt werden und Menschen öffentlich ihre Stimme erheben. Unter den Ebersberger Demonstranten zumindest herrschte Konsens: „Rassismus und menschenverachtende Parolen haben in unserem Landkreis keinen Platz! Wir stehen für ein gemeinsames, tolerantes und menschenfreundliches Miteinander.“ Dafür kann man eigentlich nur Gesicht zeigen. Kees

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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