Aus dem Vaterstettener Gemeinderat

Mühsam vorwärts

Beim geplanten Schulzentrum in Vaterstetten hat es der Gemeinderat im dritten Anlauf endlich geschafft, die Ausschreibung für den Architektenwettbewerb abzusegnen. Beinahe hätte man sich wieder in zahlreichen Detailfragen verloren.

Vaterstetten – „Wir müssen jetzt mal weiterkommen mit der Schule“, brachte es am Ende Josef Mittermeier (SPD) auf den Punkt. Vorausgegangen war ein umfangreiches Paket mit Fragen und Anregungen durch die Grünen und den erst jüngst nachgerückten FW-Gemeinderat Herbert Uhl. Dabei wurde unter anderem diskutiert, ob die Schülergarderoben lieber in oder vor den Klassenzimmern bzw., in einem eigenen Raum situiert sein sollten, ob Teamräume in Lernlandschaften „Grüppchenbildung“ (Axel Weingärtner/Grüne) im Kollegium verursachen, ob Schulküche und Forschungslabor einen externen Ausgang brauchen. Zudem meldeten die Räte weitere Wünsche an und forderten eine Pausenhalle mit 400 Plätzen – der Größenordnung eines Bürgersaals – sowie den Ausbau der Sporthalle zur Versammlungsstätte. Das aber hätte erhebliche Auswirkungen aufs Bauprogramm, wie Architekt Till Fischer, der das Verfahren für die Gemeinde managt, erklärte. Zum einen brauche es zusätzliche Flächen, beispielsweise für ein Stuhllager. Zum anderen hätte es bautechnische Auswirkungen, denn hier greife das Bundesimmissionsschutzgesetz, nach dem Lärmüberschreitung an nicht mehr als zehn Tagen im Jahr auftreten dürfen. Daher müsste die Fassade wegen des angrenzenden reinen Wohngebiets eine andere Schalldämmung haben und der Besucherverkehr entsprechend verträglich vom Gelände abgeleitet werden. CSU-Sprecher Michael Niebler verwies in dem Zusammenhang auf eine Absage des Staatlichen Schulamts, das eine Versammlungsstätte in der Aula kategorisch ablehne. Unverständnis bei Axel Weingärtner: Andere Schulen hätten dies ja auch. Zudem sei immer betont worden, dass der Standort im Sportzentrum so geeignet sei, weil er so abgeschottet liege. Die größten Bauchschmerzen – das war den Gemeinderäten deutlich anzumerken – verursachen jedoch die Kosten für das Projekt. 24 Millionen sind derzeit veranschlagt, doch offenbar trauen einige dem Braten nicht. Weshalb Weingärtner eine Kostenprüfung bereits während des Wettbewerbsverfahrens forderte. Das würde etwa 25.000 Euro kosten, aber nicht viel bringen, meinte Fischer. Schließlich gehe es bei dieser Art von Wettbewerb darum, einen geeigneten Entwurf für seine Wünsche samt Planer zu finden. Sei der Kostenfaktor im Wettbewerb entscheidend, könnte am Ende ein vielleicht nur zweitklassiger Entwurf das Rennen machen, warnten die Fachleute. Zudem sei es nur eine Scheinsicherheit, so Fischer, in diesem Stadium gebe es nämlich noch keine verlässliche Kostenschätzung.„Wir können aber nicht die Katze im Sack kaufen“, meinte Mittermeier und auch Vize-Bürgermeister Martin Wagner (CSU) hätte gerne „eine Hausnummer“. „Brauchen wir 20 oder 30 Millionen für den Entwurf?“ Den vom Gemeinderat vorgegebenen Kostenrahmen einzuhalten, sei Aufgabe der Umsetzung bzw. der damit beauftragten Projektsteuerung, erklärte Fischer. Und über die Umsetzung eines der fünf Preisträgermodelle entscheidet das mit Gemeinderäten besetzte Vergabegremium.Auch wenn letztendlich nicht bei allen Gemeinderäten alle Fragen und die letzten Zweifel ausgeräumt waren, wurde der Auslobungstext für den Schulwettbewerb mit zehn Gegenstimmen – SPD, Grüne, FDP, FBU und Herbert Uhl (FW) – endlich abgesegnet. Ende des Monats soll der Wettbewerb im Amtsblatt der Europäischen Union bekannt gemacht werden; Ende Februar ist Bewerbungsschluss für die nicht bereits festgelegten Architekturbüros. Ende Juni soll das Preisgericht dann seine Entscheidung treffen.die

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