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Peter Pfaff geht

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(v.li) Laudator Walter Brilmayer, Moderator Ulrich Proske, Musikschulleiter Wolfgang Ostermeier, Brigitte und Peter Pfaff (2.v.r.) sowie Markus Lentz, Vorsitzender des Verbandes bayerischer Sing- und Musikschulen.
Zur Übergabe des ersten gläsernen Ebers mit Gravur, den Ehrenpreis des Landrates an Peter Pfaff, versammelten sich auf der Bühne (v.li) Laudator Walter Brilmayer, Moderator Ulrich Proske, Musikschulleiter Wolfgang Ostermeier, Brigitte und Peter Pfaff (2.v.r.) sowie Markus Lentz, Vorsitzender des Verbandes bayerischer Sing- und Musikschulen. © hr

„Ein Beender war ich nie, immer ein Anfänger“. Musikschulleiter mit Festakt verabschiedet.

Landkreis – „Wenn der Leiter einer Musikschule nach 34 Jahren verabschiedet wird, dann ist das schon etwas Besonderes. Wenn einer wie Peter Pfaff nach 34 Jahren verabschiedet wird, ist das sogar ganz etwas Besonderes“, begann Landratsstellvertreter Walter Brilmayer seine Laudatio für Pfaff, den Musiker, den Musikpädagogen, den Musikschulleiter und Musikschulphilosophen, aber auch den Bauprojektberater, der forderte, vor allen anderen Projektanten zuerst einen Akustiker hinzuzuziehen, damit der Klang zum Tragen kommt.

Wenn Pfaff über sich selbst sagt, ein „Anfänger zu sein“, so bestätigen dies alle, die beim Festakt lobende Dankesworte für seine innovative Arbeitsweise aussprachen. Für neue Projekte hatte Pfaff immer ein offenes Ohr. Offenheit, Flexibilität und Vielseitigkeit prägten Pfaffs Umgang mit seinen Mitmenschen im Alltag. Frank Haschler, Initiator und Mitbegründer des EBE-JAZZ-Festivals, fasste kurz: „Ein großes Dankeschön für seine Offenheit, sein Genre-übergreifendes Denken und für seine Unterstützung“. Mit Pfaffs Unterstützung wurden viele Pilotprojekte zu echten Erfolgsmodellen. Er selbst dankte seinem „Verwaltungs-Dream-Team“ Antonie Fusseder und Hildegard Fröhlich, „doch aufgrund des Arbeitspensums blieb keine Zeit zum Träumen“.

Allen voran lobte Walter Brilmayer, der in Ebersberg über drei Jahrzehnte hinweg die Errichtung des Bürgerhauses, des Theaterhofs sowie des Stadtsaals forcierte, „Peter Pfaff hatte maßgeblichen Anteil daran. Er war immer ein herausragender Ideengeber, Konzeptentwickler und Visionär“. Kurz: Aus dem ehemaligen Klosterbauhof mit Misthaufen wurde ein kulturelles Zentrum, in dem Musikunterricht, Aufführungen und die Verwaltung stattfinden können und dessen Stadtsaal den Ansprüchen eines Bayerischen Rundfunks für seine Aufführungen gerecht wird.

Zu Pfaffs alltäglichem Arbeits-„Repertoire“ gehörte nicht nur, dass er seinen reichen Fundus an Fachwissen vermittelte, sondern auch sich engagiert einsetzte, den Kita-Kindern Instrumente zu erklären, der Musikschule eine innovative Leitung zu sein und nicht zuletzt unermüdliche Überzeugungsarbeit bei Bürgermeistern, Stadt- und Gemeinderäten zu leisten, damit trotz klammer Kassen der Kommunen die musikalische Bildung der Kinder zu finanzieren ist, da diese von großer Bedeutung fürs spätere Leben und das gesellschaftliche Zusammenleben ist.

Pfaff schaut aber auch gern über den Tellerrand hinaus. Schon in den 90er Jahren war er als junger und ambitionierter Musikschulleiter oft in Weilheim, um an zahlreichen Sitzungen und Arbeitstagungen des Musikschulverbands prägend mitzuwirken. Hier kreuzten sich erstmals die Wege von Pfaff und Ostermeier, der in Weilheim seinen musikalischen Werdegang begann. Zum Festakt waren viel Wegbegleiter von Pfaff ins schneebedeckte Ebersberg gekommen, so bekannte Musikschulleiter wie Kurt Schneeweis (Vaterstetten) und Josef Dichtl (Weilheim) und nicht zuletzt Markus Lentz, Vorsitzender des Verbandes bayerischer Sing- und Musikschulen. Auch Kooperationspartner wie die vhs-Grafing, JAZZ-EBE, musikalische Urgesteine wie Josef Ametsbichler, Bürgermeister der Verbandsgemeinden und nicht zuletzt auch ‚alte speicher‘-Hausherr Markus Bachmeier waren unter den Gästen. Musikschüler und -lehrer der Musikschule gaben dem Festakt einen würdigen und beeindruckenden musikalischen Rahmen.

Der Blickwinkel des amtierenden Ebersberger Musikschulleiters Wolfgang Ostermeier zeigte weitere Aspekte von Peter Pfaffs Lebenswerk. „Ich bin Dir dankbar für die Freiheiten, die Du mir gegeben hast, mich in der Führung und Leitung der Musikschule zu entfalten. Ein wegweisendes Projekt und Lernfeld war der Auf- und Ausbau des Band-Workshops der Musikschule, inzwischen ein Erfolgsmodell“. Den vollsten Respekt zollt Ostermeier Pfaff, weil dieser bei schwierigen Entscheidungen immer den gangbarsten Weg fand. Ostermeier hob hervor, dass Pfaff den Leitbildprozess vorangetrieben habe und dieser nach drei Jahren als Teamleistung in der Broschüre „Musik ist Ausdruck der Natur des Menschen“ veröffentlicht wurde. Demnach entwickelt der Mensch „beim Musizieren eine positive Grundstimmung“; auch „stärkt sich dabei die soziale Intelligenz“. Diese im Leitbild formulierten Ziele können nach der Pandemie nun endlich, zum Teil noch in Pilotprojekten realisiert werden. Ein hohes Maß an Innovationsbereitschaft bei allen Akteuren ist hierzu erforderlich. „Die Weichen dafür hast Du, lieber Peter, rechtzeitig gestellt und wir nehmen im Bereich der Kooperationen eine führende Rolle innerhalb der bayrischen Musikschulen ein“, lobte Wolfgang Ostermeier. ar

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