Brauen für Ebersberg

Bier aus Ebersberg

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Brauen für Ebersberg wieder Bier: Franz Otter, Martin Otter, Tanja Gronde (Frau von Sebastian), Monika Otter (Frau von Martin), Gerd Otter und Sebastian Otter.

Nach 45 Jahren Pause wird die Ebersberger Bier-Tradition fortgesetzt – das erste Bier der Schlossbrauerei gibt es ab dem 21. September

Ebersberg – Bis 1974 hatte die Kreisstadt eine eigene Brauerei, die Schlossbrauerei. Braurecht hat Ebersberg seit 1400. Es war Herzog Ernst der dem Kloster am Matthäustag, den 21. September 1400 das „Leutgeb“ und „Schankrecht“ zusprach. Die Brauerei – sie wurde auch nach der Säkularisation weiter betrieben - durchlief im Lauf der Zeit einige Besitzerwechsel. 1901 übernahm Hermann Schmederer, Sproß einer Münchner Brauerfamilie, die Ebersberger Schlossbrauerei. 

Doch der Druck auf kleine Bierproduzenten wurde im Lauf der Zeit so groß, grundlegende Modernisierungen oder gar ein Neubau deshalb zum unkalkulierbaren Risiko, dass man 1974 das Bierbrauen schweren Herzens einstellte. 

Und jetzt kommen die Otters ins Spiel. Die Brüder Martin, Gerd und Sebastian sind Nachfahren jenes Brauers, ihnen gehört das Ebersberger Kloster, das seitdem der Ritterorden der Malteser 1781 das Kloster übernommen hatte, als „Schloss“ bezeichnet wird. Die drei Brüder haben sich entschlossen zum Matthäustag 2019 die Schlossbrauerei wieder aufleben zu lassen. Sie brauen bereits. Heißt: ab dem 21. September gibt es wieder Ebersberger Bier zu kaufen. 

Bislang wird zwar nicht in Ebersberg gebraut, das ist noch Zukunftsmusik, doch das typisch Münchner Helle kann man ab dem Jubiläumstag beim ANDERL Getränkemarkt in Ebersberg, bei EDEKA Peschl, REWE Sattler, beim Biomarkt Korn und in Sebastian Otters Bücherstube „BuchOtter“ am Marienplatz bekommen. 

Gebraut wird der süffige Gerstensaft derzeit in der Camba Brauerei im Chiemgau, abgefüllt bei Wildbräu Grafing. Das Bier hat eine Stammwürze von 11,2°P und einen Alkoholgehalt 4,9%. Die erste Ladung Bier hat das Geschwistertrio übrigens höchst persönlich im Biertankwagen von Seeon nach Grafing transportiert. „Die Aufschrift auf dem Fahrzeug haben wir aber abgeklebt,“ erzählen sie schmunzelnd. 

Beim ersten Sud sind etwa zehn Hektoliter zusammengekommen, beim zweiten sogar mehr. Anfragen von Gaststätten, die das Bier gerne ausschenken wollen, gibt es bereits. Doch erst einmal will man die Resonanz beim Publikum abwarten. „Von Kindheit an haben wir den Traum gehabt, die Brauerei wieder zu eröffnen,“ erzählt Sebastian Otter. „Wir dachten aber, das sei unmöglich. Nachdem sich inzwischen allerdings die Brauereilandschaft verändert hat, ist jetzt die Zeit dafür.“ B

evor man an die Öffentlichkeit ging, wurde natürlich erst einmal in der heimischen Küche experimentiert und dann erfahrene Braumeister hinzugezogen. „Wir wollen ein Bier für die heutige Zeit, das zu uns und zu Ebersberg passt,“ so das Credo der Otters. Das scheint gelungen. Der erste Tropfen mundet vorzüglich. Ganz so wie einst schmeckt das Bier freilich nicht, das hat schon mit der veränderten Rohstoffsituation und der technischen Entwicklung zu tun, doch die Otters brauen ihr Bier in Anlehnung an das einstige Rezept. 

Mit ihm Team ist übrigens auch Martin Otters Sohn Franz, der mit seinem Marketing- und Management- Knowhow das Trio bestens ergänzt. Auch die Ehefrauen arbeiten mit, Martin Otters Frau Monika und Sebastian Otters Frau Tanja Gronde. Freilich ist angedacht, auch wieder im Schloss zu brauen, so wie früher. Doch dafür müssen dort erst einmal die baulichen Gegebenheiten geregelt werden. Und das braucht bekanntlich Zeit, schließlich steht das Ebersberger Schloss unter Denkmalschutz. „Aber, es bewegt sich etwas,“ erzählt Gerd Otter, der sich als Architekt den baulichen Themen widmet. „Ideen, was man mit dem Gebäude alles machen kann, haben wir genügend,“ verrät Martin Otter, „eine Wirtshausbrauerei in Ebersberg ist eine davon.“ Sprich: eine Gastronomie mit eigener Brauerei könnte bald im Ebersberger Schloss eine Heimat finden. „Doch das wird wohl noch ein paar Jahre dauern,“ ergänzt Gerd. 

Jetzt wollen sie ihre Marke etablieren und wenn das Ebersberger Bier auf dem Markt funktioniert, wird ein tragfähiges Gesamtkonzept vorgelegt und ins Gebäude investiert. Wenn alles nach Plan läuft, dann hat Ebersberg bald wieder eine eigene Brauerei – eigenes Bier hat die Kreisstadt bereits wieder. Kees

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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