Aus dem Vaterstettener Gemeinderat

Der nächste Schritt zum Neubaugebiet

Ein neues Wohngebiet für etwa 1400 Menschen soll im Nordwesten der Gemeinde Vaterstetten, zwischen Dorfstraße und Autobahn, entstehen. Einige Anlieger sorgen sich wegen des zusätzlichen Verkehrs, andere Bürger halten die Neubebauung für zu eng - das wurde jetzt bei der öffentlichen Erörterung der Pläne deutlich.

Vaterstetten – Reihenhäuser und Geschosswohnungen, dazu eine viergruppige Kindertagesstätte, ein Erweiterungsbau des GSD-Seniorenwohnheims mit rund 100 neuen Plätzen sowie Gewerbeflächen – all das soll auf das rund 13 Hektar große Areal im Nordwesten Vaterstettens drauf. „Viele Bürger suchen neuen Wohnraum, ich bekomme im Rathaus fast täglich Anfragen dazu“, erzählte Bürgermeister Georg Reitsberger (FW) bei der öffentlichen Erörterung der Planungen vergangenen Donnerstag im katholischen Pfarrzentrum. Außerdem wird mit dem Erlös aus der Gemeindeerweiterung die 34 Millionen teure neue Grund- und Mittelschule samt Schwimmbad refinanziert. Als nächster Schritt stehen nun der notwendige Bebauungsplan und die Änderung des Flächennutzungsplans an. Bislang ist das Gebiet landwirtschaftliche Fläche. Aufgestellt wird der Bebauungsplan auf der Grundlage des Entwurfs des Münchner Architekturbüros steidle architekten und der Landschaftsarchitekten grabner + huber. Sie hatten beim städtebaulichen Ideenwettbewerb vergangenes Jahr mit ihrem Modell den ersten Preis gewonnen (Hallo berichtete). Tatsächlich könnte das Neubaugebiet hinterher sehr ähnlich aussehen, denn die Gemeinde will nach eigenen Angaben „sehr nah“ an dem Entwurf bleiben. Wie genau gebaut wird, das regeln zum einen die im Bebauungsplan festgelegten Bedingungen, zum andere die Planungen der diversen Investoren und Bauträger, die auch über Miet- oder Eigentumswohnungen bestimmen werden. Einigen Bürgern kamen die auf den Plänen dargestellten Bauklötzchen jedenfalls viel zu eng gesetzt vor. „Das ist doch wie im Zoo“, so ein Kommentar. Architekt Johann Spengler widersprach: „Da ist mehr Luft und Licht drin wie an anderer Stelle der Gemeinde.“ Die Abstände zwischen den Häusern seien nicht geringer als im Umfeld, an dem man sich auch orientiert habe. Die Reihenhäuser hätten die klassische Breite von sechs Metern, die dreigeschossige Bebauung sei eine in Vaterstetten gängige Form. „Meiner Meinung nach ist das verträglich“, fand auch Bürgermeister Reitsberger. Bedenken hatten einige Anwesende bezüglich des Verkehrs. Eulen- und Birkenweg würden in der heutigen Form, aber ohne Autoverkehr, bestehen bleiben, so Reitsberger. Die Zufahrt zu bestehenden Kindertagesstätte werde geändert. Für das gesamte Neubaugebiet gibt es eine neue Erschließungsstraße, die etwa in Höhe Wertstoffhof-Zufahrt von der Dorfstraße abgeht. Die Dorfstraße werde in der Zukunft jedoch sicher stärker belastet, gab Architekt Spengler offen zu. Die Anregung, die neue Straße direkt an die Ottendichler Straße anzubinden, wurde von den anwesenden Verkehrsexperten abgelehnt. Nicht alle Bewohner des Neubaugebiets, zu denen auch jede Menge Kinder gehören werden, würden morgens mit zwei Autos rausfahren, es gebe also sicher keine Staus vor Ort. Zudem sei die Grundstücksverfügbarkeit nicht gegeben, informierte Reitsberger. Etwas unklar ist noch die Entwicklung des geplanten Einheimischenmodells, das in dem Gebiet mit umgesetzt werden soll. Der bisherige Plan: Die Eigentümer bauen selber und kaufen keine fertige Immobilie. Ebenfalls noch offen ist die Ansiedlung von Genossenschaftswohnungen. „Hier soll Wohnraum geschaffen werden, der erschwinglich bleibt“, erklärte der Bürgermeister. Läuft mit den Verfahren alles gut, könnte bereits im Herbst 2016 der erste Spatenstich stattfinden, so Bauamtsleiterin Brigitte Littke optimistisch. Auf jeden Fall will die Gemeinde den Bebauungsplan bis zum Sommer 2016 abgeschlossen haben. Vorher wird es Ende dieses Jahrs aber erst nochmal eine Beteiligung der Öffentlichkeit geben. die

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