Aus dem Pfaffinger Gemeinderat

Mehr Druck für den Hochbehälter der VG Pfaffing

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Das gab‘s schon einmal vor 24 Jahren: Selber Hochbehälter in Stauden, Konrad Haindl erklärt für dasselbe Ingenieurbüro dem damaligen Gemeinderat die Planung zur Erweiterung. Drei Millionen Mark hätte das damals kosten sollen

Der neue Hochbehälter für die Verwaltungsgemeinschaft (VG) Pfaffing soll auch den Wasserdruck erhöhen. Mit dieser Entscheidung gaben die VG-Räte der Gemeinden Albaching und Pfaffing eine Richtung vor.

Pfaffing – Bereits ein Vierteljahrhundert ist in der VG Pfaffing die Diskussion um einen Hochbehälter alt. Dies stellte VG-Vorsitzender Lorenz Ostermaier bei einer Versammlung fest. Bereits damals sei festgehalten worden, dass 600 Kubikmeter Fassungsvermögen nicht genügen. 2.500 Kubikmeter müssen es heute mit Blick in die Zukunft sein, aufgeteilt in zwei Tanks mit 14 Metern Durchmesser und acht Meter Höhe. 

Von außen sei die Anlage ein schlichter Holzstadl, erklärten die Ingenieure Richard Steiner und Eduard Steiner vom Rosenheimer Planungsbüro INFRA. Sie präsentierten zwei Varianten zur Abstimmung, eine am derzeitigen Standort und die andere höher gelegen. 30 Meter höher und damit 573 Meter über Meereshöhe bedeuten eine Drucksteigerung um drei Bar, somit wird das Drucksteigerungswerk in Zell überflüssig, denn das verstärkt um denselben Wert. Der Wasserdruck im Netz würde durch den Wegfall des ständigen An- und Ausschaltens erheblich konstanter, zudem besitze die Anlage keine Notstromversorgung, die sei aber unbedingt für 115.000 Euro nachzurüsten und auch die Wartung falle weg. 

Hingegen der größte Nachteil eines höheren Drucks seien die tieferliegenden Häuser, etwa bei Köckmühle oder in Dirnhart, die verfügen dann über weitaus mehr Druck als sie benötigen, Leitungen könnten Schaden nehmen. Doch alle Gebäude, so der Ingenieur, sollten über einen Druckminderer verfügen, das sei Stand der Technik seit 1996. Die Leitungen davor könnte man abschnittsweise bei mehr als zehn Bar mit extra Druckminderern ausstatten. 

Ob die Leitungen den Wasserdruck aushalten, müsse noch untersucht werden, denn klar sei, dass auch Kunststoffrohre mit der Zeit brüchig würden. Zu den Nachteilen komme der zusätzliche Weg zum etwa 400 Meter entfernten neuen Behälter hinzu. A llerdings sei beim alten Standort genauso ein 1.500 Quadratmeter großes Grundstück zu erwerben, denn das bestehende biete keinen Platz für einen weiteren Bau, und das Stilllegen der Anlage für ein Jahr sei keine Option. Die größere Höhe fordere auch mit jährlich 4.000 Euro Unterhalt. Denn es sei mehr Energie zum Füllen des Behälters notwendig. Auch schlagen neue Pumpen zu Buche. Diese würden in der Anschaffung 40.000 Euro. 

Unterm Strich kommt der höhere Standort auf 2,1 Millionen Euro und ist damit 130.000 Euro teurer als die tiefer gelegene Variante. „Der höhere Standort bietet mehr Sicherheit und weniger Schwankungen im Druck.“, meinte dazu Albachings Bürgermeister Franz Sanftl. Und: man soll jetzt „die Weichen dafür stellen“, und das nicht dem neuen Gremium in einem Jahr überlassen, „dann geschieht erst einmal nichts mehr“, befürchtete auch Vorsitzender Ostermaier. Offen ist der Grunderwerb, der sei zu klären und komme noch hinzu. 

Untersucht wurde auch die Frage, ob ein Zuschuss möglich sei, doch dafür müsste die VG in den kommenden beiden Jahren 3,3 Millionen Euro zusätzlich ausgeben. Das würde auf die Investitionen von aktuell 8,9 Millionen Euro seit dem Jahr 1992 angerechnet und gelte dann als bezuschussbarer Härtefall. Zu dieser hohen Ausgabe „führt kein Weg hin, vor allem nicht in der kurzen Zeit“, schätzte das Vorsitzender Ostermaier ein. Im nächsten Schritt sei die Finanzierung zu beleuchten, die Belastbarkeit der Leitungen zu untersuchen und die Frage zu beantworten, ob das Geld über den Wasserpreis oder einen Verbesserungsbeitrag wieder hereinkommen solle.kg

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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