Aus dem Kirchseeoner Gemeinderat

Neues Spiel? Nicht in Eglharting

Das Gewerbegebiet im Nordwesten Eglhartings ist ein begehrter Standort, kein Frage. Doch auch Betreiber, die in manchen Gemeindeverwaltungen nicht so gerne gesehen sind, wollen hier freilich unterkommen. In Kirchseeon hat sich hier ein Casino-Betreiber um Ansiedlung bemüht – vergeblich?

Eglharting – Insgesamt 13 so genannte Flurnummern – also Grundstücke im allgemeinen Sinne – bildeten einen Tagesordnungspunkt bei der ersten Sitzung des Gemeinderats im neuen Jahr. Es geht um die Festsetzung eines Bebauungsplans. Gerne aufgenommen sind in solchen Bereichen freilich so viel Einzelhandel, Dienstleistungsgewerbe und verarbeitende Betriebe wie möglich. Ein ansprechender „Gebietscharakter“ soll durch eine bunte, nachgefragte Mischung entstehen. Dass es hier Steuergelder zu holen gibt, ist ja nun kein Geheimnis. Und wenn sich viele Betriebe ansiedeln, die zum Gesamteindruck der Gemeinde gut passen, dann wird sich wohl niemand dagegen sträuben. Was aber etwa in Bad Wiessee, dem legendären Kurort am Tegernsee, seit Jahrzehnten zum – freilich in ansprechender Qualität – guten Ton gehört, das will man in – abgewandelter Form – nicht haben: Ein Spielcasino. Dass ein solches vom hohen Niveau wie im genannten Promi-Ort in der Marktgemeinde wohl nicht geplant ist, scheint auf der Hand zu liegen. Wie genau es aber um den Charakter der geplanten Zocker-Einrichtung bestellt ist, wurde in der Sitzung nicht deutlich. Klar aber: Das wollen wir in unserem Gewerbegebiet nicht haben! Diese Forderung wurde bereits in der Sitzung am 12. November letzten Jahres deutlich gemacht, dass nämlich eine Teilfläche der Siriusstraße 9 einer Spielhalle ausdrücklich nicht zur Verfügung gestellt werden solle. Dem Landratsamt gegenüber wurde also ein positives Einvernehmen zu so einer „Ansiedlung“ verweigert. Lebensmittel, Sportangebote, Gaststätten, PKW-Verkauf etc. sollen weiterhin für die „derzeit hohe Wertigkeit“ des Gewerbegebiets sorgen, so im Sachvortrag. Ein „Casino“ – welcher Art auch immer – habe dort nichts zu suchen. Ansonsten würde ein so genannter „Trading-Down-Effekt“ bewirkt, quasi ein schlechtes Image, ein schlechter Eindruck geschaffen – für bestehendes Gewerbe ebenso wie für mögliche, begrüßenswerte Neuansiedler. Anlass für diesen mit einstimmiger Mehrheit gefassten, erneuten Ausschluss der betreffenden „Spielbetreiber“ war ein möglicherweise problematischer Artikel in der Baunutzungsverordnung, der ausnahmsweise zulässige Nutzungen – in diesem Fall eben unerwünscht – zulassen könnte. osw

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