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Null Toleranz statt Arbeitskreis

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Gefühlt mehr Dämmerungseinbrüche, vermehrter Vandalismus in Kirchseeon? Die örtliche SPD-Fraktion hat diesen Eindruck, fordert daher einen extra Arbeitskreis. Die anderen Fraktionen haben da eine ganz andere Ansicht.

Kirchseeon – In der Februarsitzung stand das Thema Sicherheit zwar erst als Tagesordnungspunkt 8 auf dem Plan, verursachte aber mit die hitzigsten Wortbeiträge. Anlass dazu der SPD-Antrag, einen überfraktionellen „Arbeitskreis Sicherheit und Schutz für Kirchseeoner Bürger“ zu gründen. Beigetragen dazu hat sicherlich die jüngste Diskussion, aber auch Informationsinitiativen der Polizei, rund um vermeintliche Unsicherheit und damit Unbehagen in der Bevölkerung, denn irgendwie scheinen Ängste aufgrund aktueller Dämmerungs- einbrüche oder Vandalismus (Wandschmierereien) zuzunehmen. Dazu nahm SPD-Rätin Manuela Obert insofern Stellung, als sie im Auftrag ihrer Fraktion den am 10. Februar im Markt Kirchseeon zugegangen Antrag auf die besagte Arbeitskreisgründung einging: 1. habe das Grundbedürfnis der Bürger in der Marktgemeinde auf Schutz und Sicherheit u.a. aufgrund der vielen Einbrüche Ende 2014 oberste Priorität in der Gemeinde. 2. solle verhindert werden, dass eben die erwähnte Zweiklassengesellschaft mit gesicherten Reichen und Einwohnern ohne genügend Eigenkapital für häusliche Sicherheitsmaßnahmen entstehen könnte. 3. müsse die Sensibilisierung der Eigenverantwortlichkeit vor oder im Gefahrenfall erhöht werden. 4. befürchte die SPD-Fraktion, dass aufgrund geringer Aufklärungsquote die Marktgemeinde an Attraktivität als Zuzugsgebiet einbüßen könne. Punkt 5 bildete das zusammengefasste Ziel des möglichen Arbeitskreises: Sich mit anderen Nachbargemeinden vernetzen, gemeinsam Inhalte von möglichen Maßnahmen erarbeiten und bündeln. Eine zusätzliche Besetzung durch z.B. interessierte Bürger oder Experten solle den Arbeitskreis fachlich aufwerten. Da war CSU-Mann Paul Höhrl (Polizeioberrat i.R.) ganz anderer Ansicht: Kirchseeon sei nicht mehr bedroht als andere Gemeinden im Landkreis. Bei der aktuellen und eben insgesamt vergleichsweise erfreulichen Sicherheitslage in Bayern generell, aber eben besonders im Landkreis, gebe es keinen Grund für gestiegene Ängste. Die genannte Zwei-Klassen-Gesellschaft konnte er so nicht bejahen, denn Einbrecher suchen sich nun nicht unbedingt Wohngegenden von Sozialhilfeempfängern aus, sondern konzentrieren sich doch auf \"lohnende\" Objekte. Abgesehen davon stehe es jedem offen, sich Tipps und Infos von der Polizei zu holen. Und er baue nach wie vor auf das „Null-Toleranz“-Prinzip: Dieses bewirke, dass Schmierereien etwa im S-Bahnbereich von der Gemeinde beseitigt würden. Das zeige Wirkung, bestätigte ihm auch Udo Ockel. Die Grünen sahen ebenso keinen Bedarf am Arbeitskreis. Komplett würde man so etwas zwar für die Zukunft nicht ablehnen, doch vielmehr solle man die Bürger zu mehr Eigenintitiative motivieren; dazu wären weitere Infoveranstaltungen durchaus wünschenswert. Die Freien Wähler stimmten all diesen Argumenten zu, unterstrichen zudem, dass man ja beispielsweise an diesem Sitzungsabend wieder einmal viel Geld für das Wohl der Familien in die Hand genommen hätte. Der SPD-Antrag wurde gegen die Stimmen der Sozialdemokraten mehrheitlich abgelehnt.osw

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