Landkreis der Inklusion

Jubiläum beim Einrichtungsverbund Steinhöring

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40 Jahre Frühförderstelle im Landkreis Ebersberg, 10 Jahre Werkstätten für Menschen mit seelischer Behinderung samt Wohnbereich und fünf Jahre Speisekammer Ebersberg - das ist ein Grund zum Feiern.

Ebersberg - Anlässlich dieser Jubiläen lud der Einrichtungsverbund Steinhöring vergangenen Samstag zu einem Tag der offenen Tür in seine acht Ebersberger Einrichtungen. 

Zum Auftakt in der Speisekammer am Bahnhofsplatz begrüßte neben der Gesamtleiterin des Einrichtungsverbunden, Gertrud Hanslmeier-Prockl, der Schirmherr der Veranstaltung, Landrat Robert Niedergesäß. Er betonte, wie normal es sei, unterschiedlich oder verschieden zu sein. „Es ist ein starkes Signal, die Einrichtungen ins Zentrum der Kreisstadt zu legen, direkt an die S-Bahn. Wir sind ein sozialer Landkreis, ein Landkreis der Inklusion.“ Tatsächlich, überquert man die Ampel vom Bahnhof Richtung Fußgängerzone, liegt rechts die Speisekammer recht prominent, ein Bio-Restaurant mit Naturkostsortiment, regionaler und saisonaler Küche, der Arbeitsplatz für Menschen mit Behinderung ist. 

Im anschließenden Gebäude sind die Werkstätten und der Wohnbereich für Menschen mit seelischer Behinderung untergebracht. Die Leiterin dieses Hauses, Viktoria Antoni-Gschwendtner und ihre Mitarbeiter führte durch die Werkstätten. Tee-Adventskalender, Weihrauchsets oder Kachelofenanzünder werden im Montagebereich etwa zusammengebaut, alles, was mit Verpackung zu tun hat. Man gewann den Eindruck, die Menschen dort fühlen sich gut aufgehoben. Neben psychologischem und ärztlichem Angebot steht ihnen im Haus auch ein Ruheraum zur Verfügung, für notwendige Pausen während der Arbeitszeit. „Manchen Menschen hilft es sehr, wenn sie eine Struktur bekommen, ihr Leben wird dadurch lebenswerter,“ so die leitende Sozialpädagogin. Gegenüber stehen Computer und Scanner. 

Im Raum für Datensicherung können Akten oder sonstige Daten digitalisiert werden. Sogar ein Großformatscanner ist vorhanden, mit dem sich etwa Pläne einscannen lassen. Über Aufträge freut man sich dort immer. Es gibt auch einen Bereich für industrielle Fertigung, in dem etwa hochwertige Büroaccessoires hergestellt oder Schläuche für den Zahnarztstuhl zusammengesetzt werden. Das Interesse der Besucher war groß. Der Höhepunkt war sicher die digitale Fräsmaschine, bei der man zuschauen konnte, wie aus Pappen Figuren geschnitten werden. Aber auch die anderen Einrichtungen waren hoch interessant. Einmal sehen zu dürfen, wie eine Außenwohngruppe mitten in Ebersberg aussieht, in der sieben Menschen gemeinsam leben, ist etwas, das man nicht alle Tag erleben kann. Äußerst angenehm war es in der großen Altbauwohnung, gemütlich und lauschig. 

In der Ebersberger Gärtnerstrasse wird gerade ein neues, komplett barrierefreies Wohnhaus für Menschen mit geistiger Behinderung errichtet. Auch dort konnte man sich informieren, die Räume im Rohbau besichtigen und die Grundrisse studieren. Es scheint ein äußerst angenehmes Wohnklima dort zu entstehen. Wunderbar, dass die zukünftigen Bewohner mitten in Ebersberg leben und so am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Geöffnet hatten ferner die Interdisziplinäre Frühförderstelle und das Kinderhaus Villa Emilia in der Attenberger-Schillinger-Straße. In der Frühförderstelle bekommen Eltern Hilfe, die wegen einer verzögerten Entwicklung ihres Kindes beunruhigt sind oder deren Kind behindert ist. In der Villa Emilia werden in zwei Kindergruppen und einer Kindergartengruppe gezielt Kinder gefördert. 

Besichtigen konnte man ferner die Wohnbereiche Moossteffl und Schwedenweg am Grafinger Platz und die Einrichtung für ambulant begleitetes Wohnen ABW in der Bahnhofstraße. Überall wurde man äußerst liebenswürdig empfangen. Das selbstverständliche Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung sollte tatsächlich völlig normal sein – so wie es der Landrat sagte: „Es ist völlig normal, unterschiedlich oder verschieden zu sein.“ Kees

Rubriklistenbild: © Foto: Kees

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